D – 29.04.2013 LEINE – HEIDE – RADWEG

Es is ja wie`s is. Nur keinen unnötigen Ballast auf eine Radtour mitnehmen. Alles genau prüfen und zwei Mal Überlegen was auch unbedingt mit muss. Um 10.00 h sollte der Start dieser ersten gemeinsamen Radtour in 2013 ab Göttingen sein. Um 11.00 h sind wird dann doch noch gestartet. Der Grund dafür war, dass ich nur den Autoschlüssel mitgenommen hatte. Sonst keine Schlüssel wegen nur das nötigste mitnehmen sonst keinen Balast……. Die Schlüssel für den Radträger lagen in Lohfelden. Also noch einmal zurück. Bei bewölktem Himmel ging es in Richtung Nörden Hardenberg. Vergeblich habe ich dort nach einem Korn gesucht. An der lauten und vielbefahrenen Bundesstraße ging es teilweise bis nach Northeim entlang. An der Seenplatte machten wir in der Sonne unserer erste Rast. Durch die noch unbegrünten Sträucher hatten wir einen herrlichen Blick auf die Kiesseen. Nur der Lärm der unmittelbaren A7 warf einen Schatten auf diese Pause. Schnell waren wir in Einbeck angekommen. An den leckeren Apfelkuchen und die leckeren Kaffeespezialitäten werden wir noch lange denken. Bisher waren die Wege von Asphalt-, Wald-, Schotter- und Feldwegen geprägt. Schon vor Einbeck hatten wir nur noch Asphalt- und betonierte Radwege. Schnell sind wir durch die frisch bestellten Felder in Richtung Kreiensen geradelt. Großflächige Äcker mit der jetzt schon ca. 15 cm hohen Gerste lassen auf eine reiche Ernte in diesem Jahr schliessen. In den Vorgärten blühen die Frühlingsblumen. Der Rasen ist oft von englischen Eltern. Übermächtig groß ist manch ein Magnolienbaum. Oft reicht er weit über den Dachsims hinaus. In Freden wollen wir die erste Nacht bleiben. Der Kontakt mit dem ersten Hotelier lässt uns aber schnell weiterfahren. Ruhetag, schlecht gelaunt und keine Lust auf Umsatz. Hoffentlich wiederholt sich das nicht. Eine Hotel Empfehlung konnte-wollte er auch nicht geben. Nach dem Ortsausgang schieben wir ersteinmal den Berg hoch. Fast bis nach Föhrste können wir uns den Berg hinunter rollen lassen. Im “Braunen Hirsch“ in Röllinghausen werden wir, trotz Ruhetag, herzlich empfangen und schlafen für kleines Geld sehr gut.

30.04.2013

Kurz hinter Alfeld ist am nächsten Morgen die Strecke gesperrt. Eine Brücke über die Leine wird erneuert. Fertig soll sie im Juli 2013 sein. Die Bauarbeiter, sie kommen aus Goslar, lassen sich in ihrer Pause nicht stören. Eine alternativ Strecke kennen sie hier auch nicht. Also zurück. Über Dehnsen an der B3 entlang und dann nach rechts in Richtung Brüggen. Jetzt sind wir wieder auf dem (unseren) Radweg. Im Zick Zack geht es weiter bis nach Gronau. Nach Nordstemmen fahren wir über Elze und Burgstemmen. Ich freue mich westlich von Sarstedt durch das Naturschutzgebiet zu radeln. Kein Mensch weit und breit. Die Vögel und die Gänse sind die einzigen Begleiter. Na ja nicht ganz. Der Wind kommt jetzt aus Norden und macht das Fahren auf der nicht befestigten Schotterstraße nicht einfacher. Die Radwege nach Hannover hinein habe ich in einer solch schlechten Beschaffenheit nicht erwartet. Es zieht sich. Die teilweise nur einen Meter breiten Wege lassen bei Gegenverkehr keinen Spielraum. Häufig steigen wir ab. Endlich am Maschsee angekommen nehmen wir kurz vor unserem Hotel noch einen Kaffee am Nordufer ein und genießen den Blick auf den See. Alle Unwegsamkeiten dieses Tages sind bei diesem Anblick und der leckeren Torte vergessen. Im vorher gebuchten Mercure Hotel schlafen und frühstücken wir fürstlich, wieder für kleines Geld.

