D- Lohfelden nach Potsdam 25.04.2022 4. Tag Nienburg nach Jeserig/ Fläming 88 KM

„Es is halt wie‘s ist“ habe ich mir heute mehrmals gedacht. Die Route war gut geplant und wir beide heute, nach einem guten und reichhaltigen Frühstück, gut gelaunt in den Tag gestartet. Ein blauer Himmel mit nur wenigen Wolken,  kaum Wind und vor allen Dingen Sonne machten uns Hoffnung auf einen erfolgreichen Radeltag. Zuerst ging es noch an der Bode entlang, bis diese in die Saale mündete. Diese überquerten wir mit einer Seilfähre bei Calve.

Danach ging es direkt zur Elbe.  Diese überquerten wir bei Alt Tochheim ebenfalls mit einer Seilfähre. Ab hier ging es dann auf den Flämingradweg den wir bis zu unserer heutigen Familienherberge in Jeserig folgten.  Die erste Hälfte ging es leicht bergab und zum Ende hin hatten wir dann doch noch den Rest der Strecke gute 70 HM zu bewältigen. Im Vergleich zu den letzten Tagen ist das keine Erwähnung wert. Heute ging es vor allen Dingen der Bode, Saale, Elbe und Fläming Radweg entlang.


Die Straßenbeläge sind so unterschiedlich wie die Namen der Radwege. Es war vom Asphalt, Waldwegen mit großen Löchern, original Plattenwegen aus vergangenen Zeiten, Kopfsteinpflasterstraßen in den Orten die uns stark ausbremsten, bis zu Autobahnartig ausgebauten Abschnitten an einer Bundesstraße über groben losen Schotterbelag, zum Ende hin, alles dabei. 

Einmal haben wir uns kurz verfahren.

In Zerbst machten wir unsere Mittagspause. Die Stadt war vor dem zweiten Weltkrieg nach Rothenburg ob der Tauber einer der schönsten Fachwerkstädte in Deutschland. Kurz vor Ende des letzten Krieges flogen die Bomber der Alliierten einen Angriff auf Dresden, da jedoch die Bodentruppen schon kurz vor Dresden standen wurden sie abgezogen und entsorgten ihre Bombenlast auf dem Rückflug auch über Zerbst. Innerhalb von 120 Min war die Stadt zerstört.

Mache ich heute den TV an, merke ich das die Menschen (Politiker) nichts dazu gelernt haben. Ein Ortsschild irritierte uns sehr. Wir waren zwar im Osten,hatten uns ein wenig verfahren jedoch nicht mit einem solchen Umweg gerechnet. Die letzten Kilometer auf dem Flämingradweg hatten es durch den losen Schotter in sich. Das fahren ging nicht nur in die Arme sondern forderte uns auch mental. Das konzentrierte Fahren und die Angst ab- oder wegzurutschen setzten Martina auf ihrem ungefederten Rad sehr zu.

In unserer Herberge wurden wir herzlich empfangen und mit einen bodenständigen Abendessen verwöhnt. Martina hatte den ersten Spargel dieser Saison aus der Region. Morgen werden wir die Tour umplanen und bis nach Potsdam den Europaradweg R1 folgen. Diesen Tipp gab uns der Herbergswirt, der auch ein begeisteter Wanderer ist und mal eben so die Strecke von Beelitz nach Oberstdorf mit gleichgesinnten zum Nationalen Wandertag bewältigt. Hut ab. 

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