21.08.2019 Innsbruck nach Sterzing

Als ich das Schild mit der Aufschrift Brenner gesehen habe „musst ich mir eine Träne wegdrücken“ sagte Martina bei der langen Rast auf dem Brenner. Das war gar nicht so schlimm wir ich es mir gedacht hatte, waren die nächsten Worte. Um 10.30 Uhr sind wir im Hotel gestartet und waren nach genau 1 KM an der Brücke über die Eisen- und Autobahn.

Auf der anderen Seite gibt er zwei Möglichkeiten um weiterzukommen. Die erste rechts, einen kleinen Trampelpfad runter,  nahmen wir. War natürlich falsch. Die Vermesser an der Baustelle zeigten uns den richtigen Weg der natürlich hoch führte. Für alle Leser zum merken – durch den Gastgarten der Gaststätte kommt man direkt zur alten Römerstrasse, so wird sie von den Einheimischen genannt.  Es ging ca 4 KM an der viel befahrenen und anspruchsvoll ansteigenden Straße nach oben. Im ersten Ort gibt es rechts einen Automaten und einen kleinen Selbstbedienungsverkaufsraum. Der Bauer hat die frischen Produkte gerade aufgefüllt. Salatköpfe, Karotten, Zucchini und manches Gemüse mehr kann man stückweise kaufen. In Den Kühlfächern der Automaten gab es Eier, Käse und sogar die frisch gemachten Spinatknödel die wie er uns versicherte noch vor 30 Minuten von seiner Frau gemacht wurden. Zahlen kann jeder in Bar oder mit Kredit- und EC Karte. Das ganze auf Vertrauensbasis. Die Drei Parkplätze waren die ganze Zeit immer wieder belegt. Eine Tolle Idee. Weiter ging es jetzt in die Felder auf Schotterwegen immer leicht bergauf.

Wir wollten heute ja auf 1400 Höhenmeter hoch. Die saftigen Wiesen und die teilweise schon abgeernteten Felden boten vor den noch im Nebel versteckten Bergen ein abwechslungsreiches Bild. Einmal haben wir ein Schild übersehen und mussten fragen. Die freundlichen Wanderer lachten und meinten das an der Stelle so einige geradeaus weiterfahren. Die richtige Trasse war schnell gefunden und es ging schnell weiter auf einer Straße entlang. Die Wege schlängelten sich heute durch die kleinen Gemeinden. Oft am rauschenden Gebirgsbach entlang. In der Ferne auf der anderen Seite des Tals zog sich die Autobahn durch die Landschaft. Die Autos waren wie auf einer Perlenkette aufgereiht.

Der Wind stand gut für uns. So mussten wir das Dröhnen der Pkw und LKW nicht ertragen. Auch machte durch den Schiebewind das radeln noch mehr Spaß. Je näher wir dem Pass kamen umso kälter und feuchter wurde es. Wir waren beide in unsere Jacken eingehüllt. Oben belohnten wir uns um 14.30 Uhr mit einem leckeren frischen und kalorienreichen hausgebackenem Kuchen. Er schmeckte fast wie der von Oma und Muttern.

Bis nach Sterzing waren es no ch 20 km. Es ging immer nur bergab. Die gut ausgebaute ehemalige Bahntrasse machte richtig Spaß. Die Sonne kam noch dazu und wärmte uns auf und setzte die atemberaubende Landschaft mit den Bergen im Hintergrund vor uns ins rechte Licht. Das war die bisher schönste Abfahrt bei meinen Radreisen.

In Sterzing suchten wir durch die Touristinfo nach einer Unterkunft. Diese haben wir im Lahnerhof gefunden. Dorthin mussten wir nochmal alles geben. Es ging so richtig bergauf. Wir freuten uns auf unser Etappen Radler. Bei diesem herrlichen Ausblick schmeckte es gleich noch viel besser.

Für 10€ pro Person haben wir auch gleich noch die Halbpension gebucht. Wir freuen uns auf die typischen Tiroler Speisen. 