01.05.2013

Am Feiertag ging es am Morgen aus Hannover hinaus. Bei den Herrenhäuser Gärten haben wir uns kurz verfahren. Ein Radler hat uns auf den richtigen Weg zurück gebracht. Immer am Kanal entlang ging es erstmal in Richtung Garbsen. Ein interessanter Moment war die Unterfahrung des Mittellandkanals. Am nahen blauen See vorbei ging es unter der stark befahrenen Autobahn hindurch nach Schloss Ricklingen. Hier wurden wir von einem sehr schnellen Inline Skater überholt. Wir fuhren gemütliche 15 kmh er so um die 20 kmh. Heute am 01. Mai ist vor mach einem Feuerwehrhaus der Grill aufgestellt, flankiert von einem Bierpilz und eingerahmt von Bierbänken und Tischen wird gefeiert. Selbst auf die ortseigene Blaskapelle wird nicht verzichtet. Mit unseren orangen Trikots fallen wir auf. Einer ruft “Die Holländer kommen“. Ich antworte im vorbeifahren. “Wir haben jetzt wieder einen König, Ihr aber keinen Papst mehr!“. Schon ist er ruhig und die anderen lachen. Im nu sind wir an Neustadt am Rübenberge vorbei. In Schwarmstedt buchen wir uns um 16.00h ein Zimmer für die Nacht. Davor angekommen sagt uns das Hotel schon von außen gar nicht zu. Wir versuchen ein anderes zu finden. In “Tepes Gasthof“ kommen wir unter. Das Gasthaus ist auf Radler eingestellt. Ein großer, trockener und verschließbarer Schuppen ist für die Räder da. Das Zimmer ist sehr geräumig und sauber. Für das Abendessen reserviert uns Constanze einen Tisch. Das ist auch gut so, denn die Gaststube ist gut besucht. Die Speisen sind frisch zubereitet, schmackhaft und reichlich. Alle Mitarbeiter incl. dem Chef sind sehr engagiert. Hier macht das verweilen richtig Spaß. Nach einer ruhigen Nacht in himmlischen Betten fahren wir weiter.

02.05.2013

Nach einem leckeren und ausgiebigen Frühstück starten wir gut gelaunt in Richtung Hodenhagen. Noch sehen wir kaum Sonne. Auf der Brücke bei Ahlden (Aller) werfen wir den letzten Blick auf die Leine. Hier vereint sich die Leine sich mit der Alte Leine und fließt wenige Meter später in die Aller. Die Sonne, schon lange erwartet, kommt jetzt durch die Wolken. Beim fahren mit Jacke und langer Hose wird uns jetzt warm. Die nächste Pause nutzen wir zum Umziehen. Über die A7 geht es weiter nach Düshorn, Walsrode lassen wir links liegen. Unser Ziel ist heute Soltau. Martina ist heute an dem Tag mit der kurzen Etappe mit der Hotelauswahl dran. Vier Sterne mit Sauna und Pool hat sie ausgesucht. Drei KM von der Strecke ab nimmt sie dafür in kauf. Das Zimmer ist in Ordnung. Die Sauna und der Pool lassen keine Wünsche offen. Die Gastronomie ist mit Ausnahme der Bar nicht zu empfehlen. Zwar essen wir vom Büffet für nur € 12.50 jedoch ist das Essen das Geld nicht wert. Schade. Der Empfang war am Abend noch freundlich, am nächsten Morgen war nur der junge Mann der mich bediente freundlich. Die anderen drei Damen hinter der Rezeption grüßten nicht einmal. Meine Wertung dafür – mangelhaft. Immerhin haben wir in den wenigen Stunden € 150 umgesetzt.

