D – 26.08.2021 Sylt nach Wesselburen (CP) 154 KM



Ich bin gestern Abend spät auf dem Campingplatz angekommen. Das kleine Restaurant hatte noch bis 22 .00 Uhr Küche und war bei meiner Ankunft gut besucht. Das Zelt war fix aufgebaut und eingerichtet. Jetzt noch was leckeres essen. Die 8 Stunden Zugfahrt haben mit zugesetzt. Völlig unterzuckert schaute ich,nachdem mein Platz desinfiziert und mein Impfzertifikat geprüft war, in die kleine Karte. Meine schon verschwommenen Augen konnte ich fast nicht mehr trauen. Ein einfaches Schnitzel mit Pofri und Salat war mit €19.80 ausgezeichnet. Sylt eben.  Ich bestellte mir dann die günstigere Rinderroulade mit Rotkohl und Püree. Das Gericht war reichlich und lecker zubereitet. Die Nacht war sehr ruhig. Ich hatte mein Zelt fast in der Mitte des großen Platzes aufgebaut um mich herum war der Sicherheitsabstand wohl gute 15 Meter. Morgens um 6.00 Uhr war ich schon in der Dusche. Um 6.15 Uhr machte ich mich auf den Weg zum 24 Km entfernten Ellenbogen. Der nördlichsten Stelle Deutschlands. So mit Navi ist das gar kein Problem. Den Wind von vorne radelte ich mit einer guten e-Unterstützung weg. Die Radwege auf Sylt sind zum größten Teil gut ausgebaut und gepflegt. Nur die letzten ca. 10 km zum Ellenbogen waren holprig und beschwerlich. So langsam ging die Sonne im Osten, in Höhe eines kleinen Leuchtturms, auf.


Es kamen mir gerade mal 5 Menschen entgegen. Ich hatte fast die Elitäre und so tolle verschlafene Insel fur mich alleine. Der Ellenbogen war total leer 

Ich teilte mir die schönen Minuten mit einem Schaf. Apropos Schaf. Verträumt wie ich war und ggf. auch das Schaf hätte ich fast eines auf den letzten Metern gerammt. Nach diesem Moment war ich auch richtig wach.

So gegen 8.45 Uhr war ich inkl. einer kleinen Einkaufspause wieder am Zelt. Der Zug zum Festland zurück ging alle halbe Stunde. Ich hatte Zeit alles zusammenzupacken und in Ruhe mein Brötchen zu essen. Langsam ging es nach Keitum zum BHF und danach gemütlich über den Hindenburgdamm nach Klanxbül. 


Die Wetter Prognose versprach Rückenwind mit über 30 km/h und keinen Regen bei bewölktem Himmel.  Was soll ich sagen. Jetzt um 18.00 Uhr ist es immer noch so. 

Die Route führte mich genau in der vorherrschenden Windrichtung. Ich bin fast geflogen. Die Manchmal monotone Landschaft flog nur so an mir vorbei. Eine Abwechslung boten mir die Gitter am Deich. Hier musste ich immer absteigen und das schwere Rad durchschieben. Es waren nur wenige Reiseradler unterwegs. Die beiden nach Norden radelnden bemitleidete ich schon sehr. Das Leben kann, wenn der Wind ein Verbündeter ist so böse sein. Gegen 12 Uhr hatte ich schon die 90 Km auf dem Tacho. Bei Km 120 war ich in Husum. Ich suchte mit einen Imbiss um mich zu stärken, auszuruhen und aufzuwärmen. Der Wind kühlte mich trotz der Jacke richtig aus. Ein mittelmäßig schlechter Dönerteller mit Salat und ein ebenso schlechter Cappuccino waren das Entgelt für das laden der Akkus und ein kleines Nickerchen von mir. Die letzte Km zehrten sehr an meiner Fitness. Am Platz angekommen war niemand da. Telefonisch erreichte ich den Besitzer und er wies mir einen Platz zu. Nach einer heissen Dusch erwachte wieder der gute Geist in mir. Jetzt noch was essen gehen und dann in die wohlverdiente Herberge.  


Die eiserne Lady habe ich unterwegs getroffen. Sie gab dem Wind die Richtung vor.

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