D – 03.07.2021 Ostseeküstenradweg von Wismar nach Börgerende 75 KM CP


Das Wetter ist doch immer gut für ein paar Zeilen. Bisher hatten wir, bis auf den Tag mit dem Gewitter, einen sonnigen wenn auch manchmal teilweise bewölkten Himmel. Die obligatorische Sonnenbräune habe ich schon auf meiner sichtbaren Haut. Die Temperaturen schwankten von 15 – 23 Grad am Tag. In der Nacht war es nie kühler als 12 Grad. In unserer mobilen Herberge fühlen wir uns wohl und ein jeder hat jetzt sein System gefunden sich schnell und bequem einzurichten. Unser Stühle verschaffen uns jeden Abend und am Morgen ein Maximum an Luxus. 

 Die Radwege unterscheiden sich kaum mehr in Bezug auf Ost und West. Es gibt überall die losen Schotterwege als auch die gut befestigten Wege. Leider auch sind überall die schon alten Radwege mit den durch die Wurzeln angehobenen Asphaltdecken überraschend zu finden. Diese Bodenwellen bringen den schnellen Radler auf einem ungefederten Rad schnell ins straucheln. Ich erinnere mich ungern und mit Schmerzen an eine Strecke entlang der Elbe. Dort ließen mich eben die Bodenwelle vom Weg abkommen und mit voller Geschwindigkeit im Graben landen. Eine aufgerissene und blutende Wade waren damals die einzige Verletzung. Angenehm sind die Passagen in den Wäldern. Einerseits spenden sie Schatten und kühlen ab, andererseits erfrischen sie die Sinne mit ihrem Geruch nach Moder, der salzigen Meeresluft oder auch mal nach dem Geruch der nahen Bauernhöfe. Die Wege sind fast immer leicht zu fahren und  da man(n) immer auf der Hut nach hervorstehenden Wurzeln ist auch nicht sonderlich gefährlich. Heute am Samstag hat in den Orten direkt an der Ostsee das Touristenaufkommen erheblich zugenommen. Das ist auch den begonnenen Sommerferien in NRW zu verdanken. So manch eine Familie tauscht jetzt gerne mal Pommes Rot-Weiß gegen ein Fischbrötchen. Unser Abstecher nach der Insel Poel hat uns für eine sehr kurze Zeit in die 80er Jahre zurück gebracht. In unserer Pausenstation am Hafen in Kirchdorf gab es ein Paar Wiener mit Brot noch für € 2,20 und die Tasse Kaffee für € 1.20, hier wurde im Kiosk drinnen auch noch und nicht nur von den Bettreibern geraucht.

Jetzt sitzen wir nachdem wir uns in der griechischen, wie kann es auch anders sein, Gaststätte verpflegt haben, direkt an der Ostsee und warten bis die Sonne weit im Westen im Meer versinkt. Hinten am Horizont kommt ein Schiff langsam näher. Die Melodie von Lale Anderson, ein Schiff wird kommen,  ist mir im Ohr präsent. Bin mal gespannt wann ihr den Ohrwurm wieder aus dem Kopf bekommt.

Wir sitzen an einer wichtigen Grenze. Es ist die Grenze zwischen den Anhängern der freien Körper Kultur und den anderen Banausen. Erstere stürzen ihre harten und gestählten Körper in die abendlichen Wellen. Die anderen machen rechts nehmen uns das gleiche. Nur eben angezogen und nicht so dramatisch. Mag jeder für sich selbst diese Momente definieren und genießen. Die Wellen spülen unaufhörlich ihre gurgelnde Melodie an den leicht ansteigenden und mit Algen, Muscheln, kleinen Steine und sonstigen Dingen dekorierten Strand. Bis zur Wassergrenze trennen mich nur ca. 3 Meter. Ich genieße es dem Meer an dieser Stelle, und in dieser romantischen Umgebung mit meiner Liebsten, erhaben zu sein.

Die Sonne ist fast weg. Das Schiff hat abgedreht die Wellen schlagen unaufhörlich weiter an den Strand……. Gute Nacht und denkt an die Zuwendung für den Mukoviszidose Selbsthilfeverein eV. in Kassel. 

