D- Lohfelden nach Potsdam 26.04.2022 5. Tag Jeserig/Fläming nach Potsdam 77 KM

Macht doch mal die Augen zu. Versetzt euch in die späten 60er Anfang 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. Einige von euch hatten zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht auf dieser Welt existiert. Die anderen waren in meinem Alter. Wir alten können uns noch gut an die Samstage erinnern. So um 18 Uhr rum wurde im kleinen Badezimmer der mit Holz beheizte Boiler angeheizt. Sobald das Wasser heiß war wurde das Badewasser eingelassen und zum Baden gerufen. Erst die Kleinen und später dann auch die Erwachsenen. Es kam schon vor, dass die Kinder sich eine Wanne teilten und das Wasser bei mehreren Kindern nicht immer gewechselt, sondern nur mit warmen Wasser nachgefüllt wurde. Nachdem jetzt das Kopfkino läuft fehlt doch noch was. Was wohl? 

Der Duft von Kiefer und Tanne aus der grünen 1 Liter Plastikflasche. Dieser Duft zog sich durch die ganze Wohnung, durch das ganze Treppenhaus. In jeder Etage duftete es gleich. Meist hielt der Duft bis um 20.15 Uhr an. Danach war er nicht mehr interessant. Es begann ja in der ARD oder dem ZDF die Samstagabendshow.  Der Hr. Kuhlenkampf, der Hr. Carell oder der Hr. Elstner übernahmen jetzt das Zepter. Heute kennen wir diesen Duft nur noch aus den Saunen. Sie heißen jetzt Sibirische Fichte oder Zeder aus dem Baikal. Exotische und asiatische Düfte wie Zitronengrass, Mango Banane oder Orange haben sich auch etabliert. Mir fehlt bei der Fülle der Aromen immer noch der Weizenbier oder Gin Tonic Aufguss. 

Heute hatten wir zum Abschluss einen super Radeltag.

Die Sonne schien schon am Morgen und ich konnte die leichte Windjacke tragen. Es gab kaum Wind von vorne und nach 6 KM hatten wir den höchsten Punkt erreicht. Gut gelaunt rollten wir dahin. Die erste Pause legten wir auf einer sonnigen Bank im Herzen der Altstadt von Bad Belzig ein.

Danach führte uns die Route am R1 (dem Europäischen Radfernweg) vorbei an blühenden Obstbäumen und an frisch bestellten Feldern.

Wir genossen den weiten Blick in die erwachende Landschaft. Und jetzt sind wir wieder bei der Einleitung. Dieser Duft begleitete uns heute in den vielen Kiefernwäldern. Es machte richtig Freude tief www.freidurch(zu)atmen. Wir hatten beide fast zur gleichen Zeit dieses Kopfkino als Erinnerung abgerufen. Die letzten Kilometer vor Potsdam ging es an den Seen fast ohne Steigungen entlang. Im Örtchen Petzow gönnten wir uns noch einen Snack, bevor wir gemütlich am Zielort einradelten. 

Martina meinte heute noch, dass eine Tagesetappe von unter 80 KM gar nichts mehr für sie ist. Der Popo hat gut durchgehalten und die Kondition ist nach nur wenigen vorher absolvieren Trainingskilometern auch beachtlich gut.  Der Weg ist das Ziel. Dieses Motto werden wird  uns auf den nächsten Touren begleiten, wenn wir weitere Freunde besuchen werden. Martina hat doch immer die besten Ideen. Heut Abend beginnt für uns der angenehme Teil der Reise 😉. 

Tschüss

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