D – Elberadweg 01.07.2022 Grieben (CP Kellerwiehl) nach Magdeburg 40 KM

Unser Wecker heute morgen war ein lautes Grollen. Das erwartete Gewitter und der lang ersehnte Regen kam. Wir ahnten durch die Berechnung des Zeitintervalls von Donner und Blitz, dass wir nur noch wenig Zeit hatten das Zelt schnell abzubauen und noch trocken einzupacken. Innerhalb von sieben Minuten war alles in den richtigen Packtaschen ordentlich verstaut.

Gewitterregen

Das Team hat nach 33 Jahren Ehe noch funktioniert. Wir warteten das heftige und lang anhaltende Gewitter auf der Terrasse der Gaststätte ab, kochten erst unseren eigenen Kaffee und gönnten uns dann auch noch ein Frühstück vor Ort. Wir beschlossen nach genauem Studium des Regenradars in den Regenpausen schnell zu radeln und dann einen Zug nach Magdeburg zu nehmen, um in einer festen Herberge zu schlafen. Der Zug war im Übrigen sehr voll. Meiner Begleiterin gefiel die Vorstellung gar nicht, heute auf einer evtl. matschigen Wiese das Zelt aufzubauen. Gegen 14 Uhr erreichten wir Magdeburg und unser Hotel direkt am Bahnhof. Nach dem für heute fest geplantem „Wäschewaschen“, gönnten wir uns ein Nickerchen und erkundeten am Abend bei einem Spaziergang und einem spontanen Konzertbesuch einer Internationalen Band „Space Level“ die Stadt. 

Dom in Magdeburg

Morgen geht es frisch gestärkt und ausgeruht weiter in Richtung Dessau. 

D – Elberadweg 30.06.2022 Havelberg (CP) nach Grieben (CP Kellerwiehl) 65 KM

In der letzten Nacht haben wir gut geschlafen. Vom Campingplatz eigenem Hahn wurden wir viel zu früh geweckt. Die Verabschiedung vom Campingplatz war herzlich. Bis zur ersten Fähre war es nicht weit. Heute haben wir gelernt, dass der Wasserstand nicht gleich der Pegelstand ist. Als Wasserstand wird die Höhe eines natürlichen oder künstlichen Wasserspiegels im Bezug auf eine vorher vom Schifffahrtsamt festgelegte Marke bezeichnet. Einmal ist die Bezugshöhe für den Wasserstand gemeint, die jedoch umgangssprachlich als Höhe über den Meeresspiegel genannt wird. Dann gibt es auch noch die Gewässertiefe. Wir müssen uns vorstellen das ja auf dem Grund eines Flusses nicht alles eben, sondern wie auf der Oberfläche auch Wellen gibt. Dann gibt es noch die Bezeichnung NN für Meere und Seen. Auf diese will ich heute aber nicht eingehen.  Auf meine Frage warum keine Schiffe unterwegs sind, sagte uns der überaus freundliche Fährmann, dass es halt zu wenig Niederschlag gibt und die zuführenden Flüsse zu wenig Wasser einspeisen. Die Schiffe weichen jetzt alle auf die Kanäle aus. Gestern wurden wir noch mit einer motorisierten Fähre übergesetzt und heute hatten wir eine an den Seilen befestigte. Auf die Frage, woher er denn wisse wann ein Schiff die Strecke passieren kann, erklärte er mir, dass die Kapitäne an bestimmten Markierungen die Fähren über die geplante Passierzeit über Funk informieren müssen. Entlang der Elbe gibt es die von mir so genannte Tieroasen. Hier stehen teilweise im Schatten eines Baumes oder von hochgewachsenen Stauden die Schafe, Pferde, Ziegen oder auch Rinder im Matsch und erfrischen sich im Wasser. Hier in Sachsen Anhalt ist die Radweg Beschilderung in meinen Augen vorbildlich. Nicht nur die aufgemalten Piktogramme, sondern auch die vereinzelt aufgestellten Hinweise zu fernen Zielen sind nicht nur erwähnenswert sondern vorbildlich.  

Globale Hinweis Beschilderung vorbildlich  

Auf dem Weg die Elbe hoch wird es immer trockener. Das Getreide steht schon trocken auf den Feldern, jedoch sind die Ähren sehr mager. Teilweise sind die Felder z.B. mit den Rüben schon fast verdorrt. Der erwartete Ertrag von Getreide und vor allen Dingen von Mais ist gefährdet, in manchen Gegenden jetzt schon nicht mehr realisierbar. Unsere erste Pause legten wir in Arneburg an der Domschänke mit einem großen  kühlenden Eisbecher ein. Diese Belohnung haben wir uns verdient.