D – 02.07.2021 Ostseeküstenradweg von Pelzerhaken nach Wismar 93 KM Hotel


Ihr mit eurem Camping, das ist doch langweilig, unbequem und spartanisch. Na, wer von euch findet sich in diesen Worten mit seiner Meinung wieder? Fast 14 Tage im kleinen Zelt mit Martina hatte ich noch nie. Eine neue Challenge für unsere mittlerweile 32 Jahre gemeinsamer Ehe. Wir beide haben uns auf dieses besondere Abenteuer gut vorbereitet. Ein wenig Luxus sollte es schon sein. Deshalb musste auch für jeden ein Stuhl dabei sein. Nicht so sperrig, entsprechend leicht, gut zu reinigen und stabil sollte er sein. Bei der Firma Helinox haben wir ein Model gefunden und es gleich in der Kletterkogel in Kassel ausprobiert, für passend gefunden und gekauft. Die 260€ für zwei Stühle waren, jetzt nach fast einer Woche Campen gut angelegt und die Investition hat sich schon rentiert. Ich sage nur „unbezahlbare (Momente, Ausblicke, Gefühle)

Nachdem heute morgen um 7.30 Uhr die bestellten Croissants an die Herberge geliefert wurden holten wir uns noch einen frisch zubereiteten Milchkaffee von Gunters Coffee-bike. Erst seit ein paar Tagen eine Institution auf dem Platz. Der Mann ist einfach spitze. Ehrlicher Small Talk, Hintergrundinformation über das bike und eigene Erfahrungen zum Thema Radreisen rundeten die kurzweiligen Momente ab. Es fiel uns schwer den wunderschönen Platz zu verlassen.

Auch Nele durften wir beim check out nochmal wiedersehen. Diese junge Frau hat scheinbar den Laden unter Kontrolle. Und das ist nicht böse gemeint. Solch eine Präsenz verbunden mit einer großen intrinsische Motivation und die selbstverständliche Hands on Mentalität ist bei jungen Menschen mit einem abgeschlossenen Studium sehr, sehr selten zu finden. 

Diese Coffee bikes gibt es im übrigen überall in Deutschland zu finden. Wir werden morgen schon und auch in Stralsund die nächsten ansteuern. Die Coffee-Bike App macht das finden leicht. Danke nochmals für den Tipp. Heute hatten wir mit über 400 HM die meisten Steigungen zu bewältigen. Das ist ja ansich für e-Biker nichts außergewöhnliches. Es sei denn die Akkus wurden am Vorabend nicht vollständig geladen.  Nach 50 km war Schluss. Wir fanden auf den letzten Metern noch eine Radlerunterkunft mit Biergarten und einer Ladestation. Es versteht sich von selbst, dass wir auch die Lokalen Speisen und Getränke ausprobierten.

Die Tour ging heute zum Teil durch kühle Wälder mit unbefestigten Wegen als auch an der Küste entlang. Hier wechselnden sich unbefestigte Schotter Abschnitte mit verdichteten Schotter ab. Die meiste Zeit jedoch fuhren wir bequem und durch den Westwind angeschoben auf Asphalt. Die Ostsee war heute wild mit hohen Wellen und an der Küste grau gefärbt. Die Segler kamen in einem hohen Tempo voran. Kurz vor Wismar hatten wir noch eine kleine Panne die an einem Körper geringe Spuren hinterlassen hat. In Wismar haben wir heute ein Hotel gefunden. Das Zimmer ist klein,  sauber und komfortabel eingerichtet. Wer mich kennt, weiß das ich das gut beurteilen kann.  Morgen geht es in der Sonne weiter nach Poel um dort im Hafen eine kleine Rast einzulegen,danach im Sausetritt bis kurz vor Rostock auf einen CP. Das Pizzataxi hat uns heute gut mit Kohlenhydraten und Vitaminen versorgt. Die obligatorischen italienischen Getränke kamen gut gekühlt auch gleich mit.  


D – 01.07.2021 Ostseeküstenradweg von Wenkendorf nach Pelzerhaken 77 KM CP


Genau in dieser Richtung, steht der in der hässlich in die Landschaft gebaute Wohn- und Hotelbunker. Von meiner Perspektive oder meinen derzeitigen Standort in meinem bequemen Klappstuhl kann ich genau darauf sehen. Für mich ragt das Gebäude einem Stinkefinger gleichem Symbol in den Himmel.


Ich sitze hier so vor meinem Zelt und lasse die vergangenen Stunden passieren. Habe in der letzten Nacht kurz bevor ich eingeschlafen bin ein Feuerwerk aus Richtung der Nordsee, genauer auf Juist gehört? Hat da nicht etwa ein unruhiger Rentner vorzeitig auf das in 6 Monaten stattfindenden Silvesterfeuerwerk beharrt und es in Vorfreude gezündet? Ich weiß es nicht. 

