11.02.2013

Gestern am frühen Morgen lag in Regensburg der Dom noch verschleiert im Nebel. Heute wissen wir warum!! Ich bedauere den Schritt unseres größten Hirtens sehr. 1 Milliarde Gläubige wünschen Ihm alles Gute und erwarten gespannt seinen Nachfolger. Nach einer unruhigen Nacht im Deggendorfer Hotel, ich hatte ein Zimmer über der Küche, frage ich am Morgen an der Rezeption nach einem Radladen. Das junge Mädel Googelte den Standort fix. Es waren gerade mal 200m bis dorthin!! Hätte ich nach dem H&M oder nach Pimkey gefragt hätte sie bestimmt nicht „Gegoogelt“. Es gehört sich doch in einem Hotel, welches in einem Radreiseführer wirbt, das die Mitarbeiter die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden kennen. Das ist doch nicht zuviel verlangt – oder? Der Radladen war schnell gefunden, machte jedoch erst um 9.00h auf. Zeit genug für eine Brezel und einen Kaffee beim Bäcker nebenan. Der junge Radprofi gab meiner Kette eine ordentliche Portion Kettenöl aus der großen Sprühflasche. Für Umme. Das ist Service. Der Wunsch nach einer guten Weiterfahrt war auch nicht gekünstelt. Hier war ich gerne. Meine Empfehlung an die Werkstatt Salmansberger. Den Weg zur Donau zurück hatte ich mir eingeprägt. Doch als ich die Brücke über die Donau erklommen hatte kamen mir Zweifel. Mal nachschauen. Ja, richtig es ging vor dem steilen Anstieg schon links ab. Gerade nochmal die Kurve bekommen. Anfangs waren die Radwege im Landkreis Deggendorf noch geräumt. Später in nächsten Landkreis war das nicht mehr der Fall. Oft und lange nutzte ich die wenig befahrenen Landstraßen. Da ich gestern Abend ziemlich fertig war und ich dachte es liegt an den fehlenden Bananen oder an zu wening Wasser ließ ich mir heute vier mal die Flasche mit warmen Wasser füllen. Die Gesichter der Damen in den Kaffees oder sonstigen Märkten sprachen Bände. Ich nutzt die Zeit in den Läden um über meine Tour zu sprechen und mich so ganz nebenbei aufzuwärmen. Völlig im Gedanken fuhr ich vorsichtig mit mäßiger Geschwindigkeit ein leichtes Gefälle hinunter. Unten sollte es leicht nach links gehen. Mein Hinterrad überholte das Vorderrad. Die Aktion ist gutgegangen. Ich war wach. Ab sofort waren die Sinne auf „Hab Acht“ eingestellt. Gegen Mittag zog ein leichter Wind auf. Auf den Schattigen Wegen hatte ich teilweise -5c. Das ging mir unheimlich auf die Kondition. Leichte Steigungen schob ich hoch. An den Schneebedeckten Anstiegen ging eh nur schieben, da sonst das Hinterrad durchdrehte und wegrutschte. So gegen 14h sah ich die ersten grünen Zwiebeltürme einer Kirche. Passau. Endlich. Ich war fast am Ende. Die lange, schiebende, Passage an einem Stauwerk der EON über die Donau genoss ich um Kraft zu sammeln. Nur noch in die Stadt rein und ein günstiges Zimmer suchen. Leichter geschrieben als getan. Die letzten Kilometer zogen sich unendlich lang an einer viel befahrenen Straße in die Stadtmitte. Jetzt will ich auch noch an die Stelle an der sich die drei Flüsse treffen. Wieder so eine Schikane. Radler dürfen hier nicht fahren. Ein rundum Blick und los ging es. Wer sollte mich heute anhalten. Das Erinnerungsfoto machte ein Familienvater. Drei mal sollte ich die Position für das Foto wechseln. Danach begab ich mich auf Zimmersuche. Das Hotel Rotel In wollte ich erleben. Gefunden. Im Winter geschlossen. Das nächste Hotel war, nachdem ich Möbel im Eingang und die Hexe an der Rezeption sah nicht mein Fall. Im „Weißen Hasen“ fragte ich nach dem günstigsten Einzelzimmer. Der Preis sprengt jedoch mein Budget. 100 Meter weiter fand ich ein Garni Hotel. Zimmer und Preis OK. So jetzt noch die Klamotten waschen und danach einen Schweinebraten mit Knödel. Das Helle gehört natürlich dazu. Mein Garmin hat folgende Infos für euch: 213m rauf und 241m runter. 63.80 KM in 4.26h mach im Schnitt 14.3 KMH. Genausoviel wie am ersten Tag mit dem Berg. Ich lasse nach. Gebe jedoch nicht auf!! Morgen Österreich an der südlichen Donauseite entlang.