Die 20.08.2019 Achenkirch nach Innsbruck

Gestern Abend sind wir nach einem guten Essen im Fischerwirt durch den Starkregen mit einem Leihregenschirm für Kinder und einen für Erwachsene zur Herberge im schnellen Schritt gelaufen. So hatten wir uns den Abschluss des Tages mit dem leckeren Esssen und den himmlischen Nussbrand nicht vorgestellt. Am nächsten Morgen nach einer durchregneten Nacht  dürften wir die Regenschirme wieder abgeben. 

Bei feuchten 15 Grad sind wir gegen 10 Uhr gestartet. 

Die Füchse kochten Kaffee in den Bergen. Das konnte jeder an den Nebelschwaden in den Bergen und an den Hängen sehen. Am Achensee legten wir die erste Rast mit Blick auf den See und die Berge ein. Der Duft der Nadelbäume und der des feuchten Waldbodens stiegen uns in die Nase. Still   und majestätisch lag der Achensee vor uns.

Der einsetzende Regen machte eine Pause nach ca 12 km erforderlich. In einem schönen Kaffee genossen wir Tee und Milchkaffee.  Nur wenig Radler waren heute unterwegs. Die Fernreiseradler grüßten sich alle und hatte ein Lächeln trotz des bewölkten Himmels auf den Lippen. 

„Hinter der Kirche auf die Schotterstraße einbiegen“ stand im Bikelineführer. Die Kirche und den Schotterweg haben wir schnell gefunden. Das es dann serpentinenartig bergab auf nassem und  losem Schotter gute 80 Meter nach unten geht stand da nicht. Zwischendurch mussten wir anhalten weil die rechte Hand durch das stetige und kräftige Bremsen schmerzte. Martina war bei dieser Passage hochkonzentriert und ganz still.

Nur das Passagierschiff „Stadt Innsbruck“ machte beim einlaufen an die Anlegestellen mit seiner Hupe die Stille kaputt. 

Danach hatten wir uns auch noch in einem Dorf wegen einer Baustelle verfahren. Wir standen an einer, so was von viel befahrenen Bundesstraße, die zur Autobahn führt und hatten große Mühe wieder in die andere Richtung zu fahren. Hinter uns, wir standen in der Einfahrt zur Polizei, war auch niemand der uns helfen konnte. Also warten, warten, warten, warten bis eine große Lücke war um unbeschadet die Straße zu queren. Martina war innerlich auf 180! Nachmittags kam die Sonne heraus der Regen ließ nach und die Temperatur stieg schnell auf 22 Grad. Die Nebenflüsse die in den Inn mündeten hatten alle eine eigene dominierende Farbe als der graue Hauptfluss. Dieser mächtige und dominierende Inn lässt an diesen Stellen keine anderen Farben zu. Schon nach wenigen Meter waren die verschiedenen bunten Farben zu einer vereint. Grau!! Von dem blauen Türkis oder dem satten Grün war nichts mehr zu sehen. In Passau schafft es dann die mächtige Donau die Farbe des Inn’s zu bändigen und in eine bis zur Mündung ins Schwarze Meer grüne Farbe zu verwandeln.

Gute 20 km vor Innsbruck ging der gut ausgebaute und schnell zu fahrende Innradweg neben der vielbefahrenen Bundesstraße entlang. Das war nicht so schön. Der Lärm störte. An den Feldern stand der Mais saftig und grün bis zu 250 cm hoch. Kein Vergleich zu den Bildern die ich vom Vorjahr im Kopf habe. Teilnahmslose Kühe standen oder lagen mit Glocken wiederkäuend auf den Feldern. Unser Hotel war in Hall geplant. Da ich jedoch die falsche Straße zum Hotel in das Navi eingegeben hatte und auch die online Reservierung zum günstigen Preis nicht eingegangen ist, dementsprechend der Preis des Zimmers hoch war radelten wir weiter. Unsere 

alternative war das  Ramada Hotel in Innsbruck welches wir noch online im ersten Hotel buchten. Es stellte sich am Abend heraus als Glücksgriff heraus, da es weniger als 1 km vom Aufstieg zum Brenner entfernt lag. 

Die Berge so nah vor uns. 

