D – 29.04.2013 LEINE – HEIDE – RADWEG

Es is ja wie`s is. Nur keinen unnötigen Ballast auf eine Radtour mitnehmen. Alles genau prüfen und zwei Mal Überlegen was auch unbedingt mit muss. Um 10.00 h sollte der Start dieser ersten gemeinsamen Radtour in 2013 ab Göttingen sein. Um 11.00 h sind wird dann doch noch gestartet. Der Grund dafür war, dass ich nur den Autoschlüssel mitgenommen hatte. Sonst keine Schlüssel wegen nur das nötigste mitnehmen sonst keinen Balast……. Die Schlüssel für den Radträger lagen in Lohfelden. Also noch einmal zurück. Bei bewölktem Himmel ging es in Richtung Nörden Hardenberg. Vergeblich habe ich dort nach einem Korn gesucht. An der lauten und vielbefahrenen Bundesstraße ging es teilweise bis nach Northeim entlang. An der Seenplatte machten wir in der Sonne unserer erste Rast. Durch die noch unbegrünten Sträucher hatten wir einen herrlichen Blick auf die Kiesseen. Nur der Lärm der unmittelbaren A7 warf einen Schatten auf diese Pause. Schnell waren wir in Einbeck angekommen. An den leckeren Apfelkuchen und die leckeren Kaffeespezialitäten werden wir noch lange denken. Bisher waren die Wege von Asphalt-, Wald-, Schotter- und Feldwegen geprägt. Schon vor Einbeck hatten wir nur noch Asphalt- und betonierte Radwege. Schnell sind wir durch die frisch bestellten Felder in Richtung Kreiensen geradelt. Großflächige Äcker mit der jetzt schon ca. 15 cm hohen Gerste lassen auf eine reiche Ernte in diesem Jahr schliessen. In den Vorgärten blühen die Frühlingsblumen. Der Rasen ist oft von englischen Eltern. Übermächtig groß ist manch ein Magnolienbaum. Oft reicht er weit über den Dachsims hinaus. In Freden wollen wir die erste Nacht bleiben. Der Kontakt mit dem ersten Hotelier lässt uns aber schnell weiterfahren. Ruhetag, schlecht gelaunt und keine Lust auf Umsatz. Hoffentlich wiederholt sich das nicht. Eine Hotel Empfehlung konnte-wollte er auch nicht geben. Nach dem Ortsausgang schieben wir ersteinmal den Berg hoch. Fast bis nach Föhrste können wir uns den Berg hinunter rollen lassen. Im “Braunen Hirsch“ in Röllinghausen werden wir, trotz Ruhetag, herzlich empfangen und schlafen für kleines Geld sehr gut.

30.04.2013

Kurz hinter Alfeld ist am nächsten Morgen die Strecke gesperrt. Eine Brücke über die Leine wird erneuert. Fertig soll sie im Juli 2013 sein. Die Bauarbeiter, sie kommen aus Goslar, lassen sich in ihrer Pause nicht stören. Eine alternativ Strecke kennen sie hier auch nicht. Also zurück. Über Dehnsen an der B3 entlang und dann nach rechts in Richtung Brüggen. Jetzt sind wir wieder auf dem (unseren) Radweg. Im Zick Zack geht es weiter bis nach Gronau. Nach Nordstemmen fahren wir über Elze und Burgstemmen. Ich freue mich westlich von Sarstedt durch das Naturschutzgebiet zu radeln. Kein Mensch weit und breit. Die Vögel und die Gänse sind die einzigen Begleiter. Na ja nicht ganz. Der Wind kommt jetzt aus Norden und macht das Fahren auf der nicht befestigten Schotterstraße nicht einfacher. Die Radwege nach Hannover hinein habe ich in einer solch schlechten Beschaffenheit nicht erwartet. Es zieht sich. Die teilweise nur einen Meter breiten Wege lassen bei Gegenverkehr keinen Spielraum. Häufig steigen wir ab. Endlich am Maschsee angekommen nehmen wir kurz vor unserem Hotel noch einen Kaffee am Nordufer ein und genießen den Blick auf den See. Alle Unwegsamkeiten dieses Tages sind bei diesem Anblick und der leckeren Torte vergessen. Im vorher gebuchten Mercure Hotel schlafen und frühstücken wir fürstlich, wieder für kleines Geld.

