05.04.2012

“Bruder Jakob, Bruder Jakob schläfst du noch …“ diese Melodie höre ich schon von Weitem. Eine Gruppe Jugendlicher, etwa 14 Jahre alt, macht mit ihrem Betreuer einen Ausflug am Fluß. Sie gehen Hand in Hand und singen dieses Lied. Jedoch auf französisch. Ich rolle leise von hinten an sie heran und lausche noch etwa 100m diesem Lied. Eine schöne Art und Weise den neuen Tag zu begrüßen. Der Ohrwurm geht mir den ganzen Tag nicht mehr aus dem Kopf. Na, wer von euch hat ihn jetzt noch bekommen. Ich verabschiede mich im Laufe des Vormittages von der Loire. Einige, wenige, Sonnenstrahlen bekomme ich noch mit. Ansonsten bleibt es am sich anschließenden “ Canal“ recht trübe und ereignislos. Bis gegen 16h fahre ich Km für Km den Kanal hinauf. Die vielen kleinen Schleusen lassen die Höhenmeter erahnen. Irgendwas läuft hier falsch!! Warum wird hier auf einmal in die andere Richtung geschleusst?? Das muss mir ein guter deutscher Ingenieuer in aller Ruhe bei einem Bier einmal erklären. Der gleiche Fluss, das gleiche Wasser?? Noch 26 Km bis Chalon Sur Saone. Ich will vor 20h ankommen. Ein Hotel ist auch noch nicht gefunden. Ich schaffe es in 45 Min. Das Gefälle, der Rückenwind und die Aussicht auf eine heiße Dusche haben geholfen. Die vielen Rinder zum Größteil alle in weiß, lasse ich links und rechts liegen. Vorgestern hatte ich einen Anruf aus Berlin. Ich wollte gerade den wunderschönen Wochenmarkt verlassen. Die Stimme am Telefon sagte “ Sie stehen im totalen Halteverbot!“ „Mit wem spreche ich bitte?“ „XY von der Spedition XYZ. Ihre Nummer liegt hier hinter der Windschutzscheibe.“ „Welches Auto meinen Sie?“ „Ein weißer Kastenwagen.“ „HM, HM, OK. Welches Kennzeichen?“ „B- xY …. Ok! Mit der Aufschrift “Tischlerei so und so““ „Sie können die Bullen rufen, wie Sie schon sagten, und ihn dann abschleppen lassen!“ sage ich und lege schmunzelnd auf… Bei den Bullen sind wir ja wieder bei den Rindern. Auch hier in Frankreich zeigt sich, dass neben der Qualität, die wir bei jedem Essen in barer Münze bezahlen, auch die Quantität gezüchtet. Alles was man an einem Tier nicht verwenden kann wird weggezüchtet. Die meisten Tiere habe keine Hörner mehr. Diese sind ja zu nichts zu gebrauchen und die Entsorgung kostet Geld. Auch, wird schon das Fell dünner gezüchtet. Was soll es, da friert das Tier eben einen Winter. Hauptsache die Rendite stimmt. Ich denke in 1-2 Hundert Jahren werden die Tiere in großen Becken in einer Nährlösung schwimmend herangezüchtet. Die großen, bis dahin stillgelegten, Atomkraftwerke bieten doch den idealen Platz für diese Art der Lebensmittelherstellung. An fünf dieser Anlagen bin ich bis jetzt vorbeigekommen. Die Tiere liegen wiederkäuernd auf den Weiden. Ich beneide Sie machmal um ihre langen Pausen. Ich muss weiter. An freidurchatmen ist nicht immer zu denken. „Streckemachen und das erste Etappenziel gesund erreichen“ ist in meinem Kopf. Zur Zeit bin ich meinem Ziel “BASEL“ schon sehr, sehr nahe gekommen. Bleibt es so? Komme ich noch weiter? Ein bisschen muss ich an meinen Hintern denken. Ich kann keine Prognose abgeben. Bei der Einfahrt nach Charlos Sur Saone sehe ich ein Formule 1 und ein MERCURE Hotel. Jetzt nur noch die viel befahrene Straße überqueren und die Nacht ist gerettet. Auf dem Weg dahin komme ich an einem Ibis vorbei! Es gibt noch Zimmer, ich bekomme einen guten Preis, die Nacht ist gerettet und das Steakhaus gleich nebenan. Guten Appetitt und bis morgen. Karfreitag vor den Osterfeiertagen. Mal schauen welche Wunder euch und mich erwarten werden? Übrigends Karfreitag gibt es in Fankreich nicht.

