D – 05.07.2021 Ostseeküstenradweg von Born nach Stralsund 68 KM Hotel


…. und morgen erzähl ich euch allen von der super Idee meines Kollegen Ulrich. Das war der letzte Satz im Blog die versprochene Ansage von gestern Abend. Von Ulrich habe ich während unseres gemeinsamen kurzen beruflichen Weg im Rückblick doch so einiges wichtiges und cleveres gelernt. Über die beruflichen Details kann ich hier natürlich nichts berichten. Jedoch sind die alltäglichen Weis- und Klugheiten mehr als erwähnenswert. So war es bei einer Anweisung die von oben, also irgendwie aus Frankreich kam, von Ulrich immer die Gleiche Gegenfrage die er monoton und doch ein wenig süffisant stellte : „Wer ist Frankreich, wie ist sein (ihr) richtiger Name“ kann ich dort anrufen? Das war clever und so manches mal wurde gewaltig der Wind aus den Segeln der Anweisungen genommen. Ich erinnere mich an einen Flug nach Budapest. Auf dem Hinflug sagte er zu mir, dem aufgeregten jungen Kollegen  „Wir kümmern uns jetzt erstmal um uns. Bestellte Wein und nochmals Wein bei der Stewardess. Dort angekommen machte er erstmal das richtige. Er ging in seinen Schuhladen und bestellte sich ein Paar Schuhe aus Pferdeleder. Eben dieser Weise Ulrich machte doch gestern den Vorschlag, dass ein jeder der Leser des Blogs , wie er zum wiederholten Male die Summe von 30€ spenden soll. So kommt doch auch von den Lesern eine beachtliche Summe zusammen. Ich hab natürlich gleich mal in die Statistik geschaut. Am  02.07.2021 wurden die Berichte von 161 Personen gelesen. ….  Oh. Das macht doch schon eine ordentliche Summe für die gute Sache. (Im Schnitt waren es pro Tag 79 Leser) An dieser Stelle meinen Tutor für diese sinnvolle Gedankenstütze meinen lieben Dank.

Die KBF Foundation wird von mir davon Profitieren 😉(KBF= Kurt Bauer foundation) 

https://www.betterplace.org/de/organisations/22516-kurtbauerfoundation-e-v

https://www.betterplace.org/de/organisations/22516-kurtbauerfoundation-e-v

Die ersten 10 Kilometer waren nach der ruhigen und trockenen Nacht gut und abwechslungsreich geradelt. Es ging durch das kleine langgezogene Dorf auf den ursprünglichen gepflasterten Straßen entlang. Die Betonung liegt auf ursprünglich. In der Mitte der Straße lagen die noch ursprünglichen Straßenpflastersteine und rechts und links daneben ein neuer Stein der ohne jedwelche Erschütterung den begeisterten Radler auf seinem vollgefederten Fahrrad dahingleiten ließ. Auch die Radler ohne Vollfederung am Rad bemerkten den Unterschied und genossen die Strecke mit den Blicken auf die meiner Meinung mehr als 80% der mit Reed gedeckten Häuser in dem kleinen beschaulichen Ort Born. In regelmäßigen Abständen gab es kleine verwachsene Fußwege zum Bodden.

Die Blicke auf den Bodden mit seinen vielen Vogelarten, den in der Sonne glitzernden Wellen und den in der Ferne dahin gleitenden kleinen Segeljollen genossen wir zu jederzeit. Wetter.com hat für den Tag ein schnell vorüberziehendes Regengebiet mit Gewitter vorhergesagt. Nach meiner Berechnung sollten wir damit gegen 12.30 Uhr das erste mal konfrontiert werden. Es war in unser er Pause nach fast 40 Km, als der Wind stärker wurde, auffrischte und der erste Donner in Dabitz zu hören war. Wir beschlossen eine Änderung der noch 40 KM vor uns liegenden Strecke und fuhren über Groß Kronshagen, Duvendieck, Klein Kronshagen direkt mit der vollen Kraft des aus Westen kommenden Windes nach Stralsund. Wir blieben trocken, passierten jedoch einige sehr große Regenpfützen auf dem Weg dorthin. Martina hat sich auf diese Reise wacker geschlagen. Es gab kaum Bedarf für weitreichende Diskussionen und auch die physische Belastung hielten sich in moderaten und vertretbaren Grenzen. Das war es mir als Dank wert für diese aufopfernde Einstellung neue Grenzen kennenzulernen und zu meistern, die noch verbleibenden Nächte in einem Hotel in Stralsund zu verbringen. Laut meinem Plan wäre die Ankunft hier erst am Mittwoch Abend erfolgt. Liebe Martina ich danke dir, dass du so geduldig dabei warst und das Projekt- Abenteuer Zelten für dich ein wenig entdeckt hast. Diese 700 KM voller Erlebnisse der positiven wie auch negativen Art von Flensburg bis nach Stralsund kann dir keiner mehr nehmen. Genieße die nächsten Tage auf einem leichten Rad mit vollen Akku ohne Gepäck bei den Ausflügen nach Rügen.  Danke euch allen fürs dabeisein  und ggf. für die Spende an die Mukoviszidose Selbshilfegruppe e.V. in Kassel

