08.08.2018 Weserradweg Polle nach Lahde

Im Internet und auch von Campingplatz Betreiber waren für die letzte Nacht Regen und Gewitter vorhergesagt. Ich habe in meiner 1000000 Sterne Herberge davon nichts gemerkt. Gegen 6.00 Uhr am Morgen haben mein Zelt so um die 50 Regentropfen gestreift. Das was auch schon alles. Im 8.00 Uhr hatte ich schon im Supermarkt lecker gefrühstückt und meinen „mach mich wach“ Kaffee getrunken. Mit der Fähre ging es wieder für einen Euro auf die andere Seite der Weser. Schon nach 3 km begann es leicht zu tröpfeln. Das war es aber auch schon alles was das Element des Himmels für mich überhatte. Später habe ich noch richtig dicke Pfützen auf dem Radweg gesehen.

Am Mittag bekam ich Besuch von einem alten Bekannten. „Der Gegenwind“ begleitete mich bis zu meinem Ziel am Abend. Immer aus Westen stellte es sich mir entgegen. Das hat eine Menge Kraft und auch einen großen Teil meines Akkus gekostet. Die Stecke war heute eher unspektakulär. Einzig die Schiffshebeanlage in Minden hat mit begeistert. Das letzte mal, vor so 5 Jahren, war hier eine Mega Baustelle und davon nichts zu sehen. Heute ist alles nach guter Deutscher Marnier aufgeräumt und geregelt. Zeitweise hatte ich heute doch noch 36 Grad auf dem Rad gehabt. Der Wind machte dennoch das Radeln wieder angenehm. Meinen Akku habe ich heute erstmals an einer Öffentlichen Toilette geladen. Der Spaß hat mich 50 Cent gekostet.

Steckdosen gibt es doch immer und überall. Das suchen lohnt sich allemal. Gestern hatte ich an einer Grillhütte geladen. Ich dachte mir wo es Licht gibt ist eine Steckdose nicht weit. Auf dem Gelände war auch eine Kneipp Anlage. Mit einem richtig sauberen Tretbecken und auch einem Armbecken. Hier könnte ich in der Stunde meinen Körper erfrischen und auf den bereiten Bänken mein Mittagsschläfchen halten. Mein heutiger CP ist, bis auf die Weser im 5 Metern Entfernung, nicht der Knaller. Die sanitären Anlagen sind sauber und eine 0.33l Flasche Herforder Pils kostet nur 1 €. Jedoch gibt es hier nichts zu essen und auch kein Wlan. Der nächste Ort ist 2 Km entfernt. Jedoch Gastronomisch gesehen eher verschlafen. Heute ein Sparmenü im Dönerladen. Der Himmel zieht sich jetzt zu und es kommt ein leichter Wind auf. Ich freue mich schon auf den Regen. (Wenn er den mal kommt) Es macht gar nix wenn er mich heute Nacht angenehm Überraschung t.

