Lukes Abenteuer-Tagebuch – Tag 1

Von Lohfelden bis zur Fuldaschleife – Der Tag, an dem ich den höchsten Berg bezwang

Hallo!

Ich bin Luke und ich bin sieben Jahre alt.

Heute hat unser riesengroßes Abenteuer angefangen. Ich glaube, das wird die aufregendste Reise meines ganzen Lebens!

Heute Morgen sind wir bei Omartina und Robert in Lohfelden gestartet. Unsere Fahrräder sahen aus wie kleine Lastwagen. Überall hingen Taschen. Vorne Taschen. Hinten Taschen. Sogar oben drauf Taschen.

Ich habe Robert angeschaut und gefragt:

„Sind wir sicher, dass dein Fahrrad nicht gleich umfällt?“

Robert hat gelacht.

„Wenn es umfällt, fallen wir eben gemeinsam um.”

Ich musste so lachen, dass ich fast vergessen hätte loszufahren.

Als wir endlich unterwegs waren, mussten wir erst an einer großen Straße entlang bis nach Bergshausen fahren. Die Autos rauschten an uns vorbei. Mein Herz klopfte ganz schön schnell.

Aber dann…

…kam endlich die Fulda!

Plötzlich war alles ruhig.

Das Wasser glitzerte wie tausend kleine Diamanten.

Wir machten unsere erste Pause auf einer Bank mitten im Grünen.

Und dann kamen sie.

Ganz langsam.

Ganz stolz.

Mindestens zehn Schwäne.

Sie schauten uns an, als wollten sie fragen:

„Habt ihr vielleicht etwas Leckeres für uns?”

„Robert, meinst du, Schwäne essen Müsliriegel?“

„Vielleicht lieber Wasserpflanzen“, antwortete er grinsend.

Auf der Fulda paddelten viele rote Kanus vorbei.

Das Lustigste war:

Die Frauen waren meistens schneller als die Männer.

Die Männer mussten richtig kämpfen.

Die Frauen lachten dabei ganz laut.

Ich glaube, sie hatten mindestens doppelt so viel Spaß.

Nach unserer Pause ging es weiter.

Jetzt kam mein großes Ziel.

Ich wollte heute jeden einzigen Berg schaffen.

Ohne abzusteigen.

Dann kam DER Berg.

Er war riesig.

Also jedenfalls für mich.

Ich trat und trat und trat.

Meine Beine wurden schwer.

Mein Helm fühlte sich plötzlich an wie zehn Kilo.

Ich wollte schon aufgeben.

Aber dann dachte ich:

Mutige Ritter steigen auch nicht einfach vom Pferd.

Also trat ich weiter.

Noch einmal.

Und noch einmal.

Und plötzlich…

war ich oben!

Ganz ohne Schieben!

Ich riss beide Arme in die Luft.

„Jaaaaa! Geschafft!“

Robert kam kurz danach oben an.

„Luke, ich bin richtig stolz auf dich.“

Ich glaube, ich war in diesem Moment ungefähr drei Meter größer.

Nach einer leckeren Trink- und Essenspause fuhren wir weiter an der Fulda entlang.

Manchmal fuhren Autos über die Brücken genau über uns.

Das klang wie Donner.

Ein bisschen komisch fühlte sich das schon an.

Zwischendurch entdeckten wir sogar einen Pumptrack.

Natürlich musste ich sofort ausprobieren, wie schnell ich durch die Kurven fahren konnte.

Das machte richtig Spaß.

Später musste ich ganz schön aufpassen.

Überall lagen Pferdeäpfel.

„Nicht hineinfahren!“, rief Robert.

„Keine Sorge! Ich bin Profi!“

Fast im gleichen Moment entdeckte ich eine kleine tote Maus auf dem Weg.

Puh…

Gerade noch ausgewichen.

Kurz danach kamen wir an einem Freilaufstall vorbei.

Darin waren ganz viele Hühner.

Ich blieb stehen.

Atmete tief ein.

Und dann…

„Gack! Gack! Gaaaaack!“

Alle Hühner antworteten gleichzeitig.

Omartina lachte so laut, dass sogar die Hühner erschrocken guckten.

In Guntershausen wartete unser Lieblingsstopp.

Der Hofladen unseres Vertrauens.

Und natürlich…

Eis!

Ok Nach so vielen Kilometern schmeckte das Eis bestimmt doppelt so gut.

Dann hatte Robert eine verrückte Idee.

Wir stellten die Fahrräder auf eine Waage.

Mein Fahrrad wog 12 Kilogramm.

Roberts Fahrrad…

52 Kilogramm!

„Robert! Dein Fahrrad wiegt ja fast wie ein ausgewachsener Mensch!“

„Deshalb brauche ich auch einen besonders starken Motor.“

Ich schaute ganz erstaunt.

„Welchen Motor?“

Robert zeigte auf seine Beine.

Da mussten wir alle lachen.

Am Nachmittag kamen wir endlich auf dem Campingplatz Fuldaschleife an.

Robert half dabei, unser großes Drei-Personen-Zelt aufzubauen.

Die Heringe wollten überhaupt nicht in den trockenen Boden.

Fast sah es so aus, als würde die Erde gewinnen.

Aber am Ende gewannen natürlich wir.

Ich richtete anschließend unser Zuhause für die Nacht ein.

Jeder bekam seinen Schlafplatz.

Das fand ich ziemlich wichtig.

Nur ungefähr fünfzig Meter hinter unserem Zelt floss die Fulda vorbei.

Man konnte das Wasser richtig hören.

Danach gingen wir auf Entdeckungstour.

Wir fanden sogar eine Kindertoilette mit eigener Dusche.

„Das ist ja fast ein Luxusbad!“, sagte ich.

Direkt daneben war eine Terrasse.

Ein Restaurant.

Und…

ein riesiger Spielplatz!

Natürlich musste ich sofort bis ganz nach oben auf den höchsten Turm klettern.

Von dort konnte ich unser Zelt sehen.

Und die Fulda.

Und ganz viele Menschen.

Heute durfte ich sogar für uns alle das Essen bestellen.

Zweimal Schnitzel mit Pommes, Ketchup und Mayonnaise.

Einmal Ofenkartoffel mit Kräuterquark.

Die Getränke durften Omartina und Robert selbst aussuchen.

Nach dem Essen ging es auf den Fußballplatz.

Dort spielten schon andere Jungs.

„Darf ich mitmachen?“

„Klar!“, riefen sie.

Fast eine Stunde spielten wir zusammen.

Ich war zwar ziemlich kaputt.

Aber glücklich.

Jetzt sitze ich im Zelt.

Meine Zahnbürste liegt neben meinem Schlafsack.

Draußen höre ich die Fulda rauschen.

Irgendwo zirpen Grillen.

Und ich frage mich, welches Abenteuer morgen auf mich wartet.

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