15.10.2019 Altmühlradweg – Rothenburg ob der Tauber nach Gern

Gestern schon sind wir von Lohfelden nach Rothenburg ob der Tauber bequem mit dem Zug und den Rädern angereist. Das umsteigen in Frankfurt, Würzburg und in Steinau war immer angenehm. Mal abgesehen davon das es in Steinau noch keinen Aufzug gibt. Die Umsteigezeit war dennoch ausreichend, wenn auch der kleine Zug mit vier Rädern schon an der Kapazitätsgrenze angelangt war. Doch für ca. 60€ für die beiden Tickets mit den Rädern wollen wir mal nicht meckern. 

Im Rothenburg hatten wir es nicht weit zur Herberge „Zum Ritter“. Aus dieser Zeit war auch das Haus und die Einrichtung. Ob wohl wir außerhalb der Stadtmauer waren fühlten wir uns ins Mittelalter oder in die Nähe dieser Epoche zurückversetzt.

Am Abend besuchten wir auch noch die Altstadt und machten einen kleinen Rundgang auf der gut erhaltenen und vorbildlich restaurierten Stadtmauer. Beim verlassen der Mauer habe ich mir doch glatt kräftig den Kopf gestoßen. Schnell war das Taschentuch rot. Oberschwester Martina sorgte sich sofort um mich und es war dann auch gar nicht mehr so schlimm.  Tränen sind aber bei mir keine geflossen. Am nächsten Morgen ging es nach einem stärkenden Frühstück los. Schon nach 500 Metern waren wir auf dem Radweg und nach einem weiteren Kilometer war die Stadt schon hinter uns. Bis Km 5 ging es stetig bergauf. Oben angekommen hatten wir die ersten 130 HM hinter uns. Die kleinen Dörfer mit dem Wort „Berg“ im Namen wollen nicht unterschätzt werden. Wir hatten ganz gut zu strampeln. Martina sagte noch in den Alpen waren die Steigungen nicht so dolle.  Es ging durch die Felder und Wälder auf befestigten und mit feinem Kies angelegten Wegen. Die wärmende Morgensonne zog die Feuchtigkeit aus den gepflügten Äckern und geernteten Feldern. Leichte Schwaden stiegen dort mystisch nach oben. Die Herbstfrüchte in Form der Kastanien, Eicheln oder auch die Äpfel und Birnen lagen auf der Straße. Der gärende Geruch stieg uns in die Nase. Die Kastanien und Eicheln knackten beim überfahren unter unseren Reifen. Das nasse Laub ermahnte auch zur Vorsicht.  Schnell ist der Reifen auf diesen Belag weggerutscht. 

Die Durch- und Abfahrten in den Wäldern waren frisch  doch die Sonne wartete danach schon auf uns. Das trockne Laub raschelte unter den Rädern. Auf einigen Felden war die wintergerste schon aufgegangen, andere Felder wurden gedüngt und gepflügt. Für die Bauern war nach dem Sommer noch nicht Schluss mit ihrer wertschöpfenden Arbeit.

Erst im Winter können sie sich etwas Ruhe gönnen. Majestätische Trecker mit ihren Anhängern kommen uns auf den Feldwegen entgegen. Gerne fahren wir rechts ran und lassen die von jungen Menschen akkurat gefahrenen Maschinen passieren.

Nach etwa 15 KM sind wir am Quellgebiet der Altmühl angekommen. Der Hornauer Weiher gilt schon seit 1904 als Quellgebiet und der Ursprung des Flusses.

Unsere erste Pause machen wir in der Sonne an einem Badesee unterhalb der Burg Colmberg. Dabei genossen wir den so sehr beworbenen und so lecker schmeckenden „Schneeball“ die süße im Fett gebackene Teigspezialität aus Rothenburg. Also mir hat diese teure Leckerei nicht geschmeckt. Die Berge oder soll ich Anhöhen schreiben hatten wir jetzt hinter uns. Wir radelten auf und durch die Frankenhöhe. Verfallene Steinkreuze am Weg sind Zeichen der im 14 und 15 Jahrhundert ermordeten Menschen. Das eine erinnert an einen Kaufmann der wegen 14 Gulden auf der Reise ermordet wurde. Sein Peiniger und Mörder sollte gerädert werden. Auf Grund der vielen Fürsprecher und Fürbitten wurde er mit dem Schwert hingerichtet. Das andere zeigt vonnöten Jungen Mädchen die von einem anderen jungen Mädchen mit der Spindel erstochen wurde. Nur weil sie den gleichen Mann begehrte. Fast so wie heutzutage. Nur eben schon ganz lange her und per Mund zu Mund überliefert. Von der trägen und schmalen Altmühl haben wir heute nicht sehr viel gesehen. Vielmehr haben uns die Kirchtürme und Türme der Stadtmauern an den Dörfern auf der Strecke  beeindruckt. In Herrieden mussten wir unsere Akkus laden. Der stetige Gegenwind von über 14 KMH hat doch mehr Energie als geplant verbraucht. In der öffentlichen Toilettenanlage im alten Amtsgericht fanden wir eine Steckdose zum laden.

Die Pause nutzen wir um uns auf dem Marktplatz in der Sonne auszuruhen und uns mit Pfefferbeißern zu stärken. Kurz nach Ornbau hatten wir im Angerwirt in Gern unser Zimmer gebucht. Da wir zeitig dort waren konnten wir gegenüber am See des Naturschutzgebietes noch unser Terrassenbier in der Sonne genießen.

Morgen geht es weiter am idyllischen Altmühlsee am Nordufer entlang. Mal schauen wo wir unterkommen werden. 

2 Antworten auf „15.10.2019 Altmühlradweg – Rothenburg ob der Tauber nach Gern“

    1. Hallo Dagmar

      Danke für deine lieben Wünsche.
      Wir wollen von Rothenburg ob der Tauber über Regensburg nach Nürnberg. Immer Altmühlradweg und später den Fünf Flüsse Radweg lang. Dafür haben wir eine Woche geplant.
      Liebe Grüße in die Hauptstadt

      Robert&Martina

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