21.08.2020 Pfunds nach Schluderns 54 KM und 772 HM

Die Via Claudia Augusta war von unserer Herberge nur ca 200 Meter entfernt. Das gute an diesem Morgen war, dass wir bergab ohne zu pedalieren rollen konnten. Zuerst ging es am Inn entlang und später durchradelten wir das wilde Inntal mit all seinen Sehenswürdigkeiten, Burgen und Brücken. In der engen Schlucht wurde es schattig und entsprechend kalt. Der rauschende Fluss verstärkte diese angenehme Kühle auf der Haut.

Nach der ersten anstrengenden Steigung erreichten wir nach einer entspannten Abfahrt auf einer breiten und wenig befahrenen Straße den Grenzübergang in die Schweiz. Eine Baustellenampel hielt uns noch bevor wir die Schweiz queren konnten in der sengenden Sonne und dem durch die großen Baumaschinen aufgewirbelten Staub auf. Jetzt war der Reschenpass mit seinen 11 Kehren bis hoch zur Norbertshöhe auf 1405 Metern vor uns. Wir konnten uns diese Strecke gar nicht vorstellen. Letztendlich war es eine der entspanntesten Abschnitte auf der bisherigen Tour. Von 11 bis Null radelten wir in nicht mal 30 Min hoch. Am E-Bike genügte mir die kleinste Unterstützung. An der Kehre vier machten wir eine kleine Pause und versuchten den Höhenunterschied mit der Kamera einzufangen. Das gelang nur suboptimal.

Die wahren schönen Bilder sind jetzt schon in unserer Erinnerung verankert. Das ist so eine Passage auf meinen Reisen die gut zu meinem Projekt www.freidurchatmen.de passt. Noch waren wir nicht ganz oben. Bis einige Kilometer hinter Nauders zog sich die Steigung noch hin. Begleitet wurden wir von einem kräftigen Gegenwind der unsere Abfahrt in der ungeschützten Landschaft bremste. Links und rechts von uns die Berge in der Sonne. Vor und neben uns das grüne Tal mit den Kuhweiden. In der Ferne glitzerte, in der jetzt hoch stehenden Sonne,der langgezogene Reschensee. Über uns der tiefblaue Himmel mit den weißen Wolkenflocken. An der Nordseite des Reschensees erwartete mich eine kulinarische Überraschung. Ein Erdbeertiramisu hat Martina mir versprochen. Ein Erdbeertiramisu aller erste Klasse ist es geworden. Zusammen mit einem Latte Macciato, den Blick auf den See mit seinen Wassersportlern und der kostenfreien und unkomplizierten Möglichkeit die Akkus zu laden war es eine gelungene Pause.

Wir nutzten die Ostseite des Sees wegen dem obligatorischen Foto mit der im See versunkenen Kirche. Das würde ich beim nächsten mal nicht mehr so machen.

Die Strecke war teilweise schlecht geschottert, eng und durch sehr viele Fußgänger schwer zu fahren. Noch dazu der Verkehr der direkt daneben einhergehenden viel befahrenen Straße. Gleich danach kommt der Haidersee. Mit einer rasanten Abfahrt starteten wir in die nächsten Kilometer nach unten. Ein gut ausgebauter Radweg verführte zum besinnungslosen rasen (radeln) Es war ein Traum. Die Landschaft flog nur so an uns vorbei. Unten in Glurns machten wir am belebten Dorfplatz eine verdiente Aperolpause.  Zu unserer heutigen Herberge dem „Weißen Rössel“ in Schluderns sind es nur noch 4 Kilometer.

Hatten wir heute Morgen noch großen Respekt vor dem Reschenpass, so sind wir jetzt am Abend doch ganz entspannt und stolz auf unsere Leistung. Hier bestätigt sich wieder das nicht alles was so erzählt wird auch wirklich so ist. Die beste Erfahrung im Leben ist doch das eigene Erfahren der Momente. 

Morgen gehts gute 45 Kilometer weiter nach Tschars. Dort legen wir einen geplanten Ruhe- und Wellnesstag ein. 

2 Antworten auf „21.08.2020 Pfunds nach Schluderns 54 KM und 772 HM“

  1. Hey, Martina, hey Robert, toll, dass Ihr wieder auf Tour seid. Die Berichte hören sich klasse an. Macht weiter so! Ich wünsche Euch eine ganz angenehme,vor allem unfallfreie Weiterfahrt.

    1. Hallo Dagmar

      Liebe Dank für deine Wünsche.
      Ja, es ist einfach herrlich hier oben in den Bergen. Hinter jeder Kurve oder Steigung ein anderes schönes Panorama.
      Liebe Grüße auch von Martina zurück.

      Wir sehen uns hoffentlich bald mal wieder.

      Robert

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