07.08.2018 Fulda – Weserradweg Lohfelden nach Polle

Heute morgen ging es bei angenehmen 26 Grad und blauem Himmel um 8.30 Uhr auf das schon am Vorabend gepackte Rad. Das Ziel in den nächsten Tage ist die Wesermarsch. Dort an der Nordseeküste wo der Wortschatz der Menschen aus den Worten „Moin Moin“ und „nicht soviel schnacken, Kopf in Nacken“ im überwiegenden besteht will ich hin. Einmal die von der Sonne schon verschrumpelten Füße im kalten und feuchten Schlick einer 15 Minuten Kur unterziehen wünsche ich mir. So nach 35 km wurde die Idylle an der Fulle, wie die Fulda in Nordhessen genannt wird, von einem Rauschen und wenig später von einem lauten Gemurmel und Geschmatze unterbrochen. Was war das? Woher kommen diese Geräusche? Es lässt mir keine Ruhe ich muss dahin. Auch wenn ich mich dabei in Lebensgefahr begeben sollte. Also dem Geräusch nach. In Hann Münden über die Brücke und in Richtung Norden, immer an der Fulda entlang. Es wurde lauter und unsagbar lauter. Die Luft kühlte sogar merklich ab. Unheimlich. Nach weiteren 100 Metern dem Lärm folgend sah ich das Naturspektakel ganz nah vor mir. Hier an diese Stelle „Küsst die Werra die Fulda“ mit so einer Leidenschaft die kaum zu beschreiben ist. Nach dieser Liaison beruhigen sich die Wassermassen wieder und ziehen ab hier fortan unter dem Namen „Weser“in vielen Schleifen gen Norden. Die Weser schlängelt sich in ihrem breiten Bett nach Norden. Es ist an vielen Stellen sichtbar, das eine Menge Wasser durch die Trockenheit in diesem Jahr fehlt. Noch am Wochenende war ich am Edersee und habe mir die Situation dort vor Ort angeschaut und mir den Einheimischen gesprochen. Der Wasserstand der Weser wird im wesentlichen vom kontrolliert abfließenden Wasser der Erdertalsperre gehalten. Derzeit sinkt der Wasserstand der Sperre durch den geregelten Abfluss täglich um 50 cm. Das geht jetzt noch 45 Tage so weiter und dann greift der Notfallplan. Was immer der auch beinhaltet und welch Auswirkung das auch hat. Der Zufluss aus der Eder in die Sperre hat in den letzen Jahren um 26% abgenommen. Was das in Tausend Kubikmeter ist habe ich mir nicht gemerkt. Jedenfalls ist das in einem heißen Sommer wie in diesem Jahr schon am Wasserstand der Sperre sichtbar. Es sind derzeit ca 20 Meter zuwenig Wasser in der Sperre. Die versunkenen Orte und Friedhöfe sind sichtbar. Brücke bei Assel ist begehbar. Auch an der Weser fehlen so um die 50 cm. Das sieht man an den Steinen der Uferböschung. Heute waren kaum Angler am Fluss gewesen. Es lag entweder an der Hitze oder am Wochentag. Erstaunlich viele Radler sind heute unterwegs. Die schattigen Plätze mit Sitzgelegenheiten am Wegesrand waren immer voll. Die Tiere auf den Weiden waren alle träge und suchten auch im Schatten ihre Zuflucht. Was die gutgenährten Bullen und Kühe auf den vertrockneten Weiden nicht an fressen finden erklärt mir hier keiner. Polle, Polle, Polle ist heute mein Tagesziel. Ich spreche den Namen des Ortes laut vor mich hin. Noch 35 Km bis dahin. Noch kein Hinweis auf den Schildern. Richtig bin ich jedenfalls. In Beverungen mache ich in einem Einkaufszentrum rast. Eine warme Cola, zwei Brötchen mit gekochtem Schinken und eine sauberer Toilette machen mich bei Gefühlen 20 Grad im Klimatisierten Gebäude glücklich. Draußen wartet die Hitzekeule auf mich. Meine 3 Liter Getränke sind rasch aufgebraucht. Ich fülle meine Wasserflasche an einem Friedhof wieder auf. Ein Landwirt erntet seine Zwiebeln unter einer dichten Staubwolke auf dam großen Feld mit einem Vollernter. Das habe ich in Deutschland so noch nicht gesehen.


Der CP in Polle ist in Sicht. Jedoch auf der anderen Seite der Weser. Ein Schild am Radweg zeigt mit den Weg zur Personenfähre hinüber. 250 m leicht bergab zum Fluss. „Alles wird gut“ denke ich mir noch. Überraschung.!!! Die Überfahrt ist nur von Mittwoch bis Sonntag möglich. Also wieder zurück zum Radweg. Polle ist nur noch 3 km entfernt. Bei dieser Hitze um 17 Uhr eine Ewigkeit. Die nächste Fähre in Polle wartet auf mich mit dem Übersetzen. Hier sehe ich auch meinen CP „Weserterassen“ Der erste war der falsche gewesen. „Alles ist so gut“ denke ich mit und lasse mich die letzten 200 Meter rollen. Ich bin angekommen in meiner heutigen Oase der Ruhe und des Glücks. Die sanitären Anlagen sind sauber und gepflegt. Das Personal ist freundlich und sehr aufmerksam. Das Essen ist Top. Was will ich mehr? Mein Zelt steht gaaaanz weit hinten unter einem mächtigen und schattigen Nussbaum. Hier träume ich heute von den Dingen die man aus Nüssen zubereiten kann. Morgen will ich schon früh am Morgen los. Es sind wieder um die 38 Grad angekündigt.