Spendenkonto:

Mukoviszidose-Selbsthilfe Kassel e.V.

IBAN: DE85 5235 0005 0000 1356 08

BIC: HELADEF1KOR

Sparkasse Waldeck-Frankenberg

Verwendungszweck = Freidurchatmen + Name des Einzahlers

Es gäbe noch so vieles schönes von dieser entspannenden und wohltuenden Radreise zu berichten. Ein wenig behalte ich für mich alleine….  Bis bald. 



D – 04.07.2021 Ostseeküstenradweg von Börgerende nach Born 65 KM CP


Unsere Nacht war ruhig. Geweckt wurden wir nicht vom Konzert der vielen Vögel sondern von einem ganz schrägen Vogel. Dieser Unmensch vom nicht aussterbenden Typ „Camperus Saurus“ musste doch schon ab 4 Uhr beginnen sein Wohnmobil Abreise fertig zu machen. Nich das er von außen noch alles abbauen, entfernen und verstauen musste, nein auch von innen wurde wirklich in jeden, wirklich auch in jeden Schrank und jede Schublade laut nachgeschaut. Das geklappere und geschäbbere hat sich über die gesamte Zeltwiese ausgebreitet. Interessant waren auch die in einem Ostzonalen  Akzent und lauten Kommandos gegebenen Anweisungen an seine so stille Frau. Sonntag Morgen auf dem sonst so angenehmen Campingplatz! Seine Abfahrt war dann endlich nach langem rangieren um 7 Uhr.  Dann kehrte wieder Ruhe ein. An Schlaf war nicht mehr zu denken. So langsam öffneten sich die umliegenden Reisverschlüsse der Zelte. „Made my day again“!  

Für unsere beiden Kaffees am Morgen bin ich 15 Min angestanden und durfte für die beiden kleinen Heißgetränke € 4.40 zahlen. Das Gebäck hatten wir uns schon am Vortag im EDEKA besorgt. Anfangs ging es abseits, des wegen Sturmabbruchs in einem Winter vor vielen Jahren, gesperrten Radweges durch das Land bis wir wieder beim Ostseebad Niehagen an die Küste kamen. Bis kurz vor Warnemünde ging es an der  Steilküste entlang. Wir genossen die Pausen und die herrlichen Ausblicke auf das blaue Meer. Der blaue, fast wolkenlose Himmel und die hoch am Himmel stehende Sonne gaben ihr bestes dazu.

Es waren heute sehr, sehr viel Sonntagsradler aller Altersklassen unterwegs. Kurz vor dem Ostseebad Warnemünde wurde es richtig voll. Aufpassen und vor allem viel Geduld waren gefragt. Die Radelgeschwindigkeit war für uns unbefriedigend. Ein Überholen, was schon der eigenen Sicherheit geschuldet, war kaum möglich. Wir schoben unsere  Räder langsam zur Fähre. Die AIDASol  Passagiere versperrten mit ihren (Über) großen, sperrigen und lauten Rollkoffer immer wieder den Weg. Dazu kam noch das Touristenaufkommen zur Warnemünder Woche. Am Riesenrad wieder ein Menschenauflauf als ob es die Pandemie noch nie gegeben hat!! 


