18.10.2019 Altmühlradweg – Dietfurt an der Altmühl nach Mariaort

Die Sonne war ab heute morgen unser Begleiter. Nix mit Woken und leichtem Gegenwind. Die dicke Jacke blieb in der Tasche. Das Frühstück beim Bräu Toni lies keine Wünsche offen. Sogar ein Rührei wurde vom Chef  persönlich lecker und wohlschmeckend zubereitet. Es ging heute die meiste Zeit am Fluss oder Kanal entlang. Die Radwege waren von Laub bedeckt.

Das trockene Laub knisterte unter den Reifen. Aber wir waren auch sehr achtsam. Die schattigen Stellen, gerade in den Waldpassagen, hatten es in sich. Teilweise war es dort richtig glitschig und schmierig. Ab diesen Stellen ist es nicht ratsam zu bremsen. Die tiefstehende Morgensonne spiegelte sich auf dem Wasser.

Die Oberfläche glitzerte im Licht. Dazu der Duft des Herbstes. Bestehend aus der frisch gepflügten Erde der Äcker, der Geruch des letzten Grasschnittes und der Duft der Obstbäume am Weg schafften eine angenehme Atmosphäre. Der Weg war heute auch mit vielen Infos und Audiosäulen des APA das heißt Archäologie Park Altmühltal gespickt. Diese Säulen gaben in Deutsch und Englisch Auskunft über die Grabungsstätten und Monumente am Weg. Das ganze wurde neben den trockenen Fakten mit unterhaltsamen Sagengeschichten vorgetragen.

So konnte ich mir die ein oder andere der schaurigen Geschichten für mein Enkelkind merken. In Kehlheim ging um 13:30 Uhr ein Schiff zum Kloster Weltenburg und der Passage des Donaudurchbruchs.

Das wollten wir auch machen. Während dieser gut 100 Minuten luden wir die Akkus der Räder an einer Ladestaion direkt am Parkplatz des Anlegers.

Zum verschliessen der Boxen sollten das Radschloss genommen werden. Das habe ich auch gemacht. Leider habe ich nach der kurzweiligen Passage, die wir zusammen mit Thomas und seinem Sohn Henning, auf dem Sonnendeck verbracht haben, auf dem Dach der Radgarage liegen gelassen.

Das ist mir aber erst nach guten 10 km bei der Leberkäse Pause aufgefallen. Also nochmal für mich zurück. Die dick belegte Leberkäse Semmel schrie gerade so nach einer zusätzlichen körperlichen Ertüchtigung. In Kehlheim angekommen war das Schloss noch da.

Es begann auch noch leicht zu regnen. Also schnell wieder in Richtung Bad Abach. Martina ist derweil schon langsam weitergeradelt. Wir trafen uns bei der Fähre in Matting um auf die Nordseite der Donau zu wechseln. Martina hatte den Fährmann bis zu meiner Ankunft bestens unterhalten. Ich schaffte es gerade noch bis kurz vor 18 Uhr dort zu sein. Wir beide waren die letzten Passagiere.

Es dämmerte schon. Mein geplantes Tagesziel war nicht mehr zu schaffen. Der Tipp vom Fährmann in Mariaort beim Gasthof Krieger nachweinen Zimmer zu fragen war gold richtig. Es war schon stockdunkel als wir dort ankamen. Ein Zimmer, einen Platz für die Räder und eine gute Gaststube gab es auch. Für morgen buchen wir wieder ein Zimmer im voraus. Ich habe keine Lust mehr auf „Volles Risiko und das wird schon klappen“. 

17.10.2019 Altmühlradweg – Dollnstein nach Dietfurt an der Altmühl

Brrrr heute Morgen um 10 Uhr waren es nur 8 Grad als wir auf das Rad stiegen. Die dicke Jacke, das Bufftuch am Kopf und die Handschuhe waren obligatorisch. Der Himmel war noch bewölkt und es gab keinen Wind. Auch nicht den von vorne! Schnell waren wir in Eichstätt angekommen. Hier schoben wir gemütlich durch das Städtchen.

