D – Oktober 2021 Am Fluss radeln, D9 Radweg, Fuldaradweg, Sinntalradweg, Mainradweg, Tauberradweg, Blauradweg, Donauradweg, Illerradweg



1.  Tag Lohfelden nach Bebra KM 73

Gegen 10 Uhr machte ich mich mit Martina auf die Reise. Diesesmal wollten wir gute Freunde in Memmingen besuchen. Ob wir wirklich in der geplanten Zeit dort ankommen oder ob wir noch Umwege auf uns nehmen, wird sich zeigen. In Bergshausen trafen wir auf unseren ersten Fluss, die hier schon recht breite Fulda. Wir radelten gemütlich stromaufwärts am Fluss entlang. Eigentlich ist das ja unsere Hausstrecke, doch weiter als bis zu einem Biergarten in 14 Km Entfernung kommen wir kaum.
Die erste Kaffeepause legten wir in Melsungen ein. Direkt am Marktplatz ist der Schwälmer Bäcker. Mit seinem knusprigen Landbrot „Drei Käse hoch“ lockte er uns schon mehrmals in seine gute Stube. Die Zeit dort nutzten wir auch dieses Mal, um die Akkus auf der Toilette aufzuladen. Das sehenswerte Kloster Haydau in Morschen war unser nächster Fotostop. Die Erinnerung an eine Hochzeit vor fünf Sommern kam wieder auf. Wo ist nur die Zeit geblieben oder vielmehr was hat sie uns gebracht? Luke. Mit der
handbetriebenen Seilfähre zogen wir uns über die Fulda. In dem nach unten nur mit einem Gitterboden ausgestatteten Korb, mühten wir uns und die beiden Rädern ans gegenüber liegende Ufer zu bringen. Puhhhh, das geht ganz schön in die Arme und Schultern. Wir unterfuhren die Autobahn- und ICE Brücken. So wenig wie sie von unten in die Natur passen, so wichtig sind sie für uns bei der Nutzung von oben. Die Medaille hat nunmal zwei Seiten. Jeder muss sich für sich entscheiden, was wertvoller oder wichtiger ist. Beides geht nun mal im Interesse der Allgemeinheit nicht. Nach 73 KM sind wir dank der wenigen Höhenmeter und der Unterstützung ganz entspannt in Bebra angekommen. Unsere Unterkunft war uns durch eine Übernachtung mit den Wintersportlern aus Vollmarshausen schon bekannt. Es hat sich in den Zimmern nichts verändert. Sogar das rote Telefon mit Wählscheibe hing noch im Hotelflur vor unserem antiquiertem Zimmer.


2.  Tag Bebra nach Fulda KM  77

Auch heute wurde das Tal wieder durch die imposanten ICE Brücken geteilt. An der sich abschnittsweise Mäanderten Fulda fanden sich interessante Skulpturen des
Ars Natura Weges.


Wir konnten an diesem Sonntag die Sonne genießen. Links und rechts fanden wir die Hinweise zu abzweigenden Radwegen. So wurde auch kurz vor Bad Hersfeld in einer Pause der Gedanke geboren die erste Tour in 2022 nach Berlin zu radeln. Dort gibt es ja auch eine alte Freundschaft aufzufrischen. D. B. du liest das bestimmt. Wir kommen!! Zu schnell waren wir in Fulda angekommen. Der letzte Anstieg in die Stadt bzw. schon 3 Km davor hat mein Akku Feierabend gemacht. Die letzten Höhenmeter hatten es in sich. Ein leckerer Kaffee und ein warmer Apfelkuchen in der wärmenden Sonne in der Innenstadt halfen uns die Zeit bis zur Öffnung unserer Herberge zu verkürzen. Am Abend gönnten wir uns in „Breuers Weinstube“ ein leckeres Mahl. In der Nacht hat es stark und lange geregnet.