03.05.2013

Schnell weg von hier. Durch den Wald, schon an den ersten Heidefeldern vorbei geht es nach Schneverdingen. Wir genießen an diesem sonnigen Tag die Natur. Machen eine Pause nach der anderen. In Schneverdingen gönnen wir uns eine Suppe und lecker Kaffee und Tee. Gut gestärkt haben wir jetzt den schönsten, auch zeitweise anstrengenden Teil der Tagesstrecke vor uns. Die Heide, soweit das Auge reicht, erwartet uns. Die Schotterstrecke nehmen wir dafür gerne in kauf. Das rauf und runter um den Wilseder Berg, die höchste Erhebung in der Heide, stört uns nicht. Es gibt immer was neues zu sehen. Die Heide ist noch grau. Kaum Farbe in der Landschaft. Die grünen Lebensbäume, die Kiefern und sich langsam belaubenden Birken setzten Akzente in verschiedenen grüntönen. Mal überholen wir, mal überholen uns, die Pferdekuschen auf der idyllischen Strecke. Sogar ein paar Wanderer sind unterwegs. Uns fehlen nur noch die Heidschnucken. Kurz vor Undeloh sehen wir eine Herde in der satten grünen Wiese stehen. So wie im Bilderbuch. Ein Schäfer, seine Hütehunde und die Schafe. Im Seume Haus lassen wir die Eindrücke bei Kaffee und Kuchen sacken. Die Mitarbeiterin erzählt uns, das am Samstag oder Sonntag hier mit den Rädern kein durchkommen ist. Die Menschenmassen aus Hamburg, Bremen und von noch weiter her prägen dann das Bild. Besonders voll ist es hier zur Heideblüte. Der heutige Tag ist genau der richtige gewesen. In Meilsen, neben Buchholz bekommen wir nach langem suchen ein Zimmer im Hotel “Hoheluft“. Nach 90 KM sind wir von der Freundlichkeit der Mitarbeiter und der Leistungsfähigkeit der Küche begeistert. Kein Vergleich mit dem Vortag. Wir schlafen nach dem leckeren Essen sehr gut.

04.05.2013

Heute nur noch nach Hamburg. Das Mercure Hotel am Volkspark ist fest gebucht. So ganz nebenbei bekommen wir mit das Kirchentag ist. Noch mal Glück mir einem freien Zimmer gehabt. Die Strecke von Buchholz nach Vahrendorf zieht sich durch die Wälder. Ein ewiges Auf und Ab. Die Bäume spenden bei diesem Teil der schweißtreibenden Strecke kühlen Schatten. Bei Ehesdorf bleiben wir auf der falschen Seite der Autobahn. Nach fünf KM kommen wir wieder auf die richtige Strecke. Bis zur Süderelbe macht das radeln keinen richtigen Spass. Bis zum alten Elbtunnel geht es durch das neue IGS Gelände. Der alte Elbtunnel ist voll mit Menschen. Kirchentag eben. Auf der anderen Seite oben angekommen geht es erst einmal in den Fischereihafen zum Italiener unseres Vertrauens. Bei “Lust auf Italien“ genießen wir unsere Vorspeise und einen leckeren Aperol Spritz, das Maisels Hefeweizen vom Fass darf auch nicht fehlen. Einmal mit dem Rad die Reeperbahn runterfahren. Heute ist es soweit. Langsam rolle ich auf der sündigen Meile entlang. Passieren kann mir ja heute nichts. Meine Frau ist ja dabei. Durch den Volkspark fahrend erreichen wir unser Hotel nahe der Trabrennbahn. Jetzt ein Terrassenbier und eine Dusche. So schnell kann eine Urlaubswoche vergehen. Martina prostet mir zu und bedankt sich bei mir für die Geduld. Na ja – “Es is halt wie`s is“