Passau an der Spitze

 

No way

 

Schwanenbad im Eisteich - Brrrrrr

10.02.2013

Ich passiere schon um 9.30h die Walhalla. Eine kurze Rast einen Müsliriegel lang. Oben auf dem Berg trohnt die Kultstätte. Leider ist den Hügel mit einer Baustelle verschandelt. Keine schönen Fotos von diesem erhabenen Moment. Meine erste größere Pause gönne ich mir um 10h. Auf der Deichkrone läd eine schneefreie Bank zum verweilen ein. Vor mir fließt leicht dampfend die Donau. Einige Schiffe ziehen laut und unaufhörlich mit ihrem dumpfen Motorgeräuschen vorbei. Ein Vater beantwortet seinem kleinen Sohn geduldig seine Fragen. Der Hund geht immer wieder ins Wasser. Sein Herrchen findet es nicht so Toll. Warum wohl? Der Junge betrachtet mit großen Augen die Schiffe. Den Sonntagmorgen so mit seinem Kind zu verbringen ist eine sehr gute Investition in unsere Zukunft. Wo sind nur all die anderen Eltern? Die Sonne steht in einem etwa 40 Grad Winkel am strahlend blauen Himmel. Die Strahlen verursachen in meinen Augen ein stechen. Auf dem Wasserspiegel funkelt es. Ja, fast so als würden Diamanten die graublaue Oberfläche verzieren. Die ersten Jogger und Walker kommen vorbei und grüßen gutgelaunt. So soll es heute weitergehen. Mal schauen was die letzten ca 70 KM für mich vorbereitet haben… Gegen 13h komme ich an Bogen vorbei. Vor dem Ort sind schon jede Menge Autos am Straßenrand geparkt. In der Ferne höre ich laute Musik. Die Innenstadt ist von der Polizei und dem THW abgesperrt. Da muss ich aber durch. Plan A: in den Zug einreihen und langsam mit bis zum anderen Ende der Stadt (oder ist es nur ein großes Dorf). Verkleiden muss ich mich ja nicht großartig. Ja ist den hier die „Loveparade“ denke ich mir als der erste Wagen mit leicht bekleideten Männern in Frauenkleidern vorbeifährt. Der Wagen mit den Uniformierten Krankenschwestern gefällt mir da schon besser. Hier kann ich nicht bleiben das kostet mich zu viel Zeit. Plan B: einen Weg durch die Nebenstraßen finden und den Zug umgehen. Also Plan B! Die Nebenstraßen sind vollgeparkt und die letzten Parkplatzsuchenden ignorieren Fernradfahrer!! Geschafft. Ein Ordner hilft mir mein Rad eine Böschung durch ein Blumenbeet hinaufzuschieben. Ich frage Ihn ob hier im tiefsten Bayern immer alle so verrückt sind. Er antwortet mir in seinen bayerischen Dialekt mit „Heute alle bis auf einen, der ist das ganze Jahr verrückt. Ich frage: Wer ist das den? – Der Bürgermeister, der spinnt das ganze Jahr. Soviel zum bayerischen Humor. Ich lasse den Lärm hinter mir und trete kräftig in die Pedale. Der nur leichte aber kalte Wind macht mir zu schaffen. Bei meiner Mittagsrast treffe ich ein älteres Paar beim Spazierengehen. Sie hatte Ihren bayerische Sportwagen am Rastplatz abgestellt. Wir kommen ins Gespräch. Die beiden nette Menschen sind Berliner und wohnen jetzt hier. Ich beantworte Ihre Fragen und wir halten einen Small-Talk. Stolz erzählen sie von Ihren e-bikes. Ohne Anstrengung radeln sie von hier nach Passau und zurück. Und ich träume heute von Passau… Nebenbei erfahre ich das er 80 Jahre und Sie 78 Jahre alt sind. Gerne hätte ich das Gespräch mit den Beiden vertieft. Die Kälte und die Zeit drängten mich weiter zufahren. Meine Beine und mein Geist werden immer schwächer. Ich beschließe noch bis nach Deggendorf zu radeln und Passau für heute zu vergessen. Nach 20 Min finde ich auch ein geöffnetes Hotel. Ich freue mich auf die warme Dusche und einen Schweinebraten. Heute fällt für mich der TATORT aus. Zahlen: 5.40H auf dem Rad. 152HM rauf und 195HM runter bei 90 KM macht einen Schnitt von 15.9KMH.

