29.03.2019 Santjago de Compostella nach Vigo – Viana do Castelo

Heute habe heute ich mir einen kleinen Ruhetag verordnet. Na so richtig ruhen kann ich natürlich nicht. Habe den ersten Zug genommen um etwas näher an die Portugiesische Grenze zu kommen. Das mein Ruhetag erstmal mit fast zwei Stunden das Rads begann schieben startet habe ich so nicht gewollt. Bis 11.30 Uhr hatte ich schon 390 HM hochgeschoben und dabei „stolze“ 7,5 km geschafft. Eine lange Kaffeepause gönne ich mir oben auf der Spitze in der Sonne. Dabei denke ich an alle daheim die nicht in der Sonne sitzen können. Eine Runde Mitleid für euch. 

Es beginnt eine langsame Abfahrt auf den engen Straßen durch kleine Dörfer. Gesäumt von kleinen Gärten und Hängen mit Weinstöcken. Das macht Lust auf den Rotwein heute Abend. Irgendwann geht es an der Autobahn entlang. Bei der wunderschönen kleinen Stadt Tui verlasse ich Spanien über den Fluss Rio Mina auf einer Metallbrücke bei der ganz oben der Zug drüber fährt. Der Rio Mina wird mich heute noch lange begleiten und begeistern. Hier sind auch nochmal Pilger auf dem Weg nach Santjago de Compostella zu sehen. Es gibt ja nach dorthin viele Wege die als Pilgerweg ausgezeichnet sind. Am Vormittag Habe ich auch zwei Radfahrer gesehen. Zum Mittag freute ich mich auf einen leckeren frischen Salat. Deshalb bin ich extra einen Umweg gefahren um bei LIDL einzukaufen. Die Freude war umsonst. Es gab keinen Salat. In einem weiteren Supermarkt habe ich dann doch  was anderes leckeres gefunden. In Portugal bin ich an der N13 entlang gefahren. Das hat mit Tante Google vorgeschlagen. Das war gar nichts. Vorbei mit der Ruhe bei sehr viel Verkehr. Trotz des Seitenstreifens fühlte ich mich nicht wohl. Es sind mir viele LKWs aufgefallen. Die Abgase an den kleinen Steigungen habe ich verflucht. Irgendwann habe ich dann einen Küstenweg gefunden. Hier fühlte ich mich wohler und es war entspannter und vor allem Abwechslungsreicher. Stellenweise durfte ich heute gegen Wind ankämpfen. In einer Pause habe ich niedrig fliegend zwei Löschflugzeuge gesehen. Später habe ich auch die braunen Rauchsäulen am Horizont gesehen. Einige Kilometern weiter bei Caminha hat es gebrannt. Deshalb auch die Krankenwagen die mit Blaulicht vorbeikamen. Die Sonne brennt den ganzen Tag. Es läuft durch die gerade und fast ebene Strecke gut. Auf den Bergrücken sehe ich viele majestätische Windräder wie an einer Perlenkette aufgereiht. Jetzt am Fluss ist ein ausgebauter Radweg , ich habe ihn für mich ganz allein. Die Sonne glitzert und spiegelt sich auf dem See. Ab und zu eine Waldpassage mit unbefestigtem Belag der mich abbremst. Jedoch kühlt der Schatten der Bäume. Dazwischen Wege mit Kopfsteinpflaster. In der Ferne rieche ich den Rauch. Hier am Wasser muss ich mir keine Sorgen machen. Das Gracias ersetze ich jetzt durch ein männliches Obrigado, die Frauen sagen Obrigada. Auch hier gibt es die kleinen Bars für den Aperitif am Nachmittag. Ich möchte heute Fleisch da ich gestern in einem Vegetarischem Restaurant gelandet bin. Dort gab es kein Wlan wegen „Es soll hier jeder mit sich selbst sprechen“ und Kartenzahlung war auch nicht möglich. Die unangenehme Beschallung war Kirchenmusik. Es gibt Momente die mich an meine Grenze bringen. Schnell nach Portugal dachte ich mir so beim rausgehen.  An großen Gewächshäusern vorbei schlängelt sich der Weg durch die Dörfer. Die letzten Kilometer eine öde Einfahrt durch den Hafen bis zur Stadtmitte. Ich finde mein Hostel schnell und gönne mir heute eine Nacht ganz alleine. Mein Restaurant für heute habe ich auch schon gefunden. Hier gibt es das Pilgermenü für 12€. Das lasse ich mir heute schmecken. 

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