D – 22.05.2021 Lohfelden nach Beisefört ca. 50 km

Das Wetter soll mir heute egal sein.  Erst einige Stunden vor der geplanten Anfahrt zur ersten Radeltour mit einer Übernachtung in meiner 1000000 Sterne Herberge habe ich mich so richtig damit beschäftigt. Wind aus Süd-Ost mit 34 kmh und vereinzelt Starken Böen. Ich musste nicht auf die Karte schauen. Wie immer Gegenwind. Nur eben dieses Mal stärker. Bin ich vor einer Woche am Vaddertach noch mit Schiebewind die 80 KM  in weniger als 4 Stunden an der Fulda und Weser nach Bad Karlshafen geradelt so bekam ich heute den körperlichen Ausgleich. Fur die 50 Km benötigte ich 3.5 Stunden. Die Pause nicht mitgerechnet. Reise Radler waren heute keine Unterwegs. Insgesamt zählte ich 8 gemütlich dahineilende Freizeitradler, zwei davon ohne Akku. Die vorhergesagten Regenschauer blieben bis kurz vor dem CP aus. Ein Supermarkt in Malsfeld glaube ich bot mir für 40 Min ein trockenes Plätzchen. Ich schaffte es dann doch noch mein Zelt im Trockenen aufzubauen. Als ich nach einem kleinen Nickerchen aufstehe, dämmere ich noch in der Ruhe angenehm vor mich hin. Glückselige Aussicht: Was wird der Abend mir noch bringen? Niemand ist auf dem Platz zu sehen. Die Fulda und ein angrenzender See ruhen fliesend in sich, sie haben keine Aufgabe zu erfüllen, kein Bedürfnis zu befriedigen, keinen Gruß zu erwidern. Eventuell  ein paar abendliche Verneigungen vor den Majestätischen Schwänen  und einem einer schnatternden Entenfamilie. Meine Kunststoffhülle ist der Ort des Schritts zur Seite. Der Hafen der Leere, wo man nicht gezwungen ist, auf alles um einen herum zu reagieren. Wie kann ich die Annehmlichkeit dieses Tages bewerten, frei von jedem Zwang, auf Fragen zu antworten? Mir wird jetzt der aggressive Charakter einer  un- oder gewollten Unterhaltung klar. Indem der andere vorgibt, sich für einen zu interessieren, zerbricht ein Gesprächspartner die Stille, dringt an den fremden Takt der Zeit vor und nötigt einen, auf das zu antworten, was erfragt wird. Welch Floskeln, welche Phrasen  werden abgespult. Jeder Dialog ist ein Kampf. Eine Art Selbst-(ein)(Ver)mauerung gehört zu dem ersten Instinkt in diesem Moment. Werde ich es erlauben, dass mich ein fremder Gedanke heimlich und ungewollt über meine eigene Mauer meines eigenen Wollens bringt? Jetzt ist doch genau der Moment, wo ich das Höchstmaß an Freiheit besitze. Jedes Verlangen ist mir fremd. Nur das Bedürfnis von Essen, Trinken , Wärme und  Ruhe bleibt in mir. Habe ich den alten Chinesen in mir geweckt? Die großen weißen Hunde des Betreibers bellen Laut und unaufhaltsam. Das stört. Sie reagieren unmerklich auf die lauten Rufe von Herrchen und Frauchen. Die sind doch ganz lieb und wollen nur schnuppern….  glaube ich gehört zu haben oder bilde ich es mir aus Gewohnheit schon ein. Was will der den hier. Wir sind hier doch Zuhause soll es vielleicht bedeuten. Schon wieder bin ich in meiner Gedankenachterbahn angekommen. Es ist nicht gut sich darüber keine Gedanken zu machen. Wer aufhört zu denken verliert sich in sich selbst. Eine Motorsäge mischt sich in die Stille und bringt mich wieder zurück. Leichter Regen niesselt auf mich. Die  Blätter der noch jungen Eiche bieten mir nicht sehr viel Schutz. Ein jammernder Kantenschneider unterstützt die Kettensäge. Der Raum und die Zeit gehören hier nicht nur mir alleine. Ich darf mich mit der Umwelt Teilen. Angler werfen ihr Ruten aus. Zu zweit sitzen sie am Fluss. Sie reden unaufhaltsam und über für mich unnötige Themen. Sie lenke mich ab. Das will ich gar nicht hören. Für die beiden ist es wichtig. Warum sitzen sie hier? Ist der Lohn des Geredes ein kleiner Fisch? Ist das ihre Motivation? Es kommen autarke Wohnmobile dazu. Auch hier die vielen Gespräche der sich noch fremden Menschen. Haben diese Gespräche alle einen Sinn und welchen Zweck erfüllen sie – müssen nose einen Sinn haben? Jetzt, später, irgendwann, machen sie glücklich oder werden sie gar nicht mehr wahrgenommen. Wer erinnert sich noch daran. In ein paar Sekunden, Minuten, Stunden  oder …? Wer kann es mir sagen? Ich blicke zum Himmel. Die Wolken ziehen blaugrau vorüber. Keine Chance für die Sonne ihre Wärmenden Strahlen zu mir zu schicken. Der Wind treibt sie in meine Fahrtrichtung. Werden sie morgen auch noch dahin getrieben? Bekommt die Sonne die Gelegenheit mich mal zu grüßen?  Jetzt fällt mir auf, dass meine Herberge nicht zu den ersten Sonnenstrahlen des Tages ausgerichtet ist. So werde ich sie morgen nass einpacken müssen. Warum ist da passiert? Ist es diese Frage wert das ich mich intensiver mit ihr beschäftige? Einfach den Gegebenheiten seinen Raum lassen. Die Schwäne kommen näher. Sind sie zufrieden, satt und haben sie genug Wärme? 