Hinaus ging es am Fluss entlang. Schon bald mussten wir diesen über eine schmale Brücke überqueren. Der Anstieg war so steil das selbst ich fast absteigen musste. Hier sahen wir zum ersten Mal ein Paar,  welches die gleiche Richtung fährt. Später sahen wir die beiden noch bei einer Rast auf freiem Feld und am Ende in Beilngries beim Hotel Fuchsbau. Ein Vater war mit seinem 13 Jährigen Sohn auch in unserer Richtung unterwegs. Die beiden kamen aus Gelsenkirchen, was durch die Jacke des Sohnes nicht zu übersehen war. Sie wollen noch bis Passau und am Montag mit dem Zug direkt zurück. Für heute ist ihr Ziel Beilngries. Dort haben wir die beiden beim Eis essen in der Sonne wiedergesehen. Wir werden uns bestimmt morgen auf der Strecke nocheinmal sehen. Die beiden machen mit dem Bio-bike und viel Gepäck auch so um die 70 km am Tag. Hut ab. Wir radelten heut an den Wacholder Hügeln vorbei. Diese zogen sich kilometerlang zu unserer rechten Seite hin. Imposant waren die berühmten Felsen die zum großen Teil auch Namen bekommen haben. Ich erwähne hier nur die 12 Apostel.

Die Altmühl zeigte am Anfang wieder mal keine Regung unter dem blauen Himmel. Es war nicht zu sehen, ob sie nach links oder rechts floss. Später am Nachmittag wurde sie zunehmend breiter und zeigte auch die Regungen eines Flusses.

Der ein oder andere Kanute setzte sein Gefährt am Ufer ein. Ich denke auch entgegen der Strömung ist es nicht schwer gegenan  zu paddeln. In Beilngries fanden wir bei der Tourist Info im Haus des Gastes eine E-Bike Ladestation. Hier verweilten wir bei Kaffee und Kuchen, bis die nötige Energie bei uns und in den Akkus der Räder wieder für den noch verbleibenden Rest der Strecke aufgeladen waren.

In Dietfurt beim „Bräu Toni“ sind wir heute untergekommen. Hier lassen wir uns das Abendessen schmecken und planen die Stecke für Morgen. Wir wechseln auf den Fünf Flüsse Radweg in Richtung Norden über Amberg nach Nürnberg. 

16.10.2019 Altmühlradweg – Gern nach Dollnstein

Den Angerwirt haben wir nach einer ruhigen Nacht und einem reichhaltigen Frühstück, sehr gut gestärkt, im Sonnenschein gut gelaunt verlassen. Direkt am Fluss ging es zu erst in Richtung Gunzenhausen. Die Altmühl hat hier schon eine beachtliche Breite erreicht.

Direkt am Fluss, auf dem gut ausgebauten und breiten Radweg, ging es mit starkem Seitenwind, der eigentlich von hinten angekündigt war, in der wärmenden Sonne schnell voran. Der Altmühlsee bot uns ein bezauberndes Bild.

Die Schwäne trieben majestätisch auf dem funkelnden Wasser. Die Wellen hoben sie melodisch auf und ab. Die Spitzen der Wellen glänzten wie Diamanten in der Sonne. An Gunzenhausen sind wir vorbeigeradelt. Der Radweg führte hier nicht durch die Stadt. Schade eigentlich. Jetzt begann eine eher unspektakuläre Strecke. Immer geradeaus und zum großen Teil an den Bahngleisen entlang. Der Bahndamm rechts von uns hielt zwar den Wind ein wenig ab, spendete aber auch kühlen Schatten. Wir fanden eine Rastmöglichkeit mit Tisch und Bank vom Wind geschützt in der Sonne. Leider wurde dieser schöne Platz zu hauf von den vorbeifahrenden Güter- und Personenzügen permanent gestört. Im Graben besichtigten wir den Karlsgraben. Er ist ein Kulturdenkmal europäischen Ranges. Hier hat Karl der Große, von seinen Spezialisten wohl nicht gut beraten, versucht die Wasserscheide zu überwinden und die Ströme Rhein und Donau zu verbinden. War wohl nix. Auch heute noch, gute 1200 Jahre später, versuchen ja die sogenannten Spezialisten das unmögliche Möglich zu machen. Ich spare mir an dieser Stelle auf aktuelle Beispiele hinzuweisen.

Ab Dietfurt in Mittelfranken wurde die Stecke wieder schöner und abwechslungsreicher. In Pappenheim besuchten wir die Weidenkirche in der strahlenden Herbstsonne.

Was das ist sollt ihr mal alle selbst googeln!  Jetzt ging es weiter nach Sollnhofen zur nächsten Pause in einem Café mit leckerem Kuchen und wärmenden Tee der Strecke. Unser Ziel ist heute Dollnstein. Wir haben kein Zimmer im voraus gebucht. Mal schauen wo wir heute Nacht unterkommen. Sollte es dort nicht klappen haben wir noch 18 Km bis Eichstätt vor uns. 