Glückliches Rind

Glückliches Rind

Schon am Canal

Schon am Canal

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Staistik: 109 Km in 5.54h, und 192 HM.

04.04.2012

Das heute einige Steigungen auf mich zukommen habe ich auf der Karte gesehen. Das mich diese Strecke Zeit kosten wird, war mir schon klar. Mein Tagesziel ist mit ca. 90 Km vorsichtig geplant. 2c Temperatur in der Früh, mehr als gestern. Der Himmel ist bewölkt. Die Sonne lässt sich nur erahnen. Raus aus dieser schrecklichen Unterkunft. Aufs Rad und los. Aus mehreren Gründen nehme ich heute die Straße. Zum Einen ist der Weg etwas kürzer, zum Anderen möchte ich heute die vom Regen des Vortags aufgeweichten, unbefestigten Schotterwege nicht fahren. Der Hauptgrund sind die Blasen an meinem Hintern. Heute gemütlich, wenig Erschütterungen für den Po. Nur bequem und gemütlich weiterkommen. Der Wind hat heute Pause. Bei max. 15c am Nachmittag kann ich den nicht auch noch gebrauchen. Die Füße und das Gesicht werden kalt. In den Pausen kein Plätzchen in der Sonne, um sich aufzuwärmen und die Kleidung zu trocken. Meine Mittagspause mache ich heute schon um 11.30h. Ein ALDI läd mich zum Einkaufen ein. Der Laden ist genau so wie bei uns Zuhause aufgebaut. Für 6.20€ kaufe ich mir Mittagessen. An einer nahen Anlage mit Bänken und Tischen mache ich in der Kälte Rast. Ich nehme meine Decke und mache auch noch 15 Min. ein Nickerchen. Heute komme ich an vielen Weiden mit Rindern vorbei. Beim Versuch ein Foto zu machen schrecke ich die wiederkäuende Kuh in ihrer Mittagsruhe hoch. Wenig später verbellt mich ein Hund, so groß wie ein Kalb. Gut, dass er hinter dem Zaun ist. Ich sehe Bullen, die von der Größe und dem Gewicht einem kleinen Elefanten ähneln. Bei diesen vielen Kühen möchte ich mit ihm tauschen. Ich erlebe, wie eine menschliche Ampel an einer Baustelle den Verkehr regelt: Also zwei Arbeiter sitzen auf der Leitplanke. Jeder hat ein Schild mit einer roten und einer grünen Seite in der einen Hand. In der anderen Hand ist die Zigarette. Kommt nun aus der einen Richtung ein Fahrzeug, oder ein Radler, rufen sie sich zu und drehen entsprechend die Schilder. Fantastisch oder? Es gibt noch so einige Sachen, die in Deutschland und Frankreich unterschiedlich sind. Es gibt zu 80% nur Stopschilder und den Kreisverkehr. So viele Stopschilder habe ich in meinem Leben nicht missachtet, wie bis jetzt auf der Tour. Ich komme an einer Menge Kläranlagen vorbei, in dieser ländlichen Gegend nichts besonderes – aber hier gibt es keine Hinweisschilder dafür. In Deutschland undenkbar. Frag mal einen Franzosen nach dem Weg. Alle wissen sofort die Richtung. Dazu sind sie sich alle ganz sicher. Ich frage jetzt nach 500m erneut einen Passanten und vergleiche die beiden Aussagen mit meiner Karte. Sischer is sischer…! Ich wollte heute meine Wäsche in einem Waschsalon waschen lassen. Die Preise haben mich dazu gebracht, doch im Zimmer in der Badewanne selbst zu waschen. Meinem Ziel einen Döner in Istanbul bin ich heute näher gekommen. Ich sitze hier in einem Imbiss und habe mir gerade einen bestellt. Nur so als Vorgeschmack… Heute: 93.5 Km in 5.25 Min. Maximale Geschwindigkeit 55.5 Kmh, 544 HM, mit max. 14% Steigung. Im Übrigen waren die Steigungen sehr lange und die Abfahren kurz. Mehrmals durfte ich von ca. 445 HM auf ca.484 HM hochschieben. Ich bin gar nicht mehr gegen den Berg angefahren. Morgen mehr über Rinder und Ziegen.