Danach wurde es besser und ich ruhiger. Auf einer Bank an einer ruhigen Lichtung am Radweg nach Rostock in der Rostocker Heide machten wir eine Pause. Es gab eine kalte Kaffeespezialität aus dem Hause Müller, glaube ich, und dazu leckere kühle Matjesbrötchen in einer krossen Semmel mit knackigem Salat die wir kurz vorher erworben hatten. In Graal-Müritz hatten wir schon wieder Lust auf eine Pause. Irgendwie gab es nicht das passende für uns. Es ging weiter über Neuhaus zum Dierhagen Strand und nach Wustrow. Auch hier waren die Straßen voll mit Menschen. Nur schiebend kamen wir langsam voran. Unser spontanes Ziel war die Campinganlage Regenbogen in Born. Jedoch enttäuschen die Damen an der Rezeption….    Gut gegessen haben wir mit Bockwurst und Flammkuchen an der Strandbar die von einem externen Dienstleister betrieben wird. Das hat mir den Tag dann doch noch gerettet. 
…. und morgen erzähl ich euch allen der super Idee von Ullrich.

D – 03.07.2021 Ostseeküstenradweg von Wismar nach Börgerende 75 KM CP


Das Wetter ist doch immer gut für ein paar Zeilen. Bisher hatten wir, bis auf den Tag mit dem Gewitter, einen sonnigen wenn auch manchmal teilweise bewölkten Himmel. Die obligatorische Sonnenbräune habe ich schon auf meiner sichtbaren Haut. Die Temperaturen schwankten von 15 – 23 Grad am Tag. In der Nacht war es nie kühler als 12 Grad. In unserer mobilen Herberge fühlen wir uns wohl und ein jeder hat jetzt sein System gefunden sich schnell und bequem einzurichten. Unser Stühle verschaffen uns jeden Abend und am Morgen ein Maximum an Luxus. 

 Die Radwege unterscheiden sich kaum mehr in Bezug auf Ost und West. Es gibt überall die losen Schotterwege als auch die gut befestigten Wege. Leider auch sind überall die schon alten Radwege mit den durch die Wurzeln angehobenen Asphaltdecken überraschend zu finden. Diese Bodenwellen bringen den schnellen Radler auf einem ungefederten Rad schnell ins straucheln. Ich erinnere mich ungern und mit Schmerzen an eine Strecke entlang der Elbe. Dort ließen mich eben die Bodenwelle vom Weg abkommen und mit voller Geschwindigkeit im Graben landen. Eine aufgerissene und blutende Wade waren damals die einzige Verletzung. Angenehm sind die Passagen in den Wäldern. Einerseits spenden sie Schatten und kühlen ab, andererseits erfrischen sie die Sinne mit ihrem Geruch nach Moder, der salzigen Meeresluft oder auch mal nach dem Geruch der nahen Bauernhöfe. Die Wege sind fast immer leicht zu fahren und  da man(n) immer auf der Hut nach hervorstehenden Wurzeln ist auch nicht sonderlich gefährlich. Heute am Samstag hat in den Orten direkt an der Ostsee das Touristenaufkommen erheblich zugenommen. Das ist auch den begonnenen Sommerferien in NRW zu verdanken. So manch eine Familie tauscht jetzt gerne mal Pommes Rot-Weiß gegen ein Fischbrötchen. Unser Abstecher nach der Insel Poel hat uns für eine sehr kurze Zeit in die 80er Jahre zurück gebracht. In unserer Pausenstation am Hafen in Kirchdorf gab es ein Paar Wiener mit Brot noch für € 2,20 und die Tasse Kaffee für € 1.20, hier wurde im Kiosk drinnen auch noch und nicht nur von den Bettreibern geraucht.

Jetzt sitzen wir nachdem wir uns in der griechischen, wie kann es auch anders sein, Gaststätte verpflegt haben, direkt an der Ostsee und warten bis die Sonne weit im Westen im Meer versinkt. Hinten am Horizont kommt ein Schiff langsam näher. Die Melodie von Lale Anderson, ein Schiff wird kommen,  ist mir im Ohr präsent. Bin mal gespannt wann ihr den Ohrwurm wieder aus dem Kopf bekommt.