Mein defekter Sattel macht mir leider Probleme. Das konnte ich schon am Nachmittag im Ganzkörperspiegel sehen. Mal schauen wie lange ich noch durchhalte. Hätte ich den durch die pralle Sonne in Spanien geplatzten Gelsattel mal gleich gewechselt und entsorgt.

Die Belohnung für den heutigen Tag war ein fetter und leckerer Schweinebraten. Den haben wir uns heute verdient.

Morgen geht es erstmal bergauf und bergauf. Wir haben kein festes Ziel im Auge. Mal schauen wie das Wetter wird und wie weit wir beide kommen. Die Alpen sind jetzt so nah und mit ihnen das schöne Wetter auf der Alpensüdseite. 

19.08.2019 Bad Tölz nach Achenkirch


Um 2 Uhr in der Nacht hat es so richtig grell geblitzt. Das Zimmer war hell erleuchtet. Kurz hinterher der grollende und laute Donner. Es hat bis um 6 Uhr aus allen Öffnungen des Himmels geschüttet. Für heute war eine Regenwahrscheinlichkeit von 90% vorhergesagt. Das sollte sich jedoch nicht bestätigen. Nur wenige Minuten hatten wir bis zum Isarradweg zu rollen. Durch die Altstadt und die Fußgängerzone von Bad Tölz ging es immer bergab zum Isarradweg. Hier waren die Großen Pfützen auf den unbefestigten Wegen die einzigen Zeugen der verregneten Nacht. Bis Lenggries schlängelte sich der Weg durch die Wälder und an Feldern vorbei. Ziegen und Kühe grasten die Unzugänglichen verwilderten Flächen ab. Hier macht es Spaß die Natur und den Ausblick auf die schon in der Ferne zu sehenden  Berge zu genießen.

Hinter Lenggries war der Radweg neben der vielbefahrenen Straße angelegt. Das machte uns weniger Spaß. Kurz vor dem Sylvensteinstausee mussten wir wegen einer Baustelle auf die Straße ausweichen. Die erste Rast mit einem Energiespendenden Müsliriegel legten wir bei strahlendem Sonnenschein auf der Staumauer ein.

Auf der schönen Panoramastraße ging es linker Hand hoch über dem See weiter am See auf dem Achenseeradweg entlang. Hier trafen wir dann wieder auf die anstrengende ausgeschilderte Hauptstrecke die wir auf Grund der Wegebeschaffenheit nicht wählten. Warum neben der Straße der mit grobem Schotter angelegte und teils bergige Radweg war verstehe verstehe ich nicht. Wir mussten bergab absteigen und bergauf Schweißtreibend schieben. War es nur um uns in die Walchenklamm zu führen?Von dieser haben wir im Übrigen gar nichts gesehen. Schon war die österreichische Grenze erreicht und wir waren in Tirol. Bisher war die Beschilderung sehr gut. Für eine Route habe ich sogar ein Höhenprofil gesehen.

Leicht Bergauf und bergab ging es auf einem super Radweg bis nach Achenkirch. Am Achensee belohnten wir uns für die geleisteten 66 KM und die Erstrampelten 485 HM.  Der  warmen Topfen- und Apfelstrudel und Kaffee waren unser Lohn. Diese Höhenmeter sollten der Anfang der noch folgenden Höhenmetern in den nächsten Tagen sein. 

18.08.2019 München nach Bad Tölz


Schon nach guten 5 Minuten waren wir im Englischen Garten auf dem Radweg angekommen. Viele Jogger nutzten den noch kühlen Tag um dem ausgleichenden Sport nachzukommen. Ganze Familien waren schon mit den Picknickkörben und Stühlen unterwegs. Schon erstaunlich was alles so auf einen Bollerwagen passt. Am Chinesischen Turm war noch gar nichts los. Die Kellner und Kellnerinnen waren noch dabei ihre Stationen einzuteilen. Stunden später musste hier bei diesem schönen Wetter die Hölle los sein.

Der Isarradweg, den wir zuerst folgten, brachte uns kurz vor Mühltal, auf den ausgeschriebenen Radweg nach Venedig.