Heute Morgen haben wir beschlossen die Insel Fehmarn nicht komplett zu umradeln. Auf dem direkten Weg machten wir uns gen Süden auf um über die Fehmarnsundbrücke wieder das Festland zu erreichen. Doch bevor wir uns nach dieser doch trotz des starken Windes um uns herum ruhigen Nacht aufmachten, um einen guten Platz für unser Frühstück zu finden, musste ich erstmal das Außenzelt vom Regen der Nacht trocknen. Der angekündigte Regen kam erst um vier Uhr und war um kurz nach sechs Uhr vorbei. Die Sonne sahen wir heute bis 16 Uhr gar nicht. Dem zu folge musste die Hülle nass in einem blauen Müllsack verstaut werden. Unterwegs hatte ich keine Sonne und auch keine Gelegenheit das Zelt zu trocknen. Wir hatten heute Wind aus Norden mit einer Geschwindigkeit bis 22 km/h. Das bedeutet Schiebewind. Entsprechend kamen wir ohne viel Kraft aufzuwenden auf den Ebikes voran. Nach gerade mal einer guten Stunde hatten wir die Brücke passiert. Weiter ging es zum Teil auf  kleinen unbefestigten Wegen aber auch auf gut ausgebauten Radwegen an der Ostsee entlang. Die Wellen hatten heute eine Schaumkrone, was auf eine Windstärke von vier schließen lässt. Der Weg war wie schon die Tage davor gut ausgeschildert. Wir entschieden uns nicht direkt an den viel besuchten Promenaden entlang zu radeln sondern etwas abseits auf den parallelen Straßen. Ein geplanter CP war in Pelzerhaken. Den fuhren wir auch ganz gezielt an. Dort angekommen kam die Überraschung. Wir vermieten nur für mindestens fünf Nächte und nach dem Regen ist die Zeltwiese, die im übrigen in einer Kuhle liegt, nicht vermietbar. Da geht sonst so viel kaputt! Danke für die Ansage der sonst sicherlich auch bestimmenden Dame. Keine 300 Meter weiter fanden wir einen traumhaften Platz direkt in erster Reihe hoch oben mit unverbautem Blick zur Ostsee. Hier könnte ich ab heute für den Rest meines Lebens täglich Urlaub machen.

Der Empfang war grandios freundlich und zuvorkommend. Wir bekamen den gewünschten Platz fürs Zelt für uns zwei Personen mit Blick aufs Meer, saubere Sanitäranlagen, einen Gutschein für zwei Cocktails, für uns Durchreisende kein Kurbeitrag berechnet und für den nächsten Morgen noch zwei Kaffeegutscheine. Das Ganze wurde durch einen, jedoch  kostenpflichtigen Brötchenservice abgerundet. Zum Abendessen haben wir uns mit Bekannten aus unserem Wohnort getroffen. Das empfohlene Restaurant bot eine erstklassige Küche und ein schmackhaft, gut gekühltes Bier

D -30.06.2021 Ostseeküstenradweg von Hohwacht nach Wenkendorf 83 KM CP

Der rote Mohn und die kornblumenblauen Felder setzten der heutigen Tour

am Anfang die bunten Akzente.

Es ging Anfangs entlang an der Ostsee die sich links von uns breit machte. Wir fuhren lange an ihr entlang. Vorbei an Heiligendamm, mit seinen für einen Mittwoch, noch außerhalb der geballten Schulferien in Deutschland. Die vielen Touristen behinderten uns 😉 an den für uns sowieso gesperrten Passagen an der Promenade entlang. Am Vormittag lag die See noch ruhig in ihrem unter blauem Himmel gemachten Bett. Später so gegen 16.00 Uhr kam Wind auf und der glatte Spiegel verwandelte das Wasser in eine mit kleinen Schaumkronen dekorierte Wasserfläche. Aus der ruhigen Ostsee wurde eine bedenklich rauhe See. Wir freuten uns auf unser hoffentlich trockenes Zelt und auf eine kuschelige und warme Nacht. Doch bis dahin sollte es noch eine ganze Weile dauern. 

Schon von weitem war am Mittag die Fehmarnsundbrücke zu sehen.

Unser Etappenziel bis zur Kaffeepause sollte Großenbrode sein. Wir schafften es bequem bis dahin. Jedoch wurde es mit dem gemütlichen Café, einem heissem Tee und einem leckeren Stück Kuchen erstmal nichts. Zum eine, fanden wir die Cafe Meile nicht schnell genug und zum anderen war da der so plötzlich beginnende Regenschauer der uns in ein kleines Bushaltehäuschen, dekoriert mit Jägermeister Flachmännern und diversen Toilettensprüchen, die mit einem dicken Stift an die sonst zu schöne Holzwand geschrieben waren, drängte. Unsere Kaffeepause genossen wir nach den verregneten 45 Minuten am Strand des beschaulichen Örtchens. Gut gestärkt und mit einer besseren Laune als eine Stunde vorher sind wir am Eingangstor zur Fehmarnsund Brücke (ist das der richtige Name?) angekommen.

