D -29.06.2021 Ostseeküstenradweg von Kiel nach Hohwacht 60 KM Hotel. 


Ich hab dann mal einfach den Keil zum feststellen der Eingangstüre zur Straße entfernt. Plötzlich Ruhe im Frühstücksraum. Das Brummen der Kühlung des Kühlfahrzeuges verstummte fast ganz. Jetzt war es erträglich. „DAS Können SIE nicht einfach so machen! Jetzt kommen ja keine Gäste mehr rein! Sagen SIE beim nächstenmal einfach BESCHEID.  Wurde ich von der Diensthabenden Dame laut vor den anderen beiden Gästen angemacht. Also dem stimme ich gerne zu wenn: SIE zu sehen gewesen wären, wenn nicht das Geklapper der Getränkekisten mit den leeren Getränkeflaschen in der Küche, mit der offenen Tür, die dann auch noch auf einem Rollcontainer mit harten Rollen durch den Frühstücksraum mit den harten Bodenfließen klappernd geschoben wurden gewesen wären und alle hätten in Ruhe das Frühstück genießen können. Das hätte ich ihr gerne gesagt. Meine Erfahrung und meine Disziplin haben der Dame den Tag gerettet. Die beiden Gäste im Raum haben auch nur lächelnd den Kopf geschüttelt. MADE MY DAY. Kann das noch getoppt werden? Diese Minuten haben den ganzen bis dahin angenehmen Aufenthalt kaputt gemacht. Die Internationale Hotelkette mit Bett and Breakfast in ihrem Logo hat an dieser Stelle ein Problem sage ich mal. Es war heute einfach nur schön zu radeln. Die Ostsee in Sichtweite und zum schmecken. Vorbei an vielen gepflegten und Kilometerlangen Stränden. Kalifornien und Brasilien wurden noch in der vollen Sonne mit einem leichten Wind von Süd Ost passiert. An einer Stelle entdeckten wir einen hoch interessanten Verkaufsstand. Drei Kinder boten hier Handbemalte Glückssteine feil. Die kleinen und großen Steine waren mit Motiven von der Küste liebevoll bemalt. Den Dreien machte es eine Freude sie den Urlaubern und vorbeikommenden anzubieten. Ich zahlte Drei Euro für zwei liebevoll bemalte Steine. Die Kinderaugen leuchteten. unbezahlbar ihr Blick als ich die Euros in die ehemalige Cremedose klimpern lies.


DieLeckereien Fischbuden luden zum verweilen ein. Da konnten wir doch nicht vorbeifahren- oder? Ein leckeres Backfischbrötchen und ein Seelachs im Bierteig haben unsere noch nicht leeren Energiespeicher aufgefüllt. Nach 35 KM wurde es am Himmel dunkler. Dicke Regenwolken bauten sich neben uns auf. Der Wind nahm zu und schob uns ein gutes Stück nach vorne. Doch die Naturgewallten sind nicht zu unterschätzen. Innerhalb von wenigen Augenblicken trafen uns dicke Tropfen. Schnell einen Unterstand finden. Egal wo rief Martina. In Sichtweite sah ich einen großen Hof mit mehreren Gebäuden. Mit der höchsten Kraftanstrengung schafften wir es uns an einer kleinen Hütte gegenüber dem Haupthaus unterzustellen. Es war einmal eine Ziegelei gewesen in der Nähe von Kembs die wir hier nach 40 KM unerwartet und überglücklich gefunden haben. Die Hofherrin sah mein Winken durch das mit viel Glas versetzte Eingangstor und rief durch den Wind und jetzt schon starken Regen, dass wir die Türe öffnen sollen und uns drinnen aufhalten können. Gerne haben wir das Angebot angenommen. Draußen bogen sich die alten Bäume und die dicken Äste knarren und krachten durch die Last des Regens und den heftigen Windböen. So eine Pause kann doch auch gut sein um z.B. ein Nickerchen auf den vorhandenen Gartenliegen oder das laden der elektronischen Geräte zu erledigen. Als der Regen etwas nachließ kam die Dame vorbei und erkundigte sich nach unserem Zustand und befinden. Dank ihrer Unterstützung haben wir dieses unerwartete Gewitter trocken und unbeschadet überstanden. Sie bot uns sogar noch Handtücher und Lappen zum trocknen der Räder an die wir dann bei der Abfahrt noch überreicht bekamen. Beim offenen Small Talk wurde erwähnt, dass in dieser Hütte schon so mancher Radler vor dem Regen gerettet wurde. Gastfreundschaft wird an manchen Orten so einfach umgesetzt. Keine Fragen einfach nur machen. Oder wie ich auch gerne sage: „Mach’s einfach!“ Danach ging’s weiter ins nur 10 KM entfernte Hohwacht. Dort hatte Martina schon ein Zimmer im Trockenen gebucht. Nach so einem Nassen Nachmittag wollte sie nicht im klammen Zelt übernachten. Das Zimmer haben wir kurz vor 18 Uhr bezogen. Um 17:59 Uhr war dann auch der richtige TV Sender gefunden. Spannend begann das Spiel welches wir in unserem Hotelzimmer und in unserem Herzen verfolgten. ………..  Nach dem Spiel holte ich mir in der Pizzeria unten ein Bier. Der Kellner meinte „ Wie ist das so wenn verloren… „ MADE MY DAY“ dachte ich mit und antwortete „Noch ist Portugal Europameister und ich sehe immer das positive in meinem Alltag“.  


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