D – 15.08.2013 Fulda – Werra – Leine

Mal so richtig abschalten. Die Natur mit allen Sinnen genießen und den Körper ertüchtigen. Mal wieder rauf aufs Rad. Für heute habe ich mir eine kleine Runde in Hessen, Niedersachsen und Thüringen ausgesucht. Ganz ohne Karte nur dem Verstand und dem Bauchgefühl folgend. Schon in der Frühe ging es bei gerademal 9c in Lohfelden los. Schnell war ich in der hektischen Stadt Kassel und schon nach einigen Minuten später dem lauten und aggressiven Morgenverkehr entkommen. Immer an der Fulda entlag ging es zu meinem ersten Etappenziel Hann Münden. Nach 90 Min war ich dort angekommen bei einen flotten Tempo von 22.5KMH. Da meine beiden Bremsen nicht so richtig griffen suchte ich einen Radladen. Gar nicht so einfach um kurz vor 10h in Deutschland. Der erste hatte zu und der zweite konnte nicht helfen. Doch die Zeit dort im Radladen “Radikal“ war gut investiert. Nette Gespräche über die schon erlebten Geschichten auf unseren Reisen ließen fast meine Pausenverpflegung vergessen. Thorsten es war angenehm bei dir und ich schau mal wieder vorbei. Quitschend fuhr ich durch die Altstadt. Zur Werra sind es nur wenigen 100M. Gleich am Anfang eine für Radler unpassierbare Baustelle. Macht nix. Die Umleitung, auf der anderen Flussseite war schnell gefunden. Noch ein Einkauf beim Discounter und die nächste Etappe ging los. Witzenhausen war mein Ziel. Der Weg dorthin war mit Apfel, Pflaumen und Mirabellenbäumen gesäumt. Die leckeren gelben Mirabellen waren zuckersüss und gratis. Es machte Spass diese vom Boden aufzusammeln. Ich hatte einen starken Anstieg in meiner Erinnerung. Doch wo war er? Ein Radler hob den Zeigefinger und rief mir zu. “Gleich kommt eine 18% Steigung“ gerade noch rechtzeitig in den kleinsten Gang geschaltet und mit Bravur hoch gestrampelt. Allgemein waren heute recht viele Radler unterwegs. Rentner oder auch Pärchen mit Ihren Ebikes. Auch eine Holländische Familie mit vollem Camping Gepäck sah ich zuerst in Hann Münden und später einige Male an der Werra wieder. In Lindewerra machte ich in meiner Kaffeepause die Bekanntschaft von vier Holländern. Sie wollten ein Bild von sich, was ich gerne für sie knipste. Wie animierte ich wohl dir Truppe zu lächeln? Ich sagte sie sollen jetzt alle mal “Oranje“ sagen. Hat sehr gut geklappt. Klasse Bild. Hier hätte es Sinn gemacht den steilen und nimmer endenden Berg zur Burg Hanstein über die Straße zu fahren. Ich erinnerte mich an einen Wanderweg hoch zu Teufelskanzel. Den wollte ich nehmen. Schnell war der Einstieg gefunden. Nach 120M die Wahl zwischen dem 2.4KM langen Weg oder die nur 700M lange -steile- Strecke nach oben zum Lindewerrablick. Was habe ich wohl genommen? Alle 50M Pause. Das Rad konnte auf dem ehemaligen Grenzweg nicht abgestellt werden da es sonst umgefallen und nach unten gerutscht wäre. Der Schweiß quoll wie aus Sturzbächen aus allen meinen Poren. Das Hirn und die Augen fingen an zu flimmern. Die Arme verwandelten sich in Blei und die Waden begannen zu krampfen. Ich habe mich für diesen Weg entschieden. Die angeschlagenen Bremsen ließen auch hier keine Abfahrt zu. Ein liter Wasser weg. Kaum Schatten. Das Garmin zeigte noch zwei Kehren. Unendlich zog sich dieser Berg. Vor mir eine Jägersitz. In seinem Schatten machte ich 20 Min Pause. Die Augen zu und der Natur zuhören. In der Ferne ein Mähdrescher sein Lärm war allgegenwärtig. Keine Vögel zu hören. Die Blätter rauschten mal mehr mal weniger im Wind. Das für mich angenehmste Geräusch. Die Sirenen im Tal heulen. Minuten später waren die Rettungskräfte mit ihren Martinshörnern unterwegs. Ganz weit weg fuhr ein Zug. Am meisten genoss ich iedoch wie mein Herzschlag langsam leiser wurde und ich jetzt wieder FREIDURCHATMEN konnte. Die letzten 600M waren vergessen. Nur noch ein kleines Stück hochschieben. Ich habe keine Ahnung wie weit es noch ist. Mit aller zurückgewonnenen Kraft ging es weiter. Nach gut 100m war ich oben. Den Ausblick genoss ich für 30 Sekunden. Weitere 30 Minuten lag ich zum trocknen schlafend auf der Bank in der Sonne. Den Schildern folgend ging es nun in Richtung Burg Hanstein. Überraschend schnell war ich dort. Die vielen Touristen musste ich nicht von der Straße klingeln. Das machten schon meine laut quietschenden Bremsen. In Heiligenstadt wollt ich meine Tour beenden. Doch ich musste erste die Strecke an die Leine finden. Bauch oder Kopf wem folge ich diesesmal. Da der Kopf heute schon einmal versagte blieb nur der Bauch übrig. Das war gut so. Nach 10 KM fand ich das ersehnte Schild. 25 KM nach Heiligenstadt und 20 KM nach Göttingen. Ich fuhr in den Westen. An gut ausgebauten Radwegen in einem Mordstempo über Friedland und dort nach einer Radler- und Bananenpause nach Göttingen. Um 17H in Göttingen angekommen war für mich dieser wunderschöne Tag zuende. Hier ist noch der GPS Track: http://connect.garmin.com/activity/359372735 Ich freue mich schon auf die nächste Tour im September von Berlin nach Usedom.

Zeit zum FREIDURCHATMEN

Zeit zum FREIDURCHATMEN

Eurovelo 13 ganz Nah

Eurovelo 13 ganz Nah

ehemaliger Grenzweg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.