Die Tür zur schmalen Auffahrt öffnete mir eine Prinzessin. Ich habe mich nicht getraut sie zum Dank dafür zu küssen. Bekanntlich werden die Märchenfiguren zu Frösche verwandelt. Noch mehr Gequake wollte ich nun doch nicht ertragen müssen. Wir radelten anfangs auf einem kleinen Weg der uns mit den bepackten Rädern bei Gegenverkehr zum Anhalten zwang  die stetig ansteigende Rampe zur Brücke hoch. Oben gab es einen großen Rand-(Seiten)streifen der trotz der Dauerbaustelle ein sicheres Passieren möglich machte. Die Autos machten uns bevor wir auf der Brücke waren noch Sorge. Jetzt fühlten wir uns dennoch sicher. 


Der Wind aus Nord – Osten wurde stärker. Das war für uns Abschnittsweise blöd zu anderen vertrieb er die wieder aufziehenden Regenwolken. Auf Fehmarn angekommen wählten wir die Route von Süden über Westen in den Norden mit dem Ziel Puttgarden. Hier erwiesen sich die schmalen Singeltrails auf dem Deich mit ihren ausgefahrenen Rillen und den durch den Regen noch mehr  aufgeweichten Boden, als eine schmierige und kräftezehrenden Angelegenheit. Zur körperlichen Belastung kam noch die psychische Belastung, hervorgerufen durch eine auf dem Deich verunfallte Radlerin, die schon von einem Rettungswagen versorgt wurde. Die Radlerin lag unten an der zum Meer abgewandten Seite der Deichkrone. So war es den Sanitätern nicht möglich die Frau zur Deichkrone hoch und auf der anderen Seite in den Rettungswagen zu bringen. Hier wurde dann noch die Feuerwehr alarmiert um kräftig zu unterstützen. Den Plan nach Puttgarden zu radeln verwarfen wir bei KM 70. Noch weiter 25 KM bei dem Wind und der sich jetzt bemerkbaren Erschöpfung wollten wir uns nicht zumuten.


Der nächste CP sollte unser Tagesziel sein. So war es dann auch. In Wenkendorf fanden wir einen Platz in erster Reihe hinter dem Deich an der Ostsee. Für 31€ bekamen wir den Platz für das Zelt, die Erlaubnis mit zwei Personen und den Rädern, uns hier aufzuhalten und für 15 Min freies WLAN. Das warme Wasser zum Duschen durften wir pro fünf Minuten für einen € dazu kaufen. Ist Campen günstig?

Auf dem Platz gab es noch ein Restaurant in diesem kehrten wir ein. Der Name war Programm. Im Schnitzelhaus gab es Schnitzel die noch frisch vor dem Braten geklopft werden und beim Anrichten über den schon großen Teller hingen, leckere. Bratkartoffeln mit Speck für 1,50€ mehr und frisches Bier vom Fass. Zum Dessert gönnten wir uns einen kräftigen Lumumba und Ramazotti.

Der obligatorische Spaziergang in die Dunkelheit hinein rundete den schönen Abend ab. Jetzt, um kurz vor Mitternacht, gehts für mich in den kuscheligen Schlafsack. Gute Nacht.  Ich habe heute noch gelernt, dass Honig kristallisiert wenn die Bienen 🐝 mit Zucker zugefüttert werden. Gibt der Imker den Tieren den eigenen Honig bleibt er stets flüssig und klar. 😉

D -29.06.2021 Ostseeküstenradweg von Kiel nach Hohwacht 60 KM Hotel. 