3.  Tag Fulda nach Gemünden KM 90 

Gegen 10 Uhr ging es bergab rollend wieder zurück an die Fulda. Ein leichter Nebel hat die direkte Umgebung des Flusses eingehüllt. Doch schon bald kam die wärmende Sonne und der Dunst verzog sich schnell. Die wenigen unbefestigten Abschnitte waren durch den Regen, der letzten Nacht, aufgeweicht. Das nasse Laub erforderte ein vorsichtiges und stellenweise auch ein langsames Fahren. Wir bogen auf den Sinntal Radweg. Dieser führt in Richtung Süden, also zum Main, am Rand der Rhön entlang. Anfangs hatten wir viele moderate, damit meine ich leicht und gut zu schaffende Höhenmeter mit der angenehmen E-Bike Unterstützung zu bewältigen. Es ist uns sofort aufgefallen das es hier viele E-Biker geben muss. Die vielen E-bike Ladestationen waren ja nicht zu übersehen. Kurz nach Heubach hatten wir die höchste Stelle an diesem Tag erreicht.


An einem Dorfladen in Obersinn legten wir eine Kaffeepause ein. In der guten halben Stunde, die wir hier verweilten, trafen sich hier bei der überaus freundlichen Dame vom 15 jährigen Teenager, über den regelmäßigen durchreisenden Geschäftsmann, bis zur 96 jährigen wohlgelaunten und gesprächigen Hildegard alles. Natürlich will ich die mal schnell vorbeischauenden jungen Mütter mit ihren Kinderwägen und den Kleinkindern nicht vergessen. Gute 20 km weiter waren wir in Gemünden am Main angekommen. Wir stellten uns die Frage: Jetzt noch 25 km bis nach Karlstadt zu radeln oder Ende des heutigen Tages? Es war schon 18 Uhr und ein radeln in der Dunkelheit wollten wir uns nicht antun. Also nach 90 KM das Rad in die Hotelgarage und nach einem leckeren Abendessen müde ins Bett. Die Stunden mit viel Bewegung in der frischen Luft machen müde.

4.  Tag Gemünden nach Tauberbischofsheim KM 82

Heute trafen wir die ersten Fernradler am Main. Im Vergleich zu den letzten Tagen waren die 10 Radler schon fast eine Invasion. 40 flache KM fast immer direkt am Main bis nach Würzburg mit einer Kaffee und Akkuladepause waren das erste Ziel für heute. Die Strecke ging so nah am Main vorbei das man fast meinen konnte, dass man auf dem Main fährt. Die erste Pause legten wir auf der alten Brücke in einem kleine Kaffee ein. An diesem Ort wurden die Coronaregeln so was von vorbildlich eingehalten und geprüft, dass ich mich für das Engagement und die damit verbundene Mehrarbeit und Belastung für die Mitarbeiter, bei der Betriebsleitung bedanken muss. Jeder, zumeist Tourist, der seine 3G Befreiung nicht nachweisen konnte wurde freundlich darauf hingewiesen, dass ein Aufenthalt in diesem Raum nicht möglich ist.
Die nächsten 6 Km ging es stetig bergauf. Nach einer kurzen rasanten Abfahrt in der Sonne kam nach Waldbrunn und der überquerten Autobahn der Mega Aufstieg mit 16%.


Dieser war mit der vollen Unterstützung der Technik und den genau für diese Herausforderung noch voll geladenen Akku kaum zu bewältigen. So musste an dieser Stelle der gut trainierte Radler an seine körperlichen Grenzen gehen. Es war ein Absteigen ohne herabzufallen an dieser Stelle keine Option. Mit einem langen Applaus wurde Martina an der höchsten Stelle belohnt. Unsere beiden Akkus waren zum ersten Mal beim anfassen heiss. Breite Radweg an den schon abgeernteten Feldern und an den noch satten grünen Wiesen führten uns teilweise hoch über dem Weilbach nach Tauberbischofsheim, unserem heutigen Etappenziel. Im Adlerhof fanden wir ein gemütliches Zimmer. Das Abendessen gab es im Badischen Hof. Solltet ihr dort mal was zum Essen bestellen nehmt das Cordon bleu.


