09.04.2012

Eine Erleichterung gibt es heute. Um nicht von der Strecke abzukommen macht es Sinn die Radwanderkarte von Huber immer wieder umzublättern. Heute bin ich auf der Letzten Seite angekommen. Der Weg nach Basel ist gerade noch eingezeichnet. Das hätte ich nicht gedacht. Für die weitere Strecke verlasse ich mich nur noch auf die Schilder des Europa Fern Radweg Nr. 6. Um 9h ging es bei den schon fast Frühlingshaften Temperatur von 4c los. Ach den leichten Nieselregen nicht vergessen. Zügig bin auf der Strecke zurück. Es ist angenehm am Kanal zu radeln. Ich komme gut voran. Ca. 20 Km vor Basel verwirren die verschiedene Radwege. Ich entscheide mich für alle die in Richtung Süden gehen. Vor Basel nehmen die Jogger und Spaziergänger zu. Meine Klingel gibt oft den Ton an und macht den Weg frei. Für ein paar Minuten kommt die Sonne heraus. Na, willst du mich doch noch verabschieden. Die letzten Tage kannst du nicht mehr gut machen. In Basel werde ich von den riesigen Chemieanlagen empfangen. Es riecht ausergewöhnlich und bedrohlich. Hier soll mal nichts in die Luft gehen! In der Innenstadt finde ich mehrere Möglichkeiten zum Essen und Aufwärmen. “Das Schiefe Eck, Mc Donalds oder ein Dönerladen“. Na, wohin gehe ich wohl? Nur noch wenige Km und ich bin in Deutschland. Die Gedanken drehen sich jetzt um die Heimreise. Seit Basel begleitet mich leichter, kalter Regen. Heute ohne den Wind. Ich nehme die Natur und den Vater Rhein nicht mehr richtig wahr. Es ist Zeit aufzuhören. Nochmal alles geben. In Bad Säckingen beende ich diese erste für mich erfolgreiche Etappe. 87 Km in 5.03 h mit 280 Hm und der max. Steigung von 17% !! Um 15.30 hole ich meine Fahrkarte. Gegen 1 h am nächsten Morgen werde ich Zuhause sei. Im Mai geht es ab hier weiter.

Basel, trüb im Regen

Basel, trüb im Regen

Schweizer Drehspieß Imbiss

Schweizer Drehspieß Imbiss

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08.04.2012

Morgens um 9h bei gerade mal 6c radle ich in dem Tag hinein. Links von mir die laut gurgelnde, rauschende und spritzende le Doubs. Rechts von mir der Canal au Rhone au Rhin. Still liegt er in seinem Bett. Fast unheimlich steigen Nebelschwaden über dem hellgrünen Wasser auf. Die Regentropfen zeichnen ihre Ringe in das Wasser. Ein prächtiger, toter, Karpfen treibt in der Nähe des Ufers. Mittendrin ist der Radweg. Schnurgerade. Eine leichte Steigung lässt die nächste Schleuse erahnen. Meine Brille beschlägt durch meinen Atem. Die Angler stehen wie angewurzelt am Ufer. Regungslos. Werden sie heute mit einem reichen Fang nach Hause gehen? Gegen 9.30h kommt die Sonne für einen kurzen Moment heraus. Das tut gut. Sonntagmorgen in Deutschland. Viele drehen sich in Ihrem Bett ein letztes Mal herum und freuen sich auf das leckere Frühstück. Montebeliard um 11h erreicht. Das hätte ich nicht geglaubt. An einem wunderschönen Park mache ich Rast. Aufwärmen, die Zehen wieder spüren. Ein starker Kaffee bringt mich wieder nach vorne. Vor mir ein riesiger Springbrunnen. Noch ist der Park nicht erwacht. Es lohnt sich im Sommer hier vorbeizuschauen. Die Beete mit ihren bunten Blumen lassen Osterstimmung aufkommen. Weiter nach Mulhouse. Gut 45 Km. Immer gerade aus. Immer eine leichte Steigung. Gegen 11.30h ein Hagelschauer bei 2c. Ostern und Aprilwetter eben. Aufeinmal geht es wieder bergab. Der Kanal ändert wieder die Richtung. Es läuft gut nach Moulhouse – wenn nur der kalte Wind nicht wäre. Ich finde schnell mein Wunschhotel. Das Rad verschließen und duschen. Heute ist mein letzter Waschtag.
Heute 90 Km, in 5.05 h, mit 536 Hm und einer Steigung von 8%. Morgen mal schnell nach Basel – nur 40 Km, danach durch die Schweiz und noch die Einreise nach Deutschland.