Ich hab dann mal einfach den Keil zum feststellen der Eingangstüre zur Straße entfernt. Plötzlich Ruhe im Frühstücksraum. Das Brummen der Kühlung des Kühlfahrzeuges verstummte fast ganz. Jetzt war es erträglich. „DAS Können SIE nicht einfach so machen! Jetzt kommen ja keine Gäste mehr rein! Sagen SIE beim nächstenmal einfach BESCHEID.  Wurde ich von der Diensthabenden Dame laut vor den anderen beiden Gästen angemacht. Also dem stimme ich gerne zu wenn: SIE zu sehen gewesen wären, wenn nicht das Geklapper der Getränkekisten mit den leeren Getränkeflaschen in der Küche, mit der offenen Tür, die dann auch noch auf einem Rollcontainer mit harten Rollen durch den Frühstücksraum mit den harten Bodenfließen klappernd geschoben wurden gewesen wären und alle hätten in Ruhe das Frühstück genießen können. Das hätte ich ihr gerne gesagt. Meine Erfahrung und meine Disziplin haben der Dame den Tag gerettet. Die beiden Gäste im Raum haben auch nur lächelnd den Kopf geschüttelt. MADE MY DAY. Kann das noch getoppt werden? Diese Minuten haben den ganzen bis dahin angenehmen Aufenthalt kaputt gemacht. Die Internationale Hotelkette mit Bett and Breakfast in ihrem Logo hat an dieser Stelle ein Problem sage ich mal. Es war heute einfach nur schön zu radeln. Die Ostsee in Sichtweite und zum schmecken. Vorbei an vielen gepflegten und Kilometerlangen Stränden. Kalifornien und Brasilien wurden noch in der vollen Sonne mit einem leichten Wind von Süd Ost passiert. An einer Stelle entdeckten wir einen hoch interessanten Verkaufsstand. Drei Kinder boten hier Handbemalte Glückssteine feil. Die kleinen und großen Steine waren mit Motiven von der Küste liebevoll bemalt. Den Dreien machte es eine Freude sie den Urlaubern und vorbeikommenden anzubieten. Ich zahlte Drei Euro für zwei liebevoll bemalte Steine. Die Kinderaugen leuchteten. unbezahlbar ihr Blick als ich die Euros in die ehemalige Cremedose klimpern lies.


DieLeckereien Fischbuden luden zum verweilen ein. Da konnten wir doch nicht vorbeifahren- oder? Ein leckeres Backfischbrötchen und ein Seelachs im Bierteig haben unsere noch nicht leeren Energiespeicher aufgefüllt. Nach 35 KM wurde es am Himmel dunkler. Dicke Regenwolken bauten sich neben uns auf. Der Wind nahm zu und schob uns ein gutes Stück nach vorne. Doch die Naturgewallten sind nicht zu unterschätzen. Innerhalb von wenigen Augenblicken trafen uns dicke Tropfen. Schnell einen Unterstand finden. Egal wo rief Martina. In Sichtweite sah ich einen großen Hof mit mehreren Gebäuden. Mit der höchsten Kraftanstrengung schafften wir es uns an einer kleinen Hütte gegenüber dem Haupthaus unterzustellen. Es war einmal eine Ziegelei gewesen in der Nähe von Kembs die wir hier nach 40 KM unerwartet und überglücklich gefunden haben. Die Hofherrin sah mein Winken durch das mit viel Glas versetzte Eingangstor und rief durch den Wind und jetzt schon starken Regen, dass wir die Türe öffnen sollen und uns drinnen aufhalten können. Gerne haben wir das Angebot angenommen. Draußen bogen sich die alten Bäume und die dicken Äste knarren und krachten durch die Last des Regens und den heftigen Windböen. So eine Pause kann doch auch gut sein um z.B. ein Nickerchen auf den vorhandenen Gartenliegen oder das laden der elektronischen Geräte zu erledigen. Als der Regen etwas nachließ kam die Dame vorbei und erkundigte sich nach unserem Zustand und befinden. Dank ihrer Unterstützung haben wir dieses unerwartete Gewitter trocken und unbeschadet überstanden. Sie bot uns sogar noch Handtücher und Lappen zum trocknen der Räder an die wir dann bei der Abfahrt noch überreicht bekamen. Beim offenen Small Talk wurde erwähnt, dass in dieser Hütte schon so mancher Radler vor dem Regen gerettet wurde. Gastfreundschaft wird an manchen Orten so einfach umgesetzt. Keine Fragen einfach nur machen. Oder wie ich auch gerne sage: „Mach’s einfach!“ Danach ging’s weiter ins nur 10 KM entfernte Hohwacht. Dort hatte Martina schon ein Zimmer im Trockenen gebucht. Nach so einem Nassen Nachmittag wollte sie nicht im klammen Zelt übernachten. Das Zimmer haben wir kurz vor 18 Uhr bezogen. Um 17:59 Uhr war dann auch der richtige TV Sender gefunden. Spannend begann das Spiel welches wir in unserem Hotelzimmer und in unserem Herzen verfolgten. ………..  Nach dem Spiel holte ich mir in der Pizzeria unten ein Bier. Der Kellner meinte „ Wie ist das so wenn verloren… „ MADE MY DAY“ dachte ich mit und antwortete „Noch ist Portugal Europameister und ich sehe immer das positive in meinem Alltag“.