Wir sitzen an einer wichtigen Grenze. Es ist die Grenze zwischen den Anhängern der freien Körper Kultur und den anderen Banausen. Erstere stürzen ihre harten und gestählten Körper in die abendlichen Wellen. Die anderen machen rechts nehmen uns das gleiche. Nur eben angezogen und nicht so dramatisch. Mag jeder für sich selbst diese Momente definieren und genießen. Die Wellen spülen unaufhörlich ihre gurgelnde Melodie an den leicht ansteigenden und mit Algen, Muscheln, kleinen Steine und sonstigen Dingen dekorierten Strand. Bis zur Wassergrenze trennen mich nur ca. 3 Meter. Ich genieße es dem Meer an dieser Stelle, und in dieser romantischen Umgebung mit meiner Liebsten, erhaben zu sein.

Die Sonne ist fast weg. Das Schiff hat abgedreht die Wellen schlagen unaufhörlich weiter an den Strand……. Gute Nacht und denkt an die Zuwendung für den Mukoviszidose Selbsthilfeverein eV. in Kassel. 

D – 02.07.2021 Ostseeküstenradweg von Pelzerhaken nach Wismar 93 KM Hotel


Ihr mit eurem Camping, das ist doch langweilig, unbequem und spartanisch. Na, wer von euch findet sich in diesen Worten mit seiner Meinung wieder? Fast 14 Tage im kleinen Zelt mit Martina hatte ich noch nie. Eine neue Challenge für unsere mittlerweile 32 Jahre gemeinsamer Ehe. Wir beide haben uns auf dieses besondere Abenteuer gut vorbereitet. Ein wenig Luxus sollte es schon sein. Deshalb musste auch für jeden ein Stuhl dabei sein. Nicht so sperrig, entsprechend leicht, gut zu reinigen und stabil sollte er sein. Bei der Firma Helinox haben wir ein Model gefunden und es gleich in der Kletterkogel in Kassel ausprobiert, für passend gefunden und gekauft. Die 260€ für zwei Stühle waren, jetzt nach fast einer Woche Campen gut angelegt und die Investition hat sich schon rentiert. Ich sage nur „unbezahlbare (Momente, Ausblicke, Gefühle)

Nachdem heute morgen um 7.30 Uhr die bestellten Croissants an die Herberge geliefert wurden holten wir uns noch einen frisch zubereiteten Milchkaffee von Gunters Coffee-bike. Erst seit ein paar Tagen eine Institution auf dem Platz. Der Mann ist einfach spitze. Ehrlicher Small Talk, Hintergrundinformation über das bike und eigene Erfahrungen zum Thema Radreisen rundeten die kurzweiligen Momente ab. Es fiel uns schwer den wunderschönen Platz zu verlassen.

Auch Nele durften wir beim check out nochmal wiedersehen. Diese junge Frau hat scheinbar den Laden unter Kontrolle. Und das ist nicht böse gemeint. Solch eine Präsenz verbunden mit einer großen intrinsische Motivation und die selbstverständliche Hands on Mentalität ist bei jungen Menschen mit einem abgeschlossenen Studium sehr, sehr selten zu finden. 

Diese Coffee bikes gibt es im übrigen überall in Deutschland zu finden. Wir werden morgen schon und auch in Stralsund die nächsten ansteuern. Die Coffee-Bike App macht das finden leicht. Danke nochmals für den Tipp. Heute hatten wir mit über 400 HM die meisten Steigungen zu bewältigen. Das ist ja ansich für e-Biker nichts außergewöhnliches. Es sei denn die Akkus wurden am Vorabend nicht vollständig geladen.  Nach 50 km war Schluss. Wir fanden auf den letzten Metern noch eine Radlerunterkunft mit Biergarten und einer Ladestation. Es versteht sich von selbst, dass wir auch die Lokalen Speisen und Getränke ausprobierten.

Die Tour ging heute zum Teil durch kühle Wälder mit unbefestigten Wegen als auch an der Küste entlang. Hier wechselnden sich unbefestigte Schotter Abschnitte mit verdichteten Schotter ab. Die meiste Zeit jedoch fuhren wir bequem und durch den Westwind angeschoben auf Asphalt. Die Ostsee war heute wild mit hohen Wellen und an der Küste grau gefärbt. Die Segler kamen in einem hohen Tempo voran. Kurz vor Wismar hatten wir noch eine kleine Panne die an einem Körper geringe Spuren hinterlassen hat. In Wismar haben wir heute ein Hotel gefunden. Das Zimmer ist klein,  sauber und komfortabel eingerichtet. Wer mich kennt, weiß das ich das gut beurteilen kann.  Morgen geht es in der Sonne weiter nach Poel um dort im Hafen eine kleine Rast einzulegen,danach im Sausetritt bis kurz vor Rostock auf einen CP. Das Pizzataxi hat uns heute gut mit Kohlenhydraten und Vitaminen versorgt. Die obligatorischen italienischen Getränke kamen gut gekühlt auch gleich mit.  


