D – 16.11. -17.11.2013 Rennsteig – Radweg Neuhaus – Blankenstein



Rennsteig-Radweg Hörschel – Oberhof 16.11.2013

Seit heute bin ich mit sicher das die Kirche auch an der Gestaltung des Rennsteig-Radweg beteiligt war. Ich mutmaße mal das zwischen den Radwandernden aus Katholen und Evangolen unterschieden wird. Wie konnte der Martin Luther aus Worms kommend einen Teil des Rennsteig benutzen und dann noch in aller Ruhe und mit all seiner Kraft seine Thesen an die Tür hämmern? Wahrscheinlich hatte er in seinem Rucksack auch noch die Nägel und einen besonders schweren Hammer dabei! Laut bikeline Führer besteht die Strecke aus Schotter, Asphalt und Wanderwegen. Heute habe ich nur noch die Schotter, Schotter und nochmals die Schotterwege in Erinnerung. Die Bezeichnung Radwandern hat bei mir eine neues Türchen in meiner Gefühlswelt aufgemacht. Nach unten fahren und nach oben schieben. 1792 HM habe ich heute bewältigt. Enorm mit einer Stunden km/h von 11,3. So viel hatte ich in meiner Radlerzeit noch nie bewältigt. Dementsprechend war ich auch kaputt. Doch die 79 KM hatten auch angenehme Passagen. Schon um 9 h sah ich aus der Ferne, etwa in gleicher Höhe, im Nebel und den ersten warmen Sonnenstrahlen, die Wartburg. Für diesen Anblick durfte ich schon ganz schön schwitzen. Weiter ging es auf den nicht endenden Steigungen. Die Trinkpausen wurden nie langweilig. Das Panorama war umwerfend. Auf den gegenüber liegenden Bergen konnte ich die schon gefahrene Strecke in der Sonne sehen. Der Geruch der Fichten und Tannen mit dem Geruch des nassen, schon leicht faulenden Laubs ist Natur pur. Hier oben höre ich keine störenden Geräusche. Nur die wenigen Vögel und die stetigen Wassertropfen, die von den Bäumen fallen untermalen die Landschaft. Regen gab es heute keinen. Dieses Klangbild kann ich gar nicht beschreiben. Die heutige Strecke war ab Eisenach mit 87KM beschrieben. Gut das ich aus dem Cantus schon in Hörschel ausgestiegen bin. Glatte 10KM gespart. Am Ende des Tages sollte es sich zeigen das es gut war. Um 16.00h entscheide ich in welchem Ort ich schlafe. Brotterode war noch zu früh. In Ebertswiese gibt es eine Möglichkeit. Denkste. Geschlossen. Jetzt ging im Kopf das Karusell los. Noch gute 35 KM. Immer Bergauf. Schotter und es wurde dunkel und schnell feucht und dazu noch kalt. -2c zeigte mein Tacho um 18h. Alle noch verfügbaren Kräfte wurden mobilisiert. Der Vollmond leuchtete ein wenig durch den dunklen, jetzt teilweise unheimlichen Wald . Das ist nichts für Angsthasen. Der Weg war nicht mehr zu erkennen. Jede Pfütze und jedes Schlagloch wurden mitgenommen. In der Ferne, es ging mal leicht bergab, die ersten Lichter. Das war der Grenzadler. An den Wintersporteinrichtungen wurde am späten Abend noch gearbeitet. Aus einem Discozelt ertönten die Apreskipartyknaller im Soundcheck. Die 120 BPMs schafften es nicht mehr mich anzutreiben. Wie in Trance rollte ich nach Oberhof runter. An der Kasserne fragte ich nach einem Bett. Die diensthabenden Kollegen lachten und schickten mich auf dem richtigen Weg ins Dorf. Viele Hotels und Gasthäuser sind noch zu. Ich fand noch ein Zimmer im Hotel Gründle. Am besten war das Frühstück. Sonst kein Kommentar.