Der leichte Wind von vorne fühlt sich heute wie der Luftzug eines Föhns auf kleinster Stufe an.  Der heutige Einkaufsstopp in Tangermünde war auch ein Schatten- und Trinkpausenstop.Kurz vor dem Ziel war es wieder an der Zeit ein Nickerchen an einer Raststation in der Apfelallee einzulegen. Heute genießen wir den grandiosen Blick aus der 100000 Sterne Herberge auf den kleinen Weiher in der Mitte des heutigen Campingplatzes.

Wir genießen das rauschen der Blätter. Die Schattenspendenden Laubbäume rascheln im leichten Wind und spenden kühle Luft. Wir werden dieses heute Abend als Wellness- Einschlafmelodie genießen.

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Kurz vor dem Ziel war es wieder an der Zeit ein Nickerchen an einer Raststation in der Apfelallee einzulegen. Heute genießen wir den 

grandiosen Blick aus der 100000 Sterne Herberge auf den kleine Weiher.  

D – Elberadweg 29.06.2022 Gatow (CP) nach Havelberg (CP) 76 KM

Tipp vom Gastgeber: „Setzen sie in Schnackenburg mit der Fähre über, sie sind dort viel näher an der Elbe und am Kanal, dort ist es viel abwechslungsreicher und schöner“.

Da unsere Planung des heutigen Tages die Stadt Wittenberge vorsah, war es eigentlich egal auf welcher Seite wir diese anradeln  – oder? Zuerst passierten wir die kleinste Stadt in Niedersachsen. Welche war das wohl? Danach ging es auf die Fähre, die mit uns alleine für 4€ die Elbe nach Brandenburg überquerte. Auch hier hatten wir wieder lange Passagen mit Gegenwind auf der Deichkrone. Ab hier jedoch auf asphaltierten Wegen. Wir konnten sogar nebeneinander fahren. Hier in Brandenburg konnten wir die kleinen Dörfer ohne jegliche Infrastruktur genießen. In Wittenberge gönnten wir uns zum Mittagessen eine feine Bratwurst im Brötchen mit Bauzener Senf. Bei der Abreise erledigten wir auch gleich noch unseren Tageseinkauf im Discounter. Was hat Martin Luther mit Wittenberge zu tun? Freue mich auf eure Antworten. Meine Begleitperson meinte da gibt es irgendwas! Geplant war ein Campingplatz in der kleinsten Hansestadt Deutschlands in Werben. Doch um diesen mit möglichst wenigen Kilometer zu erreichen, sollte ein Radweg an einer Eisenbahnbrücke über die Elbe passiert werden. Der Boden des Radweges bestand aus dicken Holzbohlen. Diese in die Jahre gekommenen Bohlen waren nicht mehr so dolle befestigt. Dadurch wurden sie beim befahren nach oben geschleudert und machten ein passieren für manch eine Radlerin unmöglich. Das ist nachvollziehbar und wird ohne Kommentar respektiert und akzeptiert. Punkt. In Zukunft werden solche Passagen bei der Planung berücksichtigt. 

Wir sind heute auf einen Campingplatz an der Havel gelandet. Zum Essen waren wir im Städtchen und haben auf dem Weg ins empfohlene Restaurant noch gleich einen Stadtrundgang gemacht. 

D – Elberadweg 28.06.2022 Alt Garge (CP) nach Gartow (CP) 76 KM

Heute hatten wir alles an Bodenbelägen was das Radlerherz sich wünscht oder auch nicht wünscht. Wir radelten durch feste Waldböden, über eiergroßen Schotter oder auf verdichtetem Kies mit der ein oder anderen schwer einzusehenden Stelle, die mit losem feinem Sand durchsetzt war. Am besten gefiel mir der Abschnitt nach einer steilen ca. 500 Meter langen Steigung auf Schotter und festem Waldboden, die es in sich hatte. Wir konnten auf diesem Abschnitt im kühlen Wald die Räder einfach rollen lassen und die Natur genießen. Außerhalb des schattigen und kühlen Walds radelten wir auf befestigten Radwegen kurze Passagen auch auf sehr wenig befahrenen Landstraßen an blauen Kornblumenfeldern entlang. Auf der schnurgeraden Deichkrone ohne Steigungen radelten wir auf 19 Metern Höhe über Normal Null stundenlang in der prallen Sonne. Erst wollte ich schreiben das, dass Radeln hier eintönig ist, dann sind mir jedoch wieder die vielen Tiere eingefallen. Rinder, Schafe, Ziegen für die Landwirtschaft auch die unzähligen Vögel, Greifvögel, Störche, Fischreiher, Enten und auch hier zuhauf auftretenden Nilgänse, regten unseren Geist an und sorgten für unzählige abwechslungsreiche Augenblicke. In der Schule haben wir ja alle mehr oder weniger in den ersten Klassen das lesen gelernt. So manch einer hat sich im Laufe seines Lebens auch das Lesen zwischen den Zeilen beigebracht oder glaubt zumindest, dass er alles deuten kann. Ich gehöre auch dazu. Ein rundes Schild mit einem roten Rand bedeutet??? Nicht passieren und die darunter angebrachten Hinweise aufmerksam lesen und beachten!! Die Strafe folgte nach ca. 1000 Metern. Wir hatten jetzt die Möglichkeit wieder zurück zu radeln oder Augen auf und vorsichtig mit Mühen und dem Kraftaufwand von zwei Erwachsenen die vollgepackten Räder eine sandige Passage Ab – und wieder Hinaufzuschieben. Gemeinsam geschafft!!! Also lesen und beachten sonst gibt es Haue für die Seele. 