Alles ist geregelt

Alles ist geregelt

Noch schläft der Park

Noch schläft der Park

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07.04.2012

Am frühen Morgen quälen mich die täglichen Wadenkrämpfe. Aufstehen und eine Magnesiumpille einwerfen. Als ich mir Nachschub in einer französischen Apotheke besorgte, meinte die teilnahmslos da sitzende Mitarbeiterin “Eine am Tag reicht“. Bei mir nicht! Ich nehme eine am Morgen und eine am Abend. Viele Menschen bekommen ihr Gehalt einfach so weil sie da sind. Meine ich. Beim betreten der modernen Apotheke in der alten Stadt sitzen dem Eingang zwei Mitarbeiterinnen gegenüber. Zu welcher gehe ich? Hübsch war keine. So fiel dieser Filter schon mal weg. Also wer von euch beiden bewegt sich zuerst. Die hat verloren. Die Linke sagte “Bon Jour“ und hatte nach 4 Sekunden verloren. Ich fragte nach Magnesium und Sie verstand mich sofort. Glück gehabt. Drehte sich nach hinten um und legte eine Packung mit 45 Stück für 14€ auf den Tresen. „Gesalzene Preise“ denke ich. Sie sagt “Eine am Tag genügt“. Wem kann ich da noch trauen? Um 9h am Morgen starte ich bei 10c. Der Einstieg ist schnell gefunden. Das Hotel war nur 3 Km von der Route entfernt und es geht Bergab. Der Himmel ist noch bewölkt und ich bin auch nicht so richtig in Stimmung. Nach 10 Km wird mir kalt. Der, nur leichte Gegenwind, kühlt mich schnell aus. Heute sehe ich nur einen Reiher und der steigt wieder kurz vor mir auf. Die ersten Forsitzien verblühen schon wieder. Das erste leuchtende gelb wird vom frischen grün verdrängt. Doch die Natur erwacht überall. Alles wird grün. Die vielen Grüntöne lassen meine Stimmung steigen. Die Enten schwimmen schnatternd im Kanal. Sie haben, genauso wie die Raben, keine Angst vor den Menschen. Ich habe wieder ein neues Departement erreicht. Die Beschilderung ist anders gekennzeichnet. Auch sind die Wege hier besser in Schuss. Besancon zieht sich hin. Dort eine lange Pause und ein nahrhaftes Essen. Mit meinen Mahlzeizen habe ich heute geschlampt. Der Körper hat keine Kraft mehr. Heute fehlt mir die Motivation. Das ich die falsche Brücke in die Stadt genommen habe wird klar als ich die Steigung vor mir sehe. Ca. 800m bergauf hochschieben. Bergab geht ja nicht. Ich mache 4 mal Pause auf dieser Strecke. Ich schwitze nur vom Schieben. Jetzt in die Altstadt und einen Lebensmittelladen finden. Gegen 16h will ich weiter. Um 15h sind es in der Sonne gerade mal 14c. Der Himmel zieht sich wieder zu. Heute ist wieder Frauchen, Herrchen und Hundchen Tag. Am Nachmittag gehen alle gassi. Einige Jogger kann ich bei diesem Wind schon riechen bevor sie zu sehen sind. Sobald es nach Waschmittel und Weichspüler riecht, stelle ich mir die Frage: Kommt die Ariel oder der Meister Propper? Die Angler am Kanal werden im Laufe des Nachmittages mehr. Auch die ersten Deutschen sind mit ihren Zelten und ihren Wohnmobilen auch schon vertreten. Osterferien eben. Ein schwarzer BMW Kombi mit dem Kennzeichen KA -steht am Canal. Eine Batterie von 12 Angeln ragen vom Ufer aus in den Kanal. Drei mittelalte Männer in Ihren Tarnhosen und dicken Pullovern haben es sich gemütlich auf der anderen Seite des Radwegs eingerichtet. Ein Lagerfeuer brennt. Der Grill ist an. Ich sage “Grüß Gott“ nur einer versteht mich. Die drei sprechen kaum deutsch. Ich frage nach einem Bier. “Naaah nur Wodka“ wird mir geantwortet. Wenn ich davon einen trinke falle ich vom Sattel. Also nur noch das Nötigste plaudern und schnell weg von hier. So schnell kann die Fatamorgana an so einem sch….. Tag sich in Luft auflösen. Das fünfte Hotel nehme ich. An meinem Zielort bin ich schon lange vorbei. Ich bin hier in der tiefsten Provinz gelandet. Hier gibt es noch nicht einmal WIFI. Das Zimmer ist eine Zumutung. Heute gehe ich erst woanders essen und dann incl. einer Flasche Wein intus aufs Zimmer. Die freundliche Frau aus dem Hotel Nr. 4 hat mich dorthin geschickt. Die Küche macht um 19.30h auf. Will ich dann noch essen!? Morgen wird ein neuer, besserer Tag. Die nächste Übernachtungsmöglichkeit suche ich nicht mehr nach geradelten Km aus. Die Daten der Strecke: 129 Km, 228 Hm und 8.10h im Sattel. Allen frohe, gesunde und glückliche Ostern.


