D – Lohfelden nach Potsdam 2. Tag Duderstadt nach Blankenburg 80 KM

Der blaue Himmel über uns, die Sonne wärmt uns an einer windschattigen Bank auf. Die ersten anspruchsvollen Steigungen mit über 10% liegen hinter uns. Die Region Eichsfeld hat es in sich. Über uns trillieren und zwitschern die Vögel über den prächtig gelb blühenden Rapsfeldern.

Das große Feld ist in die Landschaft eingebettet. Wellenförmig erstreckt es sich von West nach Ost. Die schattigen Nuancen lassen es noch dreidimensionaler erscheinen. Vor so einer Kulisse müssen wohl auch die bekannten Künstler aus dem 18 Jahrhundert inspiriert worden sein. 

Der Schmerz verlässt nun langsam unsere stechenden Oberschenkel. Ein gutes Gefühl wenn der Schweiß auf der Stirn durch die Sonne getrocknet wird. 

Wir haben uns schon vor zwei Jahren vorgenommen die Region Deutschland in unseren Urlauben zu erradeln. Dabei sind die Ziele zum einen unsere weit verstreuten Freunde und zum anderen die uns noch unbekannten Regionen und Orte in Deutschland. Hier gibt es noch so viel zu entdecken.  

In Walkenried machten wir am Weltkulturerbe der Klosterkirche eine längere Pause um uns kulturell zu stärken, zu erholen und die Batterien zu laden. An diesem von Radlern stark frequentierten Ort gibt es noch keine Möglichkeit die Akkus unkompliziert und kostenfrei zu laden. Schade eigentlich. Von nun an ging es hinauf in den Harz. Das Navi hatte noch einen stark ansteigenden Anstieg vermerkt. Das er so lang und heftig sein wird,hatte ich nicht erwartet. Stetig ansteigend auf einen Radweg und einer Nebenstraße traten wir im kleinsten Gang mit der höchsten Unterstützung schweigend und in uns gekehrt in die Pedale um so langsam hinauf zu kommen. Der Verkehr war nicht so stark. An der Kirche in Hohegeiß dachten wir, dass wir die höchste Stelle erreicht hatten.

Denkste! Es ging noch ungemütlicher nach oben zu den öden vertrockneten Waldflächen. Große Flächen der ehemals grünen stattlichen Wäldern, so weit das Auge reicht, waren abgestorben oder standen nur noch als Fragmente in der Natur. 

Der Oberharz rund um Braunlage und Hohegeiß hat sich in den letzten drei Jahrzehnten grundlegend geändert. Gut, dass wir noch die Erinnerungen an die satten, mächtigen und grünen Waldflächen aus den 1980 Jahren mit den stattlichen Fichten und Tannen in unsere Erinnerung verankert haben. 

Durch die Waldwüste vorbei, für einen Laien nicht schätzbaren Raummetern schon bearbeiteten und zum Abtransport bereitgestellten Holzstämmen.

Mitten im Wald endete der für heute geplante Track (die geplante Strecke) und wir hatten vor, hier zu entscheiden wie weit oder wohin wir noch radeln wollten. Ein kurzes Tippen auf den Bildschirm und Komoot schlug mir eine Strecke von nur weiteren 9 KM vor. Die Akkus sollten noch ca. 15 KM halten. An dieser Stelle erwähne ich der Ordnung halber, dass vieles nicht so kommt wie geplant und die Kommunikation auch ganz eingestellt werden kann.  Die ersten Kilometer war alles noch gut. Dann kam ein Abzweig zu einem bewachsenen Feldweg mit starker Tendenz nach unten!  Da das nicht schon genug an Aufregung war, wurde die Trasse auch noch feucht, glitschig und schlammig. Martina schob die guten 800 m abwärts unter vollem Körpereinsatz. Unten, völlig geschafft, in Neuwerk angekommen mussten wir unsere Batterien nochmals füllen um es bis nach Blankenburg zu schaffen. Der letzte Anstieg in Neuwerk war so steil das ich mein Rad schieben musste! Oben angekommen hatten wir, das wussten wir nicht, dann doch den letzten der höchsten Punkte erreicht. Eine rasante Abfahrt auf einer gut ausgebauten Straße brachte uns zu unserem Ziel, dem Hotel Gut Voigtländer in Blankenburg. Wir hatten ein schönes Zimmer, genossen die wärmende und entspannende Sauna und das leckere und reichhaltige Abendessen. Alle Mühen und Unzulänglichkeiten waren vergessen. Morgen gehts gemütlich los. Wir haben Quedlinburg in 22 KM vor uns fest mit einem Stadtrundgang eingeplant und wir wollen eigentlich nicht mehr als 70 KM radeln…..

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