Schon von weitem hörten wir die Lustigen, mehr oder wenig angeschickerten Menschen auf den Partyflössen. Die Blasmusik, die fast wie am Ballermann die Stimmung anheizte hatte gut zu tun. Der „Anheitzer“ hatte heute am frühen Sonntagmittag fast keine Stimme mehr.

Die  Strecke war heute sehr, sehr abwechslungsreich. Wir hatten von feinem Kies bis zum groben Schotter alles erleben dürfen. Der grobe Schotter war immer dann zu finden wenn es in den Wäldern steil bergauf ging. Die Abfahrten an diesen Stellen waren sehr anspruchsvoll. Martina hatte da so manches Mal ihre Probleme. Auch ich habe seit meinem Sturz in Spanien an diesen Passagen Respekt und fahre vorsichtiger. Ein kaputter Helm in einer Saison bei einem Sturz ist schon zuviel. Das frisch gemähte Gras und nebenan  das schon trockene Heu dufteten. An der Isar in den Wäldern kühlte es angenehm ab. Der Waldboden war nach dem leichten Regen der vergangenen Tagen leicht aufgeweicht. Jedoch schon wieder gut zu fahren.

Es macht Spaß hier zu richtig www. Freidurchzuatmen.de. Dann endlich der ersehnte Moment. Der Blick auf die Alpen vor uns. Kurz hielten wir an und inne. Ein bewegender Moment. Da wollen wir also hin!

Zu schnell waren wir in Bad Tölz angekommen.

Wir genossen den Schatten auf der einladenden Terrasse des Hotel am Wald bei unserem ersten Radel Radler. In der Nacht soll der leichte Regen beginnen. Mal schauen wie lange er uns die nächsten Tage begleitet. 

17.08.2019 München nach Venedig erste Gedanken

Wir sitzen nach einer angenehmen und bequemen Anreise im Englischen Garten bei Schnitzel und einer halben hellen Bayrischen Bier.

Vergessen ist der Stress und die Aufregung mit dem Autoschlüssel der im Verschlossenem Wagen lag. Der Gelbe Engel hat es gerichtet. Ein Dank für die schnelle und professionelle Hilfe an alle!!

Was wird uns auf unserer gemeinsamen Radreise von München nach Venedig alles begegnen? Sind es die mächtigen Alpen von denen wir von unseren Freunden mit hochgezogener Stirn und einem mitleidigen  Lächeln gewarnt worden sind. Oder sind es neben den Dolomiten auf die wir uns freuen auch die sportlichen Herausforderungen auf den Routen im Wald, auf den Schotterpisten die wir sicherlich schiebend bewältigen müssen, die rasanten Abfahrten auf den befestigten Straßen oder der Genuss den wir beim Eintritt in die wechselnden Gebiet Vegetationszonen mit allen Sinnen aufnehmen werden. Mag sein das uns auch die Landschaftlich abwechselnde Strecke von sanftenen Steigungen bis hin zum schweißtreibenden Aufstieg zum Alpenhöhenkam und weiter die venezianische heise und trockene Ebene alles abverlangt. Dennoch freuen wir uns beide auf die klaren Seen, die unendlichen Ausblicke und die mächtigen und überragenden Berge. Das Wetter nehmen wir wie es kommt. Die ersten beiden Tage sind die Unterkünfte gebucht. Danach lassen wir uns treiben. So circa 70 km sollen es am Tag werden. Das ambitionierte Höhenprofil lässt keine unüberlegten Träumereien zu. Mit unseren E-Bikes sollte es also keine unüberwindbare Reise sein. 

Wir freuen uns auf die geplanten ca 700 km immer dem Süden entgegen. Auf die Wettervorhersage und dem Regenradar werden wir ein besonderes Auge richten. Seid wieder dabei. Wir Radeln wie immer für mein Herzensprojekt www.freidurchatmen.de

Meine Gute Nacht Geschichten werden euch auf dem laufenden halten. 

Morgen in der Früh geht es nach einem stärkendem Frühstück im Ibis Hotel München Nord los.