01.05.2013

Am Feiertag ging es am Morgen aus Hannover hinaus. Bei den Herrenhäuser Gärten haben wir uns kurz verfahren. Ein Radler hat uns auf den richtigen Weg zurück gebracht. Immer am Kanal entlang ging es erstmal in Richtung Garbsen. Ein interessanter Moment war die Unterfahrung des Mittellandkanals. Am nahen blauen See vorbei ging es unter der stark befahrenen Autobahn hindurch nach Schloss Ricklingen. Hier wurden wir von einem sehr schnellen Inline Skater überholt. Wir fuhren gemütliche 15 kmh er so um die 20 kmh. Heute am 01. Mai ist vor mach einem Feuerwehrhaus der Grill aufgestellt, flankiert von einem Bierpilz und eingerahmt von Bierbänken und Tischen wird gefeiert. Selbst auf die ortseigene Blaskapelle wird nicht verzichtet. Mit unseren orangen Trikots fallen wir auf. Einer ruft “Die Holländer kommen“. Ich antworte im vorbeifahren. “Wir haben jetzt wieder einen König, Ihr aber keinen Papst mehr!“. Schon ist er ruhig und die anderen lachen. Im nu sind wir an Neustadt am Rübenberge vorbei. In Schwarmstedt buchen wir uns um 16.00h ein Zimmer für die Nacht. Davor angekommen sagt uns das Hotel schon von außen gar nicht zu. Wir versuchen ein anderes zu finden. In “Tepes Gasthof“ kommen wir unter. Das Gasthaus ist auf Radler eingestellt. Ein großer, trockener und verschließbarer Schuppen ist für die Räder da. Das Zimmer ist sehr geräumig und sauber. Für das Abendessen reserviert uns Constanze einen Tisch. Das ist auch gut so, denn die Gaststube ist gut besucht. Die Speisen sind frisch zubereitet, schmackhaft und reichlich. Alle Mitarbeiter incl. dem Chef sind sehr engagiert. Hier macht das verweilen richtig Spaß. Nach einer ruhigen Nacht in himmlischen Betten fahren wir weiter.

02.05.2013

Nach einem leckeren und ausgiebigen Frühstück starten wir gut gelaunt in Richtung Hodenhagen. Noch sehen wir kaum Sonne. Auf der Brücke bei Ahlden (Aller) werfen wir den letzten Blick auf die Leine. Hier vereint sich die Leine sich mit der Alte Leine und fließt wenige Meter später in die Aller. Die Sonne, schon lange erwartet, kommt jetzt durch die Wolken. Beim fahren mit Jacke und langer Hose wird uns jetzt warm. Die nächste Pause nutzen wir zum Umziehen. Über die A7 geht es weiter nach Düshorn, Walsrode lassen wir links liegen. Unser Ziel ist heute Soltau. Martina ist heute an dem Tag mit der kurzen Etappe mit der Hotelauswahl dran. Vier Sterne mit Sauna und Pool hat sie ausgesucht. Drei KM von der Strecke ab nimmt sie dafür in kauf. Das Zimmer ist in Ordnung. Die Sauna und der Pool lassen keine Wünsche offen. Die Gastronomie ist mit Ausnahme der Bar nicht zu empfehlen. Zwar essen wir vom Büffet für nur € 12.50 jedoch ist das Essen das Geld nicht wert. Schade. Der Empfang war am Abend noch freundlich, am nächsten Morgen war nur der junge Mann der mich bediente freundlich. Die anderen drei Damen hinter der Rezeption grüßten nicht einmal. Meine Wertung dafür – mangelhaft. Immerhin haben wir in den wenigen Stunden € 150 umgesetzt.