Danach gönnten wir uns in Hitzacker ein leichtes Mittagessen an einem Bach mitten in der beschaulichen Altstadt. Danach brannte die Sonne unaufhaltsam.  Kurz vor 15 Uhr erreichen wir Langendorf. Hier gibt es an der Kirche an einer 90 Grad Kurve eine Rastmöglichkeit im Schatten. Wir nutzen diese um uns zu verpflegen, viel warmes Wasser und kalten Cappuccino zu trinken. Es war sogar so schön an diesem Platz, dass wir uns noch ein Mittagsschläfchen gönnten. Die letzten Kilometer zogen sich in der beissenden Sonne. Ab und an sahen wir am Wegesrand blühende Felder.

Gehören diese noch zu den versprochenen und prophezeiten, blühenden Landschaften, die Herr Kohl (*03.04.1930 / +16.06.2017) und Bundeskanzler von 1982 – 1998 mit seinen Abgeordneten uns in 1989 versprachen? 

In Gartow haben wir an den Seeterrassen nichtig gut und reichlich gegessen bevor uns das hier tätige Sandmännchen ins Zelt geschickt hat. 

D – Elberadweg 27.06.2022 Hamburg (Hotel) nach Alt Garge (CP) 90 KM

Heute sind uns viele Eindrücke in Erinnerung geblieben. Zum eine eine Kühlende rasante Abfahrt im kühlen und schattigen Buchenwald. Wald der jedoch eine anstrengende, sportliche und schweißtreibende Steigung bevor stand. Die knorrigen Bäume um uns herum haben sicher in den letzten Hundert Jahren schon so einiges erlebt und können ebenso viel davon erzählen. Ich habe das Gefühl nur durch Buchen- und Tannenwald zu fahren. Der leichte Wind rauscht in den Blättern, nur die Tannen sind still. Zu still. Die meisten von ihnen beginnen von oben herab zu verdorren. Absterben werden sie alle in den nächsten 5 Jahren.

Konnten die Entscheider nach dem letzen Krieg und dem damit verbundenem erbarmungslosen Abholzen der Wälder zum Wiederaufbau der Infrastruktur den Wissen was in fast 60 Jahren noch sinnvoll ist oder wie sich das Klima verändert? Nein, mit den damals zur Verfügung stehenden technischen Mitteln war es nicht absehbar. Heute sieht es schon ganz anders aus – oder? In dieser Stille höre ich den Vögeln gerne bei ihrem Harmonische Konzerten zu. Heute stören jedoch die Eichelhäher und die Raben das anmutige Konzert. Mit ihren lauten Rufen Grätschen sie ohne Sinn und Verstand in die Melodien hinein. Fast so wie manche Mitglieder von unnötigen kleineren Parteien bei und in Bundestagsdebatten. Beim genüsslichen hinunterrollen ich den Duft der frisch und mit System gestapelten geschlagenen Holzstämme am Wegesrand genüsslich und tief ein. 30 Meter weiter unten tuckern die Boote und Schiebeverbände auf der in der Sonne glitzernden Elbe Flussauf- und Abwärts monoton vorbei. Hinter dem Deich gehts lange entlang. Es ist eintönig und in der brennenden Sonne anstrengend. Die Kraft geht uns trotz mehrere kleiner Trinkpausen im Schatten mehr und mehr aus.

Nicht mehr weit bis zu unseren heutigen schönen und auch hoch gelegenem Knaus Campingplatz auf einem sehr gepflegten Parkähnlichen Gelände. Mit den E-bikes ist das trotzdem keine Herausforderungen mehr. Solange der Akku noch genügend Energie  hat. Unser Abendessen besteht heute aus Pizza auf dem CP. Dieser Snack ist gut zubereitet wird uns freundlich serviert und schmeckt uns bei dem schnell und unerwartet eingesetzten Starkregen auf dem Terrassenähnlichen Platz vor dem Kiosk seht gut. Jetzt freuen wir freuen uns auf eine ruhige, trockene und erholsame Nacht.