Zwei niederländische Kanufahrer kommen bei Einbruch der Dunkelheit von Nordosten als gegenden Strom her an. Sie schlagen ihr Lager auf einer Weide in der Nähe auf 200 Meter von meinem Zelt entfernt, und kommen dann zur Gaststätte mit ihrer elektronischen Ausrüstung, um sie an den Eneriespendenden Dosen aufzuladen. Ich muss ihre Fotos, ihre Filme anschauen, Internetadressen werden ausgetauscht. Wenn man heute jemanden trifft, notiert man sich gleich nach dem ersten verbotenen Händedruck und einem flüchtigen Blick Namen von Webseiten und Blogs auf dem Smartphone. Die Bildschirmsitzung hat das Gespräch ersetzt. Nach der Begegnung wird man sich weder an Gesichter noch an Stimmen erinnern, aber man hat Karten mit Nummern drauf. Die menschliche Gesellschaft hat ihren Traum verwirklicht: wie die Ameisen die Antennen aneinanderzureiben. Eines Tages werden wir uns damit begnügen, einander zu beschnuppern. Es wird Zeit, der Zeit ihren Raum zu geben. Morgen geht es wieder zurück. Ein kleiner kurzer Ausflug in mich geht dann zu Ende. Leise und still wie die Enten und Schwäne vorüberziehen lasse ich den Abend und die Nacht von mir Besitz ergreifen. Die Kirchenglocken läuten den nasskalten Abend und die kommende Nacht ein. 

1. Mai 2021 Durcheinander – Geordnet – Durcheinander

Ein leeres Blatt Papier liegt vor mir. Ich will über meine Radreisen berichten, dabei die vergangenen Stunden des Tages Revue passieren lassen, meinen Gedanken freien Lauf lassen, sie mitteilen und euch alle an den Bildern in meinen Kopf teilhaben lassen.

Nichts geht!  Alles Leer?

Nach den vielen Monaten mit den unvorhersehbaren, nicht beeinflußbaren Ereignissen und allgegenwärtigen Ungewissheiten ist es leicht, sich gebrochen und leer zu fühlen. Aber genau aus diesen gebrochenen Teilen wird das Puzzle des Daseins wieder zusammengesetzt und ein neues Bild nimmt in uns und mit uns und um uns herum Gestalt an.

Ich freue mich schon darauf, euch die ersten Berichte meiner neuen Radreisen vorstellen zu können, die aus einer so komplizierten Zeit stammen und das, dass Ende dieser Pandemie für bessere, wieder unbeschwerteren Zeiten, für alle bald erreicht wird.

In meinen Gedanken beschäftige ich mich mit der Zeit, die viele von uns mehr oder weniger intensiv erleben: Vom Moment, der so viele Gewissheiten und vertraute Routinen in Stücke gerissen hat und der uns jetzt dazu bringt alles mit neuen Augen zu sehen und die eigene Zukunft mit veränderten Perspektiven wieder aufzubauen und neu zu konstruieren. Eigene Perspektiven sind nun sofort zu ändern und die Gegenwart ist neu zu interpretieren. Ich muss meinen Gedanken einen Raum für eine Zukunft lassen die dann immer noch anders als gedacht und unvorhersehbar sein wird.