18.07.2018 Täbris

Nachts kühlt es merklich ab. Das tut dem Kopf richtig gut. Ich trinke etwa nur beim laufen und ohne Anstrengung 4 Liter Wasser am Tag. Ab heute mische ich es mit Fruchtsäften. Beim zahlen des Zimmers gestern Abend ging auch die Kredit- und EC Karte nicht. Obwohl mir das die Mitarbeiterin beim Check in zusicherte. Also wieder an das Dollardepot. Viel ist jetzt nicht mehr da. Ich hoffe das ich in Teheran eine Wechselstube finde die auch Karten zum wechseln akzeptiert. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Da morgen ab 18 Uhr die 12 Stündige Fahrt mit dem Zug nach Teheran ansteht, habe ich mich heute nochmal so richtig sattgegessen. Heute Morgen nach meinem Frühstück hatte ich doch gleich Besuch von Flotten Otto. Das entsprechende Medikament habe ich dabei und am Mittag war wieder alles ok. Am Nachmittag war ich schon mal mit dem Rad am Bahnhof und habe mir angeschaut wie das morgen abläuft. Da mache ich mir bis zum Schaffner keine Sorgen. Dann kommt halt wieder der Faktor Mensch ins Spiel. Heute morgen, welcher Tag ist heute eigentlich? Habe ich ausgeschlafen und gefrühstückt. Danach bin ich nochmal kurz im Schatten in den nahen Park um den Menschen bei Ihren Geschäften die Basarartig abgehen zuzusehen. Gegen 12 Uhr war der Check out. Durch die Stadt bin ich den mir schon bekannten Weg zum Bahnhof zwischen den Automassen rasant geradelt. Das ist ein schönes Erlebnis. Ich kam wieder in den Bahnhof ohne das mein Gepäck durchleuchtet wurde. Am Schalter war abermals eine sehr gut englisch sprechende junge Frau die mir alles nochmal erklärte und mir auch sagte das der Zug um 16.55 Uhr nur noch 6 Bett Abteile in der zweiten Klasse hat. Das wollte ich nicht. Also nehme ich den Zug eine Stunde später um 17.55 Uhr. Salon Wagen 6, Liege Nr. 24. Nochmal auf das Rad angesprochen telefonierte Sie kurz und sagte das ein Helfer vor der Abfahrt auf mich zukommt und die Radmitnahme regelt. Toller Service. Jetzt darf ich noch 5 Stunden in der Klimatisierten Halle warten. Bevor ich den Bahnsteig betreten darf erfolgt noch eine Kontrolle des Fahrscheines. Nach und nach wird man dann durchgelassen. Am Wagen wartet ein Schaffner der den richtigen Platz zuweist. Die Halle ist in etwas 120×50 Meter groß
Und ca. 15 Meter hoch. Die Obere Hälfte ist nur aus Fesntern und unten ist alles mit Marmor verkleidet. Selbst die Bodenfliesen sind aus roten marmoriert Marmor. An den Wänden hängen große Flats die Werbung oder iranische Nachrichten zeigen. In einer Ecke gibt es einen kleine Mosche. Bei einem Laden ist es möglich Getränke und Süßigkeiten zu bekommen. Wasser kann an einer Zapf- Trinkstation ausgefüllt werden. Sonst ist hier neben den Ticketschaltern, dem Infostand und den Geldautomaten nichts drin.