Die Wetterprognose war mehr als sonnig. Für heute war nur Nebel vorhergesagt. Im laufe des Tage bestätigte sich die Vorhersage. Nach nur 10 Min war ich auf dem Radweg angekommen. Die erste Strecke ging, wie schon erwartet, auf Schotter los. Gleich neben dem Radweg verlief die gut zu fahrende Straße. Es ging heute zum großen Teil bergab. Die Abschnitte waren zum großem Teil gut zu befahren. Nur wenige Meter verliefen auf Schotter. Um 15h war ich berauscht. Ja fast besoffen von der letzten Abfahrt. Die Tränen liefen mir über die Wangen. Die Backen waren kalt und steinhart. Meine letzte Abfaht an diesen Tag hatte es in sich. Hier war es kurz vor Blankenstein. Meinem heutigen Zwischenziel. Von Blankenstein nach Bad Steben waren es nur 8 Km. Die hatten es jedoch in sich. Berge, Berge und nochmals rauf. Die Abfahrten waren nicht mehr ausreichend um die Kraft die ich beim Bergaufschieben verloren habe wieder aufzufüllen. Am Bahnhof angekommen beschloss ich bis nach Bayreuth mit der Bahn zu fahren. Es klappte gut und um 19.30 h wurde ich in mein Elternhaus abgeholt. Heute wird die Wäsche in der Maschine gewaschen. Was war den sonst noch so auf der Strecke los? Tolles Panorama herrliche Fernsichten und bizarre Felswände waren heute, bedingt durch den dichten Nebel nicht auszumachen. Einmal bin ich an einem Hinweisschild vorbei gerast. Im rechten Augebwinkel konnte ich das R noch erkennen. Wäre ich den Berg weiter nach unten gerast, ich darf gar nicht daran denken wie sauer ich gewesen wäre. Alles Gut. Nur bei zwei Abzweigungen war ich mir minutenlang unsicher. Der Kompass die Karte und der noch gesunde Menschenverstand halfen mir auf den Weg. Etwa in Höhe von Schlegel kam mir ein Gespann mit Huskys rasant entgegen. So sechs oder sieben waren vor dem „Sommerwagen“ gespannt. So schnell möchte ich auch mal über die Schotterwege im Wald rasen. An einer Schutzhütte war der Truck mit dem Transportboxen der „Rennsteighuskys“ geparkt. Ein Tier war noch im Wagen. Es machte sich nicht mit Knurren, Bellen oder Kratzen bemerkbar. Nein der Hund heulte wie ein Wolf. Ich stelle mir vor das mir dieses Geräusch am Samstagabend hoch oben, auf dem schon dunklen Rennsteig, mit der in mir aufkommenden Kälte, eingeräumt vom Vollmond begegnet wäre. Der Rennsteig-Radweg ist geschafft, wenn auch unter extremen Bedingungen. Die letzten drei Tage alleine mit der Natur ohne die vielen Menschen haben mir sehr gut getan. Den Rennsteig-Radweg empfehle ich allen Radlern die es mit den damit verbunden Anstrengungen und den vielen Höhenmetern nicht so eng sehen. Ich habe und bin mit dem Rennsteig-Radweg fertig. Am Mittwoch geht es weiter. Den Mainradweg ab Bayreuth habe ich mir vorgenommen. Der Wetterbericht meint es gut mit mir. Keine Sonne dafür Schnee. Macht ja nichts hatte ich ja in diesem Jahr schon jede Menge.

Rennsteig – Radweg Oberhof – Neuhaus 17.11.2013

Schon nach eingen Kilometern war ich oben auf dem Kammweg angekommen. Heute mal zu uberwiegenden Teil auf wenig befahrenen Straßen. Also auf Asphalt. Herrlich. Heute ist es bewölkt. Die Sonne lässt sich nur spärlich blicken. Das Panorama ist nicht so ansprechend wie am gestrigen Tag. Mein Start erfolgte heute nach einem guten Frühstück um 10h. Erst am Bahnhof Rennsteig lasse ich mich in der Sonne nieder. Der nächste Berg hat es in sich. Bis nach Maserberg zieht es sich. Dazwischen immer wieder kleine Abfahrten zu Teil im Wald auf matschigen, mit Feuchten Laub bedeckten Wegen. Immer die Bremse angezogen. Aber auch rasante Abfahrten auf der Straße. Ich genieße sie, trotz des eisigen Fahrtwindes, sehr. Jetzt geht es auf Schotterwege weiter bis zur Werraquelle in Fehrenbach. Fast bin ich vorbeigefahren. Hier war ich vor 7 Jahren schon einmal mit neinen Sohn gestartet. Gemütlich von der Quelle bis zu Mündung. Es war eine schöne Tour für Vater und Sohn. Ich empfehle allen Lesern mit Kindern Radtouren zu Unternehmen. Die Erinnerungen halten lange vor. Es müssen ja keine großen Touren sein. Kleine über ein Langes Wochenende reichen schon. Nicht die Strecke sondern einfach das Radfahrer zählt. Links vom Rennsteig erblicke ich das Aufgestaute Wasser der Pumpenspeicher Werkes Goldistal. Das Wasser glänzt in der Nachmittagssonne. Bis Friedrichshoehe noch mal Bergauf. Laut Karte geht es jetzt auf der Schotterstrecke leicht bergauf. Es läuft gut. Dennoch wird es schon wieder dunkel. Nur noch 5 KM bis Neuhaus. Meine erste Herberge ist zu teuer. Die Mitarbeiterin bemüht sich bei der Direktion um einen guten Preis. Immer noch zu hoch. Ihre Empfehlung nehme ich an und fahre ins Rennsteig Hotel Herrenberger Hof. Sofort wird mir ein für so spät im Jahr Radelnde ein Top Preis genannt. Ich schlage zu. Danke an die Inhaberin. Morgen geht es in Richtung Blankenstein an der Saale. Bis hier habe ich einen Karte. Danach geht es frei Schutze in Richtung Oberfranken. Bad Steben ist mein ersten Ziel in Bayern.

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