Spreche ich von den Gedanken die ich in der für mich neuen Rubrik „Rekonstruktionen“ ablegen kann, deren Auswirkungen jedem von uns ansprechen, von Schwierigkeiten und Wiedergeburt, von Positivität und Optimismus, von Gesichtspunkten und Veränderungen, von Entscheidungen und vor allem von der Energie, die für den normalen Alltag benötigt wird. Jetzt ist die Zeit sich selbst Stück für Stück, Tag für Tag neu zu entdecken und sich verändert wieder neu gefestigt zu positionieren und während dessen sich selbst wirklich treu zu bleiben.

Vieles ist zerbrochen als wäre es aus Holz. Das Lebendige fehlt!  Die vielseitigen und uns antreibenden sozialen Kontakte verleihen uns nur einen Hauch von Energie.

Es sind jetzt einzigartige und unruhige Momente die mich beschäftigen: Der Frühling kommt, die Natur erwacht, der Muttertag steht bevor, Geburtstage wollen gefeiert, Reisen unternommen werden. Warten wir nicht alle bis zur letzten Minute um unsere Entscheidungen final zu treffen und uns mitzuteilen? Dieses mulmige Gefühl der verhaltenen und quälenden Unsicherheit  anderen mit seinen Entscheidungen nicht zu gefallen oder ihnen gar weh zu tun muss schon bald für uns alle enden.

Heute beginnt für mich der erste Tag in dieser neuen Zeit. Ich bin bereit ein aktives Teil zur Lösung des globalen Problems zu sein! Ich will zur Lösung beitragen, das Geschwätz und die abgewetzten und Inhaltlosen, unzeitgemäßen und unhaltbaren Phrasen der „anderen“ kann ich nicht mehr hören. Das kollektive jammern und schimpfen auf alles was andere entscheiden und uns vermeintlich einschränkt, will ich nicht mehr hinnehmen.

Ich nehme heute meinen schon so lang ersehnten ersten Impftermin wahr und freue mich schon meiner doch so selbstverständlichen, jetzt dann neu erlangten Freiheit ein klein wenig näher zu kommen.

I´ll never ride alone.

Dankeschön ! Spende

Es ist schon eine verrückte Zeit durch die wir alle gehen müssen. Alles, was mal so einfach war wurde in den vergangenen Monaten geändert, verkompliziert oder gar teilweise verboten. Die Einschränkungen des täglichen Lebens bringen mich so manches mal an meine persönlichen Belastungsgrenzen. Das aufeinander Aufpassen, das Abstandhalten, die richtige Nutzung der  Mund-Nasenbedeckung und das Händewaschen prägen unseren Alltag. Haben wir uns im Januar 2020 noch darüber aufgeregt, dass wir für jede  Wurstsemmel beim Metzger oder jeden Kaffee to go beim Bäcker einen Kassenzettel auf schwer abbaubaren Thermopapier bekommen, war das gerade mal drei Monate später schon gar kein so großes Thema mehr. Haben wir nicht die letzten fünf Jahre gebraucht um die DSGVO zu verstehen und kein Blatt Papier mit einem Namen oder  einer anderen Notiz, die auf eine Person hinweisen könnte zu verbergen, so ist jetzt die Datensammlung in der Öffentlichkeit kein Problem mehr.  Gerne gebe ich meine Daten an, um ein frisch gezapftes Getränk mit Freunden in einem Biergarten oder ein leckeres romantisches Essen mit der Liebsten genießen zu können. 

All das vermisse nicht nur ich sehr. 

So ist es auch mir fast nicht mehr möglich mich bei allen unermüdlichen Unterstützern von Freidurchatmen. de öffentlich zu bedanken. Immer wieder gehen Spenden in den verschiedensten Höhen auf das Konto der Mukoviszidose Selbsthilfegruppe  Kassel e.V. ein. 

An dieser Stelle von mir ein herzliches „Vergelts Gott“. 