17.07.2018 Täbris

Gestern Abend habe ich meine tolle schwarze Schirmmütze wieder gefunden. Ich hatte sie in den Verpflegungssack gelegt. Dabei habe ich festgestellt das meine kleine Spülmittelflasche zur Hälfte ausgelaufen ist. Gut das ich meine Nudelfertiggerichte alle nochmal in einer Zipp off Tüte von IKEA eingepackt habe. Trotzdem musste ich alles einzeln im fließendem Wasser abspülen. Bis morgen hat es Zeit zum trocken. Mal schauen was davon noch zu gebrauchen ist. Meine Berichte kann ich selbst nicht hochladen. Die Texte und Bilder werden nur über WhatsApp App zugestellt. Das übernimmt ab jetzt Franz für mich. Also nicht wundern wenn er als Ersteller angegeben ist. Totale Kontrolle des Internets durch die staatlichen Organe. Facebook geht hier auch nicht. Big Brother ist watching you. Nach einer ruhigen Nacht ging es heute wieder auf die Straße. Ich hatte mir eine kleine Route zusammengestellt und bin diese auch abgelaufen. Interessant waren die verschieden Straßen mit ihren speziellen Händlern und deren Waren. So gab es einen Straßenzug nur mit Rädern und Motorrädern. Autos wurden gleich auf dem Bürgersteig repariert. Eine Straße weiter gäbe es alles für das Bad und die Küche usw.. Häufig lief das Öl oder andere Flüssigkeiten gleich auf den Boden und in die Rinne. Die Rinne ist auch ganz speziell. Sie liegt neben den Bürgersteig und in die wird alles reingekippt. Gestern hat es an manchen stellen durch die Hitze stark nach Gülle gerochen. Heute weht schon den ganzen Tag ein leichter Wind bei bewölkten Himmel. Er vertreibt die verschieden Gerüche aus den Straßen. Den Basar habe ich mir auch nochmal angeschaut. Hier könnte ich mich den ganzen Tag herumtreiben und die Eindrücke auf mich wirken lassen. Immer wieder werde ich von Iranern angesprochen die mir „helfen“ wollen. Ein kräftiges und bestimmtes Nein Hilft da und sie ziehen wieder ab. Es gibt zu wenige Bänke zum ausruhen. Die Grünflächen werden alle gepflegt und abends bewässert. Das macht sich sehr gut in der Häuserflut. Diese Oasen sind für die Iraner schon am Morgen die Rückzugsgebiete. Überall wird gebaut. Ganze Viertel sind abgesperrt. Hoch ragen die Kräne in den Himmel. Die Metallskelette für die Hochhäuser ragen in den Himmel. Beeindruckend sind die verschiedenen Nüsse die hier angeboten werden. Schubkarren stehen davon an der Straße oder in den engen Gassen des Marktes. In den Gängen ist es zwar voll und es wird gedrängelt, jedoch ist es alles im Fluss und es entsteht kein Geschiebe. Ich finde auch die Ruhe in den Hallen angenehm. Einen Gang weiter geht es wieder mal nach draußen. Hier wirkt gleich der Lärm der Autos und Dieselgeneratoren auf einen ein. Durch die vielen kurzen Stromausfälle hat fast jeder so ein Ding. Einer nachdem anderen gehen dann lautstark und stinkend an. Heute habe ich mir bis 14 Uhr schon eine Blase gelaufen. Bis 18 Uhr Ruhe ich im gekühlten Zimmer. Dann geht es nochmal los. Jetzt gerade ist hier im Hotel auch der Strom weg. Sekunden später ist alles wieder ok.