03.05.2013

Schnell weg von hier. Durch den Wald, schon an den ersten Heidefeldern vorbei geht es nach Schneverdingen. Wir genießen an diesem sonnigen Tag die Natur. Machen eine Pause nach der anderen. In Schneverdingen gönnen wir uns eine Suppe und lecker Kaffee und Tee. Gut gestärkt haben wir jetzt den schönsten, auch zeitweise anstrengenden Teil der Tagesstrecke vor uns. Die Heide, soweit das Auge reicht, erwartet uns. Die Schotterstrecke nehmen wir dafür gerne in kauf. Das rauf und runter um den Wilseder Berg, die höchste Erhebung in der Heide, stört uns nicht. Es gibt immer was neues zu sehen. Die Heide ist noch grau. Kaum Farbe in der Landschaft. Die grünen Lebensbäume, die Kiefern und sich langsam belaubenden Birken setzten Akzente in verschiedenen grüntönen. Mal überholen wir, mal überholen uns, die Pferdekuschen auf der idyllischen Strecke. Sogar ein paar Wanderer sind unterwegs. Uns fehlen nur noch die Heidschnucken. Kurz vor Undeloh sehen wir eine Herde in der satten grünen Wiese stehen. So wie im Bilderbuch. Ein Schäfer, seine Hütehunde und die Schafe. Im Seume Haus lassen wir die Eindrücke bei Kaffee und Kuchen sacken. Die Mitarbeiterin erzählt uns, das am Samstag oder Sonntag hier mit den Rädern kein durchkommen ist. Die Menschenmassen aus Hamburg, Bremen und von noch weiter her prägen dann das Bild. Besonders voll ist es hier zur Heideblüte. Der heutige Tag ist genau der richtige gewesen. In Meilsen, neben Buchholz bekommen wir nach langem suchen ein Zimmer im Hotel “Hoheluft“. Nach 90 KM sind wir von der Freundlichkeit der Mitarbeiter und der Leistungsfähigkeit der Küche begeistert. Kein Vergleich mit dem Vortag. Wir schlafen nach dem leckeren Essen sehr gut.

04.05.2013

Heute nur noch nach Hamburg. Das Mercure Hotel am Volkspark ist fest gebucht. So ganz nebenbei bekommen wir mit das Kirchentag ist. Noch mal Glück mir einem freien Zimmer gehabt. Die Strecke von Buchholz nach Vahrendorf zieht sich durch die Wälder. Ein ewiges Auf und Ab. Die Bäume spenden bei diesem Teil der schweißtreibenden Strecke kühlen Schatten. Bei Ehesdorf bleiben wir auf der falschen Seite der Autobahn. Nach fünf KM kommen wir wieder auf die richtige Strecke. Bis zur Süderelbe macht das radeln keinen richtigen Spass. Bis zum alten Elbtunnel geht es durch das neue IGS Gelände. Der alte Elbtunnel ist voll mit Menschen. Kirchentag eben. Auf der anderen Seite oben angekommen geht es erst einmal in den Fischereihafen zum Italiener unseres Vertrauens. Bei “Lust auf Italien“ genießen wir unsere Vorspeise und einen leckeren Aperol Spritz, das Maisels Hefeweizen vom Fass darf auch nicht fehlen. Einmal mit dem Rad die Reeperbahn runterfahren. Heute ist es soweit. Langsam rolle ich auf der sündigen Meile entlang. Passieren kann mir ja heute nichts. Meine Frau ist ja dabei. Durch den Volkspark fahrend erreichen wir unser Hotel nahe der Trabrennbahn. Jetzt ein Terrassenbier und eine Dusche. So schnell kann eine Urlaubswoche vergehen. Martina prostet mir zu und bedankt sich bei mir für die Geduld. Na ja – “Es is halt wie`s is“

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