Ein Motto von Muko.info ist:

Zusammenrücken in Zeiten der Distanz: Schicken Sie Ihren Lieben einen Schutzengel!“

oder auch ein weiteres Motto möchte ich mit euch teilen: 

Kleine Feste, große Wirkung mit Mukoviszidose ihr Fest!“


SPENDENKONTO:

Mukoviszidose-Selbsthilfe Kassel e.V.

IBAN: DE85 5235 0005 0000 1356 08
BIC: HELADEF1KOR
Sparkasse Waldeck-Frankenberg

Verwendungszweck = Freidurchatmen + Name des Einzahlers

Auch in diesem Jahr habe ich mehrere interessante und spannende Touren geplant. Wie sollte es anders sein, ich bleibe glaube ich, in Deutschland. Gerne lasse ich euch wieder mit meinen „Gute Nacht Geschichten“ daran teilhaben. Sei es vom nördlichsten Punkt Deutschland nach Hause oder einfach quer durch die Lüneburger Heide, oder gemütlich an der Ostsee im Sommer entlang. Die Planungen dafür sind abgeschlossen, die Zugtickets für die Anreisen gekauft und die Räder warten natürlich gut gewartet auf ihren Einsatz. 

Seid alle wieder eifrig mit mir dabei! 

Robert 

Über mich… „Als ich unbekümmert im Jahr 2012 meine erste Reise plante….“

Eins plus elf plus fünftausend ist ein …

oder 1 + 11 + 5000 = 1 Ziel

Na gut, wenn man die Hintergründe der Geschichte nicht kennt, ist es etwas verwirrend.

So verwirrend, dass ich mir an einem schönen Herbstabend Gedanken über mein doch so geregeltes Leben machte.

Was kann ich mich doch glücklich schätzen, dass ich mich gut fühle, keine körperlichen oder psychischen Gebrechen habe und es auch meiner Familie gut geht.

Die Sonne geht langsam in einem Feuerball am Horizont unter. Die Feuchtigkeit steigt aus dem laubbedeckten Boden heraus und legt sich über meine Beine. Die Vögel stimmen in ihr Abendkonzert ein und es ist ein tolles Gefühl die Natur mit allen Sinnen zu erleben. Mit meinem ganzen Körper nehme ich all diese Reize in mir auf. Jetzt noch einmal kräftig durchatmen und dann die letzten Kilometer mit dem Rad nach Hause. Einfach den Tag radelnd ausklingen lassen.

Doch da ist noch etwas was mich innehalten lässt. Was ist mit all den anderen Menschen unter uns, den es nicht so gut geht?

Welche Momente brauchen Sie um richtig genießen zu können?

FREIDURCHATMEN das ist ein Herzenswunsch der an Mukoviszidose erkrankten Kinder.

Da fällt mit der Beitrag aus der HNA vom 25.07.2011 wieder ein. (http://www.hna.de/gesundheit/lokal/zentrum-mukoviszidose-mz-1335359.html)

„Die Behandlung von Mukoviszidosepatienten ist eine sehr komplexe Aufgabe und braucht jede Art von Unterstützung“, dass ist bei mir noch hängen geblieben. Schon einmal hatte ich bei meiner beruflichen Tätigkeit die Möglichkeit den Mukoviszidose e.V. und seine in der Öffentlichkeit aktiven Mitglieder kennen zulernen. Dabei konnte ich mich mit Ihnen austauschen und sie im Rahmen einiger Spendenveranstaltungen unterstützen.

Jetzt möchte ich das mit meinen kleinen Mitteln wieder tun. Doch dazu benötige ich Eure Unterstützung.

Jetzt da Ihr mir schon so aufmerksam gefolgt seid, lade ich euch ein, die Reise mit mir zu beginnen.

Welche Reise? Na die,  mit den  – „Eins plus elf plus fünftausend ist ein …Ziel“.

Ich möchte für den guten Zweck eine Radtour vom Atlantik bis zum schwarzen Meer unternehmen.