Hund oder Kalb?

Hund oder Kalb?

Die Schlüsselblume zum Glück

Die Schlüsselblume zum Glück

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03.04.2012

Die Tränen laufen mir über die Wange. Gerade mal 750 m gefahren. Die Kälte am Morgen ist nicht zu unterschätzen. 8.30 h und gerade mal 6c. Ich halte am Ende des Gefälles an und trockne mir die Augen. Weiter geht es in Richtung Nevers, einem Etappenziel, und mein Ort für die Mittagspause. Aus der Ferne kommt so eine Art kleiner Range Rover mit Anhänger auf mich zu. Bom, Bom, Bom knallt der Hänger auf der reparaturbedürftigen Straße. Plötzlich ein metallisches Kling! Der Hänger löst sich und überquert, von links, vor mir die Straße. An einem geparktem Auto kommt er mit einem lauten Knall zum stehen. Kurz darauf halte ich zittrig an. Das gibt’s doch nicht. Der PKW Fahrer kommt 100 m hinter mir zu stehen. Aus dem Haus kommt ein Pärchen gerannt. Die Frau macht ein unheimliches Geschrei nur wegen dem Auto. Alles andere ist Nebensache. Der PKW Fahrer ist durcheinander. Ist dem Radler was passiert? Da mich sowieso keiner versteht radle ich weiter. Schicksal, Glück oder wer hat den Hänger an mir vorbeigelenkt? Die Situation beschäftigt mich noch eine Weile. Einige Km weiter nehme ich mein Frühstück in einem kleinen Bistro, in mich gekehrt, ein. Bis nach Nevers gönne ich mit mehrere kleine Pausen. Nebensächlichlichkeiten lassen mich oft verweilen. Um 14.30 h will ich mich wieder auf den Rückweg zur Strecke machen und Nevers mit einem Umweg von ca. 20 Km verlassen. Mein für mich gesetztes Tagesziel verwerfe ich. Heile und gesund in einem Hotel ankommen ist mir wichtiger. Wieder zurück auf der Hauptstrecke werde ich auf einem unheimlich langweiligen Weg geschickt. Asphalt so weit das Auge reicht. Weg von der Loire. Immer wieder die langen, sanften Anstiege. Danach kurze und schnelle Abfahrten. Zu alle dem kommt um 17 h auch noch Nieselregen auf. Er wird stärker. Nachden ich wiedermal von der Strecke abkam auch noch stärker. Von einem Hotel keine Spur. Ich muß nach Dezise. Noch 26 Km. Die letzten Km geht’s gut bergab. Ich komme völlig durchnässt an. Die Reklame eines Hotels am Ortseingang lockt mich blinkend an. Der Blick auf die Preisliste mobilisiert die letzten Reserven. In der Innenstadt frage ich nach einem Hotel. „Fahren sie ins ‚Bel Air'“ sagt mir ein junger Mann, nur noch 3 km. Nach 140 Km und 8.01 h im Sattel ist mir alles egal. Die 508 Hm mit den max. 8 % Steigung lassen grüßen. Mein Hintern macht noch mit. Aber wie lange noch?