15.10.2019 Altmühlradweg – Rothenburg ob der Tauber nach Gern

Gestern schon sind wir von Lohfelden nach Rothenburg ob der Tauber bequem mit dem Zug und den Rädern angereist. Das umsteigen in Frankfurt, Würzburg und in Steinau war immer angenehm. Mal abgesehen davon das es in Steinau noch keinen Aufzug gibt. Die Umsteigezeit war dennoch ausreichend, wenn auch der kleine Zug mit vier Rädern schon an der Kapazitätsgrenze angelangt war. Doch für ca. 60€ für die beiden Tickets mit den Rädern wollen wir mal nicht meckern. 

Im Rothenburg hatten wir es nicht weit zur Herberge „Zum Ritter“. Aus dieser Zeit war auch das Haus und die Einrichtung. Ob wohl wir außerhalb der Stadtmauer waren fühlten wir uns ins Mittelalter oder in die Nähe dieser Epoche zurückversetzt.

Am Abend besuchten wir auch noch die Altstadt und machten einen kleinen Rundgang auf der gut erhaltenen und vorbildlich restaurierten Stadtmauer. Beim verlassen der Mauer habe ich mir doch glatt kräftig den Kopf gestoßen. Schnell war das Taschentuch rot. Oberschwester Martina sorgte sich sofort um mich und es war dann auch gar nicht mehr so schlimm.  Tränen sind aber bei mir keine geflossen. Am nächsten Morgen ging es nach einem stärkenden Frühstück los. Schon nach 500 Metern waren wir auf dem Radweg und nach einem weiteren Kilometer war die Stadt schon hinter uns. Bis Km 5 ging es stetig bergauf. Oben angekommen hatten wir die ersten 130 HM hinter uns. Die kleinen Dörfer mit dem Wort „Berg“ im Namen wollen nicht unterschätzt werden. Wir hatten ganz gut zu strampeln. Martina sagte noch in den Alpen waren die Steigungen nicht so dolle.  Es ging durch die Felder und Wälder auf befestigten und mit feinem Kies angelegten Wegen. Die wärmende Morgensonne zog die Feuchtigkeit aus den gepflügten Äckern und geernteten Feldern. Leichte Schwaden stiegen dort mystisch nach oben. Die Herbstfrüchte in Form der Kastanien, Eicheln oder auch die Äpfel und Birnen lagen auf der Straße. Der gärende Geruch stieg uns in die Nase. Die Kastanien und Eicheln knackten beim überfahren unter unseren Reifen. Das nasse Laub ermahnte auch zur Vorsicht.  Schnell ist der Reifen auf diesen Belag weggerutscht. 

Die Durch- und Abfahrten in den Wäldern waren frisch  doch die Sonne wartete danach schon auf uns. Das trockne Laub raschelte unter den Rädern. Auf einigen Felden war die wintergerste schon aufgegangen, andere Felder wurden gedüngt und gepflügt. Für die Bauern war nach dem Sommer noch nicht Schluss mit ihrer wertschöpfenden Arbeit.

Erst im Winter können sie sich etwas Ruhe gönnen. Majestätische Trecker mit ihren Anhängern kommen uns auf den Feldwegen entgegen. Gerne fahren wir rechts ran und lassen die von jungen Menschen akkurat gefahrenen Maschinen passieren.

Nach etwa 15 KM sind wir am Quellgebiet der Altmühl angekommen. Der Hornauer Weiher gilt schon seit 1904 als Quellgebiet und der Ursprung des Flusses.

Unsere erste Pause machen wir in der Sonne an einem Badesee unterhalb der Burg Colmberg. Dabei genossen wir den so sehr beworbenen und so lecker schmeckenden „Schneeball“ die süße im Fett gebackene Teigspezialität aus Rothenburg. Also mir hat diese teure Leckerei nicht geschmeckt. Die Berge oder soll ich Anhöhen schreiben hatten wir jetzt hinter uns. Wir radelten auf und durch die Frankenhöhe. Verfallene Steinkreuze am Weg sind Zeichen der im 14 und 15 Jahrhundert ermordeten Menschen. Das eine erinnert an einen Kaufmann der wegen 14 Gulden auf der Reise ermordet wurde. Sein Peiniger und Mörder sollte gerädert werden. Auf Grund der vielen Fürsprecher und Fürbitten wurde er mit dem Schwert hingerichtet. Das andere zeigt vonnöten Jungen Mädchen die von einem anderen jungen Mädchen mit der Spindel erstochen wurde. Nur weil sie den gleichen Mann begehrte. Fast so wie heutzutage. Nur eben schon ganz lange her und per Mund zu Mund überliefert. Von der trägen und schmalen Altmühl haben wir heute nicht sehr viel gesehen. Vielmehr haben uns die Kirchtürme und Türme der Stadtmauern an den Dörfern auf der Strecke  beeindruckt. In Herrieden mussten wir unsere Akkus laden. Der stetige Gegenwind von über 14 KMH hat doch mehr Energie als geplant verbraucht. In der öffentlichen Toilettenanlage im alten Amtsgericht fanden wir eine Steckdose zum laden.