1 Ziel, 11 Länder und ca. 5000 km.

  • Mein Ziel ist es den Mukoviszidose e. V. in Kassel mit jedem geradelten Kilometer mit einem Euro zu unterstützen. Diesen Euro möchte ich durch Euch sammeln
  • Elf Länder in etwa 70 Tagen durchradeln
  • Starten werde ich in Saint Nazaire am Atlantik in Frankreich. Weiter geht es über die Schweiz nach Deutschland, durch Österreich, Ungarn, Serbien, Kroatien, die Slowakei, Rumänien,  Moldavien, Ukraine und Bulgarien.
  • Einen Döner an meinem 50. Geburtstag in Istanbul zu essen, habe ich mir als mein persönliches Highlight auf die Fahne geschrieben
  • 5000 km ist in etwa die Strecke, mit der ich rechnen muss

„ Eine Reise beginnt immer mit dem ersten kleinen Schritt! und ein Ziel muss richtig groß sein, damit man es nicht aus den Augen verliert“

­­­Diese beiden Slogans werde ich mir selbst wohl noch oft auf meiner Reise vorsprechen.

www.freidurchatmen.de soll Euch für die nächsten Monate begleiten.

Ich werde in der Zeit von März 2012 bis Juli 2014 regelmäßig von meinen Erlebnissen berichten und euch natürlich immer an den aktuellen Spendenstand erinnern.

Ein kleines Reisetagebuch soll mit Bildern und kleinen Geschichten vom Tag Lust zum Mitmachen oder einfach zum geistigen dabei sein helfen.

Die lange Reisezeit ist daher begründet, dass ich einen Teil meines Erholungsurlaubes dafür hernehmen werde, den anderen Teil möchte ich natürlich mit meiner Familie, die dieses Vorhaben mit allen erdenklichen Mittel unterstützt, verbringen.

Die Tage rücken näher. Noch spüre ich den eisigen Winter mit bis zu -17° im Februar 2012.

Eigentlich sollte jetzt schon täglich geradelt werden, um mit ein wenig mehr Fitness die erste Etappe von Saint Nazaire bis nach Basel zu schultern.

Als Starttermin steht nun endgültig der 28.03. 2012 fest. – Egal was kommt!

An was ich noch alles denken sollte!

Aufgrund der vielen guten und sicherlich auch in manchen Fällen bewährten Ratschläge, habe ich versucht so lange wie möglich und so wenig wie möglich darüber mit meinen Freunden zu sprechen. Liebe Freunde bitte seht es mir an dieser Stelle nach…

Das Wichtigste für diese Reise ist die Gesundheit, der Geist und die Ausrüstung.

Gesund fühle ich mich, ob der „Geist“, der sich dieses Vorhaben ausgedacht hat, so ganz in Ordnung ist, wird sich später zeigen.

Für meine Ausrüstung und für die erste Planung habe ich lange mit mir gerungen.

Was ist das beste Rad? Aus welchen Materialen sollen die Packtaschen sein? Genügen die Packtaschen am Gepäckträger oder  brauche ich für das Vorderrad auch welche? Nehme ich ein Zelt mit? Oder wo schlafe ich eigentlich sonst?… Das ist nur ein kleiner Teil der Überlegungen im Vorfeld.

Wie komme ich zum Atlantik? Was sagt die Klimatabelle? Oder wie komme ich von Basel nach Hause? Bekommt mein Sohn Franz, der die erste Etappe mit mir meistern will, Urlaub?

Das Rad ist letztendlich ein Rad von Riese und Müller, das „Intercontinental“ geworden. Eines der letzten Ausstellungsräder aus dem Jahr 2011. Es ist der Range Rover unter den Rädern.

Mit diesem Rad fühlte ich  mich schon nach wenigen Kilometern vertraut. Solide Handarbeit mit einem Maximum an Technik, die noch von mir bewältigt werden muss…- Hoffentlich geht mir nichts kaputt.

Die Packtaschen von Ortlieb in der bewährten Qualität. Wasserfest und „unkapputtbar“. Nicht zu groß und doch Platz für alles, was ich so benötigen werde.

Ach ja, da ist noch die Frage was alles gebraucht wird? Das wird wohl die letzte Frage vor der ersten Etappe sein. Ich habe ja kein Problem mich von Gegenständen zu trennen, aber was brauch ich dafür wirklich? Na ja, auch das werde ich in den nächsten schlaflosen Nächten mit mir klären.