Der Anhänger auf Abwegen

Der Anhänger auf Abwegen

Brüder und Schwestern

Brüder und Schwestern

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02.04.2012

…. so ein Tag, so wunderschön wie heute, so ein Tag, der sollte nie vergehen….. Der heutige Tag war einfach super. Das Wetter war nicht wie angekündigt kalt, windig und mit 20 % Regenwahrscheinlichkeit. Nichts ist eingetroffen. Gut so. Der Wind hatte bis 16 h Pause. Der strahlend blaue Himmel zeigte sich von seiner besten Seite. So soll es bleiben. Mit meiner langen Hose war ich viel zu warm angezogen. Besser schwitzen als frieren. Heute habe ich mich nicht an den Steckenplan und die Pausen gehalten. Ich konnte kilometerweit einfach radeln. Teilweise ein Schnitt von 24 Km/h. Ein Traum. In Gien habe ich mir einen Salat, Baquette, Schinken und verbotenerweise eine kalte Cola gegönnt. Das ganze in Kombination mit einem stillen Platz an der Loire. Na, alle Neidisch? Dachs, Marder, Katze, Maulwurf, Vogel und Schlange waren die Tiere die ich auf der Straße oder am Straßenrand tot sehen konnte. Vor vielen Jahren hat Rüdiger Nehberg in einer großen deutschen Tageszeitung geschrieben, dass man sich von den toten Tieren am Straßenrand ernähren könne. Ich hab das heute mal im Kopf durchgespielt. No comment!! Bis auf die Schlange habe ich keine Bilder gemacht. Ich denke das ist verständlich. In den ersten Tagen habe ich die Loire als eine unruhige, zum Teil ausgewühlte Dame in ihrem Bett erlebt. Heute war sie ganz still, ruhig, leise und erregte nur Aufmerksamkeit wenn die Sonne im richtigen Winkel auf sie traf und sie zum Glitzern brachte. In den ersten Tagen imponierten noch die Industrieanlagen auf der Strecke. Danach folgten die riesigen und auf großen Flächen erbauten Gewächshäuser. Gestern und heute liegt der Schwerpunkt in der Landwirtschaft. Große Betriebe mit Gänsen, Puten und auch Rinderzucht säumen den Weg. Ich bin gespannt was mich noch erwartet. Bis kurz vor Sancerre sehe ich keine Weinberge mehr. Ich fahre einen Teil am Kanal entlang. Als Ausgleich für die Strapatzen vom Vortag. Gegen 18 h finde ich eine Auvergne zum Schafen und Essen. Hätte ich nicht auf einem Wochenmarkt eine Stunde mit gucken und mit dem Gemüßehändler herumalbern verbracht, wäre ich noch weiter gekommen. Ich mache mir keinen Stress auf dieser Reise. Heute 121 Km, 6.48h im Sattel, 246 Hm und nur max. 5 % Steigung. Einfach entspannt.