Die Pause nutzen wir um uns auf dem Marktplatz in der Sonne auszuruhen und uns mit Pfefferbeißern zu stärken. Kurz nach Ornbau hatten wir im Angerwirt in Gern unser Zimmer gebucht. Da wir zeitig dort waren konnten wir gegenüber am See des Naturschutzgebietes noch unser Terrassenbier in der Sonne genießen.

Morgen geht es weiter am idyllischen Altmühlsee am Nordufer entlang. Mal schauen wo wir unterkommen werden. 

29.08.2019 Mestre nach Venedig

Nur noch 12 KM hatten wir heute vor uns. Vom Hotel zum Bahnhof und dann über die Brücke auf die Insel. Bis zum Bahnhof war es gar nicht so schwer. Dann begann die Suche nach einer Möglichkeit auf den Radweg zu kommen. Zuerst haben wir die vierspurige Zubringerstraße benutzt und nach so 3 KM den Radweg gefunden. Der war jedoch noch durch die 90 cm hohe Leitplanke getrennt.

Also weiter Richtung Osten. 1 KM weiter dann der breite und abgetrennte Radweg zur Lagunenstadt. Geeeschaaafffft rief Martina laut aus vollem Hals, als wir auf der Brücke schnell dahin rollten. Sie war so glücklich dem Ziel jetzt so ganz nah zu sein. Noch lag die Stadt im Mittagsdunst. Je näher wir kamen um so deutlicher und klarer wurde die Sicht. Die Schatten nahmen konkrete Formen an. Die Kirchen und Türme waren jetzt deutlich zu erkennen.

Nach guten 100 Metern auf der Insel holte uns die erste Polizistin vom Rad und wies uns den richtigen Weg. Jetzt haben wir wie sich kurze Zeit später herausstellte nur noch drei Herausforderungen zu meistern. Die erste Brücke hoch und runter zum Bahnhof, dann vorbei an dem harten und unnachgiebigem Polizeipärchen die mit Argusaugen alles im Blick haben und wie bringen wir die Räder die 300 Meter vom Bahnhof zum Hotel? 

Aber von vorne. Die erste Brücke schob ich mein vollgepacktes Rad rauf und runter zwischen den vielen Menschen. Unten die beiden Polizisten die mir nicht erlauben wollten das Rad *kurz* abzustellen um Martinas Rad zu holen. Andere dort wartenden Radler fragte ich dann, ob sie mal ein Auge drauf werfen. Das haben die beiden dann auch gemacht.  Mit beiden Rädern am Bahnhof war jetzt erstmal Endstation oder mit vollem Risiko und für 100€ Strafe pro Person inklusive einem ordentlichen Anschiss weiter zum Hotel. Martina schlug vor zum Hotel zu gehen und die Lage zu klären. Nach einer Stunde kam sie mit der Idee des Tages zurück. Sie hatte sich einen Porter gekrallt und der kam mit seinem Kofferrolli. Darauf wurden die Räder und das Gepäck gelegt und für 10€ bequem zum Hotel gebracht. Die 10€ sollten eigentlich 15€ sein. Ihr kennt ja Martina. Welch eine super Idee.

Wie wir am Samstag in der Früh zum Zug kommen haben wir noch nicht entschieden. Nach einer kleinen Pause ging es in die volle und vor Hitze klimernde Stadt. Um 17 Uhr war die Free walking Tour gebucht. Was man so alles in Venedig der Stadt der Liebe erleben kann, verrate ich an dieser Stelle nicht mehr. Ihr könnt es euch ja mal selbst, auch mit der Anreise auf dem Rad anschauen. 

Ihr schafft das schon …… 

Ach ja. Mein Eis in Venedig habe ich mir auch gegönnt. Es war die kleinste Kugel, das schlechteste und auch noch das teuerste was ich in Italien gegessen habe. 😡