Walhalla

Alle wegen mir da?

09.02.2013

Den ganzen lieben langen Tag, so dachte ich, habe ich Zeit mir eine passende Einleitung für den heutigen Eintrag zu formulieren. Das haute nicht hin. Der Geist ist mit anderen Dingen beschäftigt. Nämlich: Warum kommt aus meiner Wasser Trinkflasche nichts raus? Wo bekomme ich die Wasserflaschen mit warmen Wasser am Samstag aufgefüllt? Wie kann ich verhindern das sich der Raum zwischen dem Mantel und Schutzblech mit Schnee vollsetzt? Warum habe ich mein ISO Sitzkissen vergessen? Warum sind nur die geteerten Radwege geräumt? In Anbetracht das nur so wenig ja fast keine Radler unterwegs sind ist es schon ein Luxus in Deutschland zu dieser Jahreszeit Radzufahren. Viel Energie musste ich auf die Strecke vor mir richten. Unter dem wenn auch nur 5 cm hohen Schnee waren die nicht sichtbaren Pfützen mit einer kleinen dünnen Eisschicht bedeckt. Darunter war Wasser. Die ersten Male macht es ja noch Spaß wenn die Eisschicht knistert. Irgendwann nervt das ausweichen und korrigieren nur noch. Nach Kehlheim, hier hatte ich die 55 KM voll beschloss ich nur noch auf den parallel verlaufenden Staßen zu fahren. Die paar Kilometer Bundesstraße habe ich einfach nicht wahrgenommen. Es hat ja auch keiner gehubt. Ein Radler hat auch auf der kleinsten Bundesstraße Platz. Kurz vor Regensburg war ich noch auf der Nördliche Seite der Donau unterwegs. Eine junge Wanderin sagte mit das die Überquerung der Donau an einer Eisenbahnbrücke gut möglich ist. Das stimmte schon. AAABER. Der Weg ging direkt an den Gleisen entlang, war vereist, maximal 1m Breit, durch die Steinplatten konnte ich nach unten sehen und das in ca 30 m Höhe!! Das ist nix für den Robert. Hilft nichts. Da musste ich drüber. Meine Klamotten riechen immer noch nach meinem Angstschweiß. Das Wetter war in Ordnung. Immer so um die 0c. Unangenehm war der Fahrtwind bei Regen und Schnee bei Abfahrten über 30 KMH. Nachdem ich so gefühlte 500 HM nach oben geschoben hatte freute ich mich auf die Abfahrt. Das ist immer mein Highlight an den Bergen. Nach der Hälfte der Abfahrt hatte ich einen Eingeborenen mit sagenhaften 42KMH vor mir. Ich musste bremsen!! Überholen war mir zu gefährlich. An dieser Stelle bei der locker 65KMH möglich gewesen wären habe ich geflucht wie ein Rohrspatz. Um 17h habe ich mein gebuchtes Hotel in Regensburg betreten. Ganz ehrlich – ich konnte kaum noch sprechen und schreiben. Die beiden Rezeptions Mitarbeiterinnen habe mich behutsam wieder aufgetaut. Danke dafür. Zahlen muss heute zuerst der Günter € 86.22.1 Euro für jeden Kilometer des ersten Tages. Heute habe ich 86.22 KM gestrampelt. Bei 520HM rauf und 556HM runter und das ganze in 6.00 H bei einer maximal Geschwindigkeit von leider nur 52.3 KMH. Macht einen Schnitt von für mich stolzen 14.3 KMH. Bis morgen.