Blois auf der Sonnenseite

Blois auf der Sonnenseite

Eine Wasserburg

Eine Wasserburg

Alles wird verbrannt

Alles wird verbrannt

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01.04.2012

Heute ist Sonntag. Ich habe mir 1h mehr Schlaf gegönnt. Die letzten Nachtschwärmer waren um 6h lärmend auf der Straße zu hören. Ich hatte in der letzen Nacht noch Besuch von einer ganz besonderen Person. Doch von Anfang an. Ich lag schon in Bett und war eingeschlafen. Die Balkontüre schepperte und ich dachte, da sie nicht richtig zu war, hat der Wind sie aufgestoßen. Die Tür war zu. Ein Geräusch, ähnlich als ob jemand einen Stuhl über den Teppich schiebt und dazu ein ähnliches als ob jemand eine Flasche auf den Holztisch stellt, lassen mich aufhorchen. Ich ging auf zur Tür, um nachzusehen. Alles war in Ordnung. „Mach das Licht aus und setz dich zu mir“, sagte eine leise Stimme. Die Stimme zog mich in ihren Bann. Ich ging zum Lichtschalter und machte das Licht aus. „Bring noch die Plastikbecher aus dem Bad mit“ sagte die Stimme. „Du hast sie wohl nicht mehr alle“ sagte ich so vor mich hin. Doch die Stimme sprach abermals ruhig und sonorig zu mir. „Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Christ, Williams. Ich komme ursprünglich aus Schottland und bin eine Adeliger. Ein Geborener von Leua. Vor einigen hundert Jahren, als wir in Schottland genügend Geister hatten, wurde ich erwerbslos. Um ein gutes Auskommen zu haben, bin ich nach Österreich ausgewandert. Auf der Tauplitz Alm bekam ich eine neue Aufgabe… Schenk schon mal ein“, wurde mir aufgetragen. Einschenken kann ich ja – und machte die beiden Becher mit zitrigen Händen halb voll. „Ich weiß du magst das klare Zeug nicht so gerne“ sagte der Geist zu mir. Überrascht und sprachlos nickte ich hastig.
Mit einem „voooon Uuuunten“  kippten wir den Obstler hinunter. Meine Augen hatten sich an die Dunkelheit gewöhnt. Ich sah ihn mir genauer an. Weisses, Schulterlanges, glattes Haar schimmerte im Licht des wachsenden Vollmonds. Das blasse von der durch die Arbeit der letzten Jahrhunderte gealterte Gesicht, wurde von kräftigen weißen Augenbrauen eingerahmt. Die blassen Lippen werden durch einen weißen Ober- und Unterlippenbart eingerahmt. Er erzählte viel. Und zum Schluß durfte ich ihm drei Fragen stellen. Er wollte sie alle beantworten. Ich habe ihn von einer Freundin in Berlin erzählt. Sie trägt oftmals Kleider aus den 60ern und hat ein Problem mit ihrem Lächeln. Durch das hohe Amt, das sie innehat drängt ihr eine Frage sehr. „Kannst du ihr sagen, wann die Deutschen in Ost und West endlich vereint sind?“ „Ja, das ist in ca. 60 Jahren, weit nach ihrer Amtszeit.“ Ich schaue ihm auf die Füße. Sie sind verkümmert, ja fast sehen sie aus wie Pferdefüße. „Warum hast du so verkrüppelten Füße“ frage ich neugierig, ja fast mitleidig. „Das kommt durch die Skischuhe der letzten Jahrhunderte. Einmal passen sie nicht, ein Andernmal sind mir die Zehen erfroren.“ „Das kann heute nicht mehr passieren“ antworte ich. „Geh doch mal zu Sport Sperk!“ Mit seinem Skistock knallt er zornig auf den Boden und sagt „Ärgere mich nicht!“ Nun gut, die nächste Frage. „Sag doch meinem Freund in den USA, wann endlich auf der ganzen Welt Frieden ist!?“ „Oh das ist in 100 Jahren, weit nach seiner Amtszeit!“ Die letzte Frage von mir persönlich: „Sag doch mal ganz ehrlich, wann der FSK WISPO nicht mehr zu dir, zur Tauplitz Alm fährt.“ „Oh, Oh, Oh das kann ich dir sagen. Es ist weit nach meiner Zeit.“… Der morgen graut und die Flasche ist fast leer. Er verabschiedet sich mit den Worten „Auf Tauplitz habe ich zur Zeit eine Menge zu tun. Die brauchen mich dort!“ Ich gehe ins Bett und schlafe schnell ein. Am nächsten morgen, ich schlafe eine Stunde länger erinnern nur noch die Dellen im Boden an seine Anwesenheit….
Die Temperatur wird mit 15c angezeigt. Kein Wunder das Rad war ja an der Heizung angekettet. Draußen die Realität. 3c. Gut, dass ich die lange Hose angezogen habe. Durch das verschlafene Blois geht es in Richtung Baugency. Dort möchte ich um 13h sein. Es macht keinen Spaß. Der Wind hat sich heute verstärkt. Jetzt schnell die positive Einstellung finden. In der Ferne höre ich ein dumpfes WAU. Ein helles WAU WAU antwortet. Die Vorboten auf die folgenden Stunden. Heute ist Herrchen, Frauchen und Hundchen Tag. Überall laufen sie auf dem Deich herum. Wo sind die nur unter der Woche? Ich habe die Route an der Loire gewählt. Die alternative Strecke geht in die Berge. Das brauche ich nicht nocheinmal. Im Wald ruft der Kuckuck. Na welche Vogelfamilie hast du heute ausgelöscht? Du Parasit. Ein altes Sprichwort sagt “Wenn du den Kuckuck rufen hörst, muss du dein Portemonaie schütteln bis die Münzen klimpern“. Heute mit den Plastikkarten geht das nicht mehr. Ich hab es ausprobiert. Wieder ein altes Sprichwort gestorben. Ich Ruhe mich in Lestiou aus. In einem kleinen Park finde ich einen windstille Stelle. Ich kämpfe mich weiter durch bis Orleans. Eines meiner großen Etappenziele. Auf dem Marktplatz lasse ich mich mit Jean de Arg fotografieren. Ich suche ein Bistro, um in der Sonne zu verweilen, Kraft zu tanken und die kalten Zehen aufzuwärmen. Der Kaffee und die Cola tun gut. Ich genieße den Ausblick. Der Kellner spült meine Flaschen aus und füllt mit Sodawasser auf. Ein toller Service. Ich fahre weiter bis St. Denis de Hotel. Dort finde ich mit 1 h Wartezeit ein Zimmer zum Schlafen. Auf das Frühstück verzichte ich in Zukunft. Für die Leistung zu teuer. Der Tacho zeigt heute – 97.5 Km in 6.50 h mit 296 HM und einer maximalen Steigung von 11%. Hier im Ort gibt es kein Restaurant mehr. Auf einem Parkplatz einen Pizzawagen. Da gehe ich jetzt hin.

Der Wind - sichtbar gemacht

Der Wind – sichtbar gemacht

Der Pizzawagen

Der Pizzawagen

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