D -30.06.2021 Ostseeküstenradweg von Hohwacht nach Wenkendorf 83 KM CP

Der rote Mohn und die kornblumenblauen Felder setzten der heutigen Tour

am Anfang die bunten Akzente.

Es ging Anfangs entlang an der Ostsee die sich links von uns breit machte. Wir fuhren lange an ihr entlang. Vorbei an Heiligendamm, mit seinen für einen Mittwoch, noch außerhalb der geballten Schulferien in Deutschland. Die vielen Touristen behinderten uns 😉 an den für uns sowieso gesperrten Passagen an der Promenade entlang. Am Vormittag lag die See noch ruhig in ihrem unter blauem Himmel gemachten Bett. Später so gegen 16.00 Uhr kam Wind auf und der glatte Spiegel verwandelte das Wasser in eine mit kleinen Schaumkronen dekorierte Wasserfläche. Aus der ruhigen Ostsee wurde eine bedenklich rauhe See. Wir freuten uns auf unser hoffentlich trockenes Zelt und auf eine kuschelige und warme Nacht. Doch bis dahin sollte es noch eine ganze Weile dauern. 

Schon von weitem war am Mittag die Fehmarnsundbrücke zu sehen.

Unser Etappenziel bis zur Kaffeepause sollte Großenbrode sein. Wir schafften es bequem bis dahin. Jedoch wurde es mit dem gemütlichen Café, einem heissem Tee und einem leckeren Stück Kuchen erstmal nichts. Zum eine, fanden wir die Cafe Meile nicht schnell genug und zum anderen war da der so plötzlich beginnende Regenschauer der uns in ein kleines Bushaltehäuschen, dekoriert mit Jägermeister Flachmännern und diversen Toilettensprüchen, die mit einem dicken Stift an die sonst zu schöne Holzwand geschrieben waren, drängte. Unsere Kaffeepause genossen wir nach den verregneten 45 Minuten am Strand des beschaulichen Örtchens. Gut gestärkt und mit einer besseren Laune als eine Stunde vorher sind wir am Eingangstor zur Fehmarnsund Brücke (ist das der richtige Name?) angekommen.

Die Tür zur schmalen Auffahrt öffnete mir eine Prinzessin. Ich habe mich nicht getraut sie zum Dank dafür zu küssen. Bekanntlich werden die Märchenfiguren zu Frösche verwandelt. Noch mehr Gequake wollte ich nun doch nicht ertragen müssen. Wir radelten anfangs auf einem kleinen Weg der uns mit den bepackten Rädern bei Gegenverkehr zum Anhalten zwang  die stetig ansteigende Rampe zur Brücke hoch. Oben gab es einen großen Rand-(Seiten)streifen der trotz der Dauerbaustelle ein sicheres Passieren möglich machte. Die Autos machten uns bevor wir auf der Brücke waren noch Sorge. Jetzt fühlten wir uns dennoch sicher. 


Der Wind aus Nord – Osten wurde stärker. Das war für uns Abschnittsweise blöd zu anderen vertrieb er die wieder aufziehenden Regenwolken. Auf Fehmarn angekommen wählten wir die Route von Süden über Westen in den Norden mit dem Ziel Puttgarden. Hier erwiesen sich die schmalen Singeltrails auf dem Deich mit ihren ausgefahrenen Rillen und den durch den Regen noch mehr  aufgeweichten Boden, als eine schmierige und kräftezehrenden Angelegenheit. Zur körperlichen Belastung kam noch die psychische Belastung, hervorgerufen durch eine auf dem Deich verunfallte Radlerin, die schon von einem Rettungswagen versorgt wurde. Die Radlerin lag unten an der zum Meer abgewandten Seite der Deichkrone. So war es den Sanitätern nicht möglich die Frau zur Deichkrone hoch und auf der anderen Seite in den Rettungswagen zu bringen. Hier wurde dann noch die Feuerwehr alarmiert um kräftig zu unterstützen. Den Plan nach Puttgarden zu radeln verwarfen wir bei KM 70. Noch weiter 25 KM bei dem Wind und der sich jetzt bemerkbaren Erschöpfung wollten wir uns nicht zumuten.


Der nächste CP sollte unser Tagesziel sein. So war es dann auch. In Wenkendorf fanden wir einen Platz in erster Reihe hinter dem Deich an der Ostsee. Für 31€ bekamen wir den Platz für das Zelt, die Erlaubnis mit zwei Personen und den Rädern, uns hier aufzuhalten und für 15 Min freies WLAN. Das warme Wasser zum Duschen durften wir pro fünf Minuten für einen € dazu kaufen. Ist Campen günstig?

Auf dem Platz gab es noch ein Restaurant in diesem kehrten wir ein. Der Name war Programm. Im Schnitzelhaus gab es Schnitzel die noch frisch vor dem Braten geklopft werden und beim Anrichten über den schon großen Teller hingen, leckere. Bratkartoffeln mit Speck für 1,50€ mehr und frisches Bier vom Fass. Zum Dessert gönnten wir uns einen kräftigen Lumumba und Ramazotti.

Der obligatorische Spaziergang in die Dunkelheit hinein rundete den schönen Abend ab. Jetzt, um kurz vor Mitternacht, gehts für mich in den kuscheligen Schlafsack. Gute Nacht.  Ich habe heute noch gelernt, dass Honig kristallisiert wenn die Bienen 🐝 mit Zucker zugefüttert werden. Gibt der Imker den Tieren den eigenen Honig bleibt er stets flüssig und klar. 😉

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