5.  Tag Tauberbischofsheim nach Rothenburg o.d. Tauber KM 80

Für den heutigen Radeltag wurde uns ein stetig ansteigendes Höhenprofil angezeigt. Ganz am Ende mit einer steil ansteigenden Tendenz. Ok, darauf kann sich der Radler ja einstellen. Sobald das ganze jedoch noch mit vielen Baustellen an der Stecke flankiert wird, die zum Teil erst direkt an der Baustelle als unpassierbar und mit der Durchfahrt bzw. auch für Fußgänger als verboten ausgeschildert werden auftauchen, hört der Spaß auf. Umwege bis zu 10 km sind wir geradelt. Die schlechte Laune ließ nicht lange auf sich warten. Der angekündigte oder versprochene kurzzeitige Regen hob nicht im geringsten die schon miese Laune. Martina hatte
mit der dafür richtigen Kleidung ein wenig bessere Laune und konnte die Tour dennoch besser genießen.
Die Natur färbt sich langsam und unaufhaltsam und schmückt sich mit ihrem Herbst/Winterkleid. Die Blätter setzten mit ihren bunten und erdfarbenen Tönen immer wieder passende Akzente in die Landschaft. Nach Rothenburg o.d. Tauber ging es, natürlich an einer Baustelle mit einem Umweg verbunden, steil bergauf in unser Hotel „ Zum Breitele“ in der Altstadt. Das Abendessen schmeckte uns wie immer gutbürgerlich im „Zum Ochsen“.


6.  Tag Rothenburg o.d. Tauber nach Crailsheim KM 40 und mit dem Zug nach Blaubeuren 

Wo es hochgeht, gehts auch wieder runter. Heute ist eine kurze Tour mit 40 km bis nach Crailsheim geplant. Warum? Weil wir mal eben noch bei einer Freundin vorbeischauten. Wir kennen sie aus der Zeit als die Ibis Budget Hotels noch als Formule 1 Hotels auf dem deutschen Markt bekannt waren und erst später zu ETAP Hotels wurden. Was fur eine Zeit in unserer Vita. Neben viel Arbeit und Verantwortung, auch für unsere junge Familie, hatten wir auch Spaß. Der Zeit ein wenig nachzutrauern und um zu sinnieren, beschlossen wir nach Blaustein zu reisen. Unsere Zugfahrt endete in Blaubeuren und begann mit einem Besuch des Blautopfs der Quelle der Blau und führte uns noch bis nach Blaustein ins „Hotel und Gasthof Klingenstein“ wir genossen die hausgebrauten Hopfengetränke die regionalen Spirituosen und die sehr gute Küche. Die ruhige Nacht im modernen Zimmer mit den bequemen Betten und dem futuristischen Badezimmer sucht seines gleichen.


7.  Tag Blaustein nach Memmingen KM 73

Bis nach Ulm waren es an diesem kalten Morgen nur noch gute 10 Km. Von dort ging es ein kleines Stück der Donau entlang bis wir nach links auf den Illerradweg abbogen. Auf dem Illerradweg ging es stetig bergan in Richtung Süden. Memmingen war unser Tagesziel. Der Radweg war, wenn ich mich richtig erinnere, nur geschottert. So kamen wir auch nur mäßig voran. Die Iller wird schon seit 2010 renaturiert. Gut zu Erkennen ist das an den vielen Baustellen entlang der einzelnen Staustufen und der schon fertiggestellten Abschnitte. Für die Artenvielfalt und den Hochwasserschutz wird hier eine Menge Geld in die Hand genommen. Auf dieser Etappe gab es direkt am Weg keine Einkehrmöglichkeit, jedenfalls haben wir keine geöffnete gesehen. Unsere Kaffeepause legten wir nach guten 50 Km in einer kleinen Bäckerei in Kirchdorf an der Iller ein. Der kleine Umweg hat sich gelohnt. In Memmingen bei kühlen Temperaturen, jedoch mit Sonnenschein angekommen, endet unsere diesjährige Abschlusstour. Am Sonntag ging es mit dem schon frühzeitig gebuchten Zug zurück nach Kassel.
Diese Reise mit der DB ist jedoch eine ganz andere Geschichte……..

2 Antworten auf „D – Oktober 2021 Am Fluss radeln, D9 Radweg, Fuldaradweg, Sinntalradweg, Mainradweg, Tauberradweg, Blauradweg, Donauradweg, Illerradweg“

  1. Hallo Martina, hallo Robert, habe die täglichen Berichte Eurer Radtour natürlich gelesen!!! Ich freue mich auf Euch, wenn Ihr nach Berlin kommt.
    Liebe Grüße
    Dagmar

    1. Hallo Dagmar
      Wir freuen uns auch auf die Tour. Die Strecke habe ich schon geplant. Jetzt fehlen nur noch die passenden Campingplätze. Im Frühjahr soll es dann losgehen. Bis bald.
      Robert&Martina

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