D – 01.07.2021 Ostseeküstenradweg von Wenkendorf nach Pelzerhaken 77 KM CP


Genau in dieser Richtung, steht der in der hässlich in die Landschaft gebaute Wohn- und Hotelbunker. Von meiner Perspektive oder meinen derzeitigen Standort in meinem bequemen Klappstuhl kann ich genau darauf sehen. Für mich ragt das Gebäude einem Stinkefinger gleichem Symbol in den Himmel.


Ich sitze hier so vor meinem Zelt und lasse die vergangenen Stunden passieren. Habe in der letzten Nacht kurz bevor ich eingeschlafen bin ein Feuerwerk aus Richtung der Nordsee, genauer auf Juist gehört? Hat da nicht etwa ein unruhiger Rentner vorzeitig auf das in 6 Monaten stattfindenden Silvesterfeuerwerk beharrt und es in Vorfreude gezündet? Ich weiß es nicht. 

Heute Morgen haben wir beschlossen die Insel Fehmarn nicht komplett zu umradeln. Auf dem direkten Weg machten wir uns gen Süden auf um über die Fehmarnsundbrücke wieder das Festland zu erreichen. Doch bevor wir uns nach dieser doch trotz des starken Windes um uns herum ruhigen Nacht aufmachten, um einen guten Platz für unser Frühstück zu finden, musste ich erstmal das Außenzelt vom Regen der Nacht trocknen. Der angekündigte Regen kam erst um vier Uhr und war um kurz nach sechs Uhr vorbei. Die Sonne sahen wir heute bis 16 Uhr gar nicht. Dem zu folge musste die Hülle nass in einem blauen Müllsack verstaut werden. Unterwegs hatte ich keine Sonne und auch keine Gelegenheit das Zelt zu trocknen. Wir hatten heute Wind aus Norden mit einer Geschwindigkeit bis 22 km/h. Das bedeutet Schiebewind. Entsprechend kamen wir ohne viel Kraft aufzuwenden auf den Ebikes voran. Nach gerade mal einer guten Stunde hatten wir die Brücke passiert. Weiter ging es zum Teil auf  kleinen unbefestigten Wegen aber auch auf gut ausgebauten Radwegen an der Ostsee entlang. Die Wellen hatten heute eine Schaumkrone, was auf eine Windstärke von vier schließen lässt. Der Weg war wie schon die Tage davor gut ausgeschildert. Wir entschieden uns nicht direkt an den viel besuchten Promenaden entlang zu radeln sondern etwas abseits auf den parallelen Straßen. Ein geplanter CP war in Pelzerhaken. Den fuhren wir auch ganz gezielt an. Dort angekommen kam die Überraschung. Wir vermieten nur für mindestens fünf Nächte und nach dem Regen ist die Zeltwiese, die im übrigen in einer Kuhle liegt, nicht vermietbar. Da geht sonst so viel kaputt! Danke für die Ansage der sonst sicherlich auch bestimmenden Dame. Keine 300 Meter weiter fanden wir einen traumhaften Platz direkt in erster Reihe hoch oben mit unverbautem Blick zur Ostsee. Hier könnte ich ab heute für den Rest meines Lebens täglich Urlaub machen.

Der Empfang war grandios freundlich und zuvorkommend. Wir bekamen den gewünschten Platz fürs Zelt für uns zwei Personen mit Blick aufs Meer, saubere Sanitäranlagen, einen Gutschein für zwei Cocktails, für uns Durchreisende kein Kurbeitrag berechnet und für den nächsten Morgen noch zwei Kaffeegutscheine. Das Ganze wurde durch einen, jedoch  kostenpflichtigen Brötchenservice abgerundet. Zum Abendessen haben wir uns mit Bekannten aus unserem Wohnort getroffen. Das empfohlene Restaurant bot eine erstklassige Küche und ein schmackhaft, gut gekühltes Bier