Osterfreude

Die Natur ist erwacht

Die Natur ist erwacht

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06.04.2012

Es ging schon damit los, dass ich im Supermarkt vergessen hatte die Bananen und Äpfel zu wiegen. Kurz bevor ich drankam habe ich es noch gemerkt. Na ja, zur Obsttheke sind es nur ein paar Meter. Bis jetzt habe ich auch nach mehreren Kilometern Umweg immer zurückgefunden. Kompass sei Dank. Ich musste jetzt nur noch den Weg an die La Saone finden. Eine echte Herausforderung. Zwischen den stinkenden Rollern, PKWs und lauten LKWs hindurch. Der zweite Kreisverkehr war zuviel. Ich befinde mich auf der A6. Schnell wieder runter. Aber wie? Bis zur nächsten Ausfahrt weiter zu radeln ist zu gefährlich! Ah da rechts hinter der Leitplanke ist ein Trampelpfad. Den nehme ich. Nur noch das Rad mit Gepäck drüberheben. So locker 35Kg. Für die einen ist es die einfachste Sache der Welt. Ich komme ganz schön ins Schwitzen und mir geht die Puste aus. Nach einigen KM habe ich Crissey erreicht. Zwar nicht den gewünschten Einstieg gefunden, doch auf dem richtigen Weg. Der Duft nach Honig, den ich zwischen den gelb blühenden Rapsfeldern einatme, lässt den Gestank und Lärm der letzten 45 Min vergessen. Jetzt nach 23 Km finde ich einen sonnigen Platz, um meine erste Pause zu machen. Die Natur ist unter sich. Einige Vögel zwitschern, die Raben lärmen und in der Ferne ruft der Kuckuck. Lautlos gleiten die Schwäne über die Saone. Einzig das Rascheln meiner Twix Verpackung passt nicht in die Stille. Heute geht ein leichter Wind, natürlich von vorne. Mein Tagesziel Dole werde ich gegen 20h erreichen – so der Plan. sollte ich noch mehr so schöne Orte zum Verweilen finde, kann es auch damit nichts werden. Von der Saone komme ich bequem zur Le Doubs und danach zum Canal Rhone au Rhin. Der letzte Canal führt mich dann leicht bergauf nach Dole. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. 108 Km sind zu bewältigen, 6.30h werde ich im Sattel sitzen und 263 Hm werde ich bewältigen. Die max. Steigung von 10 % geht mir am Ars…. vorbei. Der Körper stellt sich sehr schnell auf die zu bewältigenden Aufgaben ein. Das macht er automatisch. Ich habe es ihm nicht gesagt. Vorbei an Schilfgürtel, naturbelassenen Mooren, führt mich der Weg immer öfter durch die Mückenschwärme. Die haben wohl heute gerade alle Geburtstag. Durch die dicke Schicht Labello auf den Lippen und auch an den Ohren, bleiben einige bei mir hängen. Mehrmals verirrt sich so ein Insekt in meine Ohren. Hört sich an wie der Start bei einem Formule 1 Rennen. Nur nicht so laut. Heute wollte ich es schaffen einen Fischreiher aufs Bild zu bringen. Dieser schlaue Vogel steht unsichtbar am Ufer. Noch bevor ich ihn sehe hebt er ab und gleitet lautlos davon. Zieht lautlos seinen Kreis und kommt an der selben Stelle wieder runter. Das kann ja ein paar Mal passieren. Mir wiederfährt das seit Tagen schon ein dutzend Mal. Ich kriege ihn noch aufs Bild! Wenn ich einmal warte und meine Pause einlege kommt er nicht wieder. Nachdem ich Dole 1h ein Hotel gesucht habe, die Preise in der Stadt waren jenseits von Gut und Böse, bin ich in den Norden der Stadt ins Formule 1 gefahren. Auch das war jenseits von Gut …… Einige hundert Meter weiter bin ich im ERIK HOTEL untergebracht. Das Rad steht gut verschlossen im Heizungraum. Neben dem Rasenmäher und einigen Kanistern Benzin. Bei uns in Deutschland undenkbar. Zum Essen schickt er mich ins Country Restaurant “Onkel Scotts“. Am Eingang werde ich von Johnny Walker empfangen und platziert. Dolly Barton bedient mich. Mrs. “Sex on the beach“ ist wohl die Ober Squaw. Mit Ihren hochhackigen roten Schuhen kann die schlanke, mit schwarzen langen Haaren, auf ein Pferd steigen ohne die Steigbügel zu benutzen. Glen Fittich steht lächelnd hinter der Bar. Little Joe und Ben Cartrigth kümmern sich um den Rest. Sing Sing schwingt sein Lasso in der Küche. Die Einrichtung ist wie in einem Salon. Wird ein Stuhl in die Ecke geworfen geht der Kaputt. Das will ich heute und hier nicht ausprobieren. Morgen geht es weiter bis Clerval oder so…. Mein großes Ziel Basel kann ich erreichen. Orange Q ist noch guter Dinge. Weil Ostern ist, werde ich es morgen einmal waschen. Den Schlauch habe ich schon gefunden. Im Heizungsraum links an der Wand!!

Ein neues Depatement

Ein neues Depatement

Eine Blume beim DENKMAL

Eine Blume beim DENKMAL

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