22.05.2020 Hochdonn nach Groß Wittensee (CP) 65 KM

Moin, riefen wir uns schwach und leise nach diesem Vaddertach, weit ab von Weib und Familien, aus unseren gegenüber stehenden Zelten unter Einhaltung des Mindestabstands leise und schwach zu. Ein Krächzendes Ahhhh und ein langes Ohhhhhhhh folgten. Die schweren und morschen Glieder im Schulter und Nackenbereich mussten erst ganz vorsichtig gedehnt und gestreckt werden. Die letzte Nacht hatte es in sich. Schon ein wenig deprimiert gingen wir noch vor dem Sonnenuntergang um 21.24 Uhr in unsere „viele Tausend Sterne über uns“ Herbergen. Das einschlafen auf den Matten war gar nicht so einfach. Es war ungewohnt und zudem es an den nötigen Getränken zur bequemen Bettschwere fehlte auch lang und mühsam gewesen.  Um 22.24 Uhr meinten die stark Alkoholisierten Jugendlichen, die in eine gelbe Mülltonne ein Soundsystem eingebaut hatten, mit eben dieser unter voller Beschallung stehenden Tonne laut gröhlend an uns vorbeizukommen. Voyage, Voyage hatte ich am Morgen als Wurm immer noch im Ohr. Schnell war die Tägliche Toilette erledigt. Die trockenen Zelte zusammen- und eingepackt.

Los ging es in Richtung Osten auf der Nordseite des NOK entlang. Nach der ersten Kurve sahen wir auch die an den CP angrenzende, jedoch eigentlich gesperrte, Badestelle an der die Jugendlichen ihre Party feierten. Ich kann von uns behaupten das wir in diesem Alter bestimmt nicht so waren. Es gab damals nämlich noch keine gelben Tonnen und kein mobiles Sound System (Klugscheisser Modus aus – Zwinkern an). Unser Frühstück wollten wir uns in einem Ort hinter der nächsten Fähre auf der anderen Seite besorgen. Dieser war jedoch,einfache Strecke, noch gut 12 KM in Richtung Süden entfernt. Wir hätten auch durch Wacken gemusst. Das war uns zu weit. Also Plan B. Wieder in Richtung Osten entlang. Er wurde hügeliger und auch Landschaftlich abwechslungsreicher. Wir genossen die Kilometer in der Wärme bei fast 18 Grad und fast keinen Wind. Jedoch gab es heute auch viele, ja Abertausende kleine Käfer die sich auf uns setzten. Eine Unterhaltung war nicht möglich. Selbst der Mundschutz war voll mit diesen kleinen Insekten. In den kleinen Gemeinden gab es auch nichts zu kaufen. Die Bäcker hatten alle schon seit Jahren für immer geschlossen. Nach fast 35 Km gab es in einen Biergarten an einer der Fähren in Breiholz frischen Kaffee und etwas zu essen. Wir genossen unseren Kaffee und die Käsebrötchen in der Sonne. Die Wirtin war so was von gut drauf und hatte so richtig Motivation, die auf die Gäste übersprang.

Ganz im Gegensatz zu unserem Campingplatz von gestern. Dort war nur das Schnitzel und die Bratkartoffeln gut. Zwischen

Breiholz und Rendsburg wurde im Übigen der Radweg erneuert. Er ist schon fast eine Rennstecke ohne störendere Zwischenfugen im Beton.

Nur noch 15 KM bis nach Rendsburg doch dabei kann man noch richtig was erleben und Spaß haben. So winkte uns eine Dame im gesetzten Alter lächelnd zu und forderte uns auf anzuhalten. Ihr Anliegen, sie sprach für drei Radler,  war dass sie noch etwas Kleber für den Schlauchflicken benötigen. Der gelbe und der Orange Engel konnten natürlich helfen und der gelbe Engel gab ihr den Rest aus seiner Tube. Der freundliche männliche Flicker der Pannen Gruppe meinte jetzt hat er alles rausgequetscht und die Tube ist leer. Der Orange Engel meinte das ist so wie bei den alten Männern. „Irgendwann ist die Tube leer und es kommt nix mehr raus!“ Alle lachten (eine Dame mit errötetem Gesicht) und wir fuhren schmunzelnd weiter. Angekommen in Rendsburg fuhren wir mit dem Aufzug nach unten und unterquerten den NOK unter seinen Flussbett. Fast wie der Tunnel unter der Elbe, nur ein wenig kürzer jedoch genauso kalt da unten.

Es sind von hier aus nach 17 KM nach Groß Wittensee zu unserem Campingplatz. Die überwiegende Strecke geht es mit leichtem Nieselregen an der Bundesstraße entlang. Dort angekommen schafften wir es noch die Zelte aufzubauen bevor der Himmel seine Tore öffnete und es so richtig zu Regnen begann. Die Sanitären Anlagen sind in Ordnung und das Restaurant macht auch einen Guten Eindruck. Zum Abendessen gab es so richtig gutschmeckendes Labskaus. Wir waren danach so richtig Papp satt.

Der Schützenhofaquavit half die Speise gut zu verteilen. Es soll in dieser Personenzusammenstellung  nicht die letzte schöne Tour gewesen sein, sagt Michael. 

Danke für die schönen Stunden sagt Robert mit einem Glas in der Hand. 

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