16.07.2018 Täbris

Meinen gestrigen Abend habe ich mit dem Endspiel der WM 2018 in Moskau,  mit einem Salatteller und sechs Chicken Wings ausklingen lassen. Das letzte Bier vor der Abstinenz im Iran durfte dabei nicht fehlen. Nach einer für mich unruhigen Nacht rollte ich den Hügel hinunter zur Grenze. Der erste kontrollierende Polizist an der Zufahrt hat mich durchgewunken. Bei der zweiten musste ich mit meinem Rad in eine Halle. Dort haben drei Personen meinen Reisepass bearbeitet. Die erste Frau ging mit ihn in einen Nebenraum. Nach zwei Minuten kam sie raus und gab ihm den zweiten Mann. Der ging in die Kabine, ich musste mich davor stellen, er scannte den Ausweis und machte einen Stempel rein. Der dritte machte die erste und die zweite Türe auf. Jetzt war ich ca. 600 Meter vom Iran entfernt. Langsam rollte ich durch das Niemandsland. Hier waren die beschlagnamten PKWS abgestellt. An der Brücke am Grenzfluss der erste Iranische Polizist. Er winkte mich mit den Worten „Willkommen im Iran“ durch. Vor der Passkontrolle in der Halle noch eine Kontrolle draußen. Zu ersten mal wurde der Pass in die Hände genommen und das VISA gesucht. Die letzte Passage war die eigentliche Einreise. Pass abgeben und wieder auf das Scannen warten. 5 Meter weiter der nächste Schalter. Jetzt wurde es interessant. Der Polizist tippte viele Daten aus dem Pass in den PC ein. Er fragte wo ich wohne, wie groß der Ort ist und welches die nächst größere Stadt ist. Er gab weiterhin Daten mit einem Finger in den PC ein. Jetzt fragte er nach dem Vornamen meines Vaters und den musste ich ihm auch noch auf Englisch buchstabieren. Diese Daten wurden auch schon bei der VISA Beantragung abgefragt. Wieder fleißiges Tippen. Danach der erhoffte Stempel. Jetzt noch das ganze Gepäck vom Rad und in den Scanner. Ich hatte Glück und musste nur eine Tasche auspacken. Er fragte mich was in der Alu Flasche ist. Er wollte wissen ob es Alkohol oder was zum trinken ist. Ich zeigte auf das Benzinsymbol und er war zufrieden. Öffnen brauchte ich die Flasche nicht. Jetzt alles wieder langsam auf das Rad und ich war durch. Vor mir und nach mir habe ich keine einreisenden Personen gesehen. In der nächste Halle wollte ich Geld am Automaten abheben und die letzen Dram tauschen. Das abheben ging mit keiner meiner Karten. Tauschen könnte ich zum richtigen Kurs, jedoch nicht in Rial sondern in eine andere Währung die weniger wert ist, hier aber auch noch angenommen wird. Das erste Mal beschissen. Habe ich jedoch erst gegen 17 Uhr gemerkt. Ein Fahrer sprach mich an wohin ich wollte. Ich sagte nach Täbris oder Jolfa. Kein Problem für 10 Dollar bringe ich dich nach Jolfa. Ich handelte noch zwei runter und es ging auch gleich los. Das Rad passte gerade so in den kleinen Wagen Iranischer Bauart auf die Hinterbank. Sitze umklappen war wegen des Gastanks nicht möglich. Er wollte es ja so. Die Schmiere auf dem Sitz meine ich. Geld macht eben doch Blind. Zwei Stunden später war ich dann nach einer ruhigen Fahrt durch die Berge immer an der Aserbaidschanischen Grenze entlang im Zentrum von Jolfa. Hier sprachen mich schon die nächste Traube von Männern lautstark an. Das ist hier normal so. Ein Redner übernahm das Gespräch und ich verhandelte den Preis nach Täbris. Den Fahrer kannte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Auch sehr gut gelaufen. Er machte es für 13 Dollar. Rad wieder hinten auf dem Rücksitz. Mit geöffneten Fenster auf der Fahrerseite ging die Tür zu. Um 13.30 Uhr hat er mich am Stadtrand an einem riesigen Kreisverkehr rausgelassen. Ich wollte doch zum Bahnhof! Doch dafür wollte der Gauner 1 Dollar extra. Habe ich nicht gemacht. Die gestandenen Taxenfahrer dort sahen das Rad schon beim ausladen und mutierten zu kleinen Jungs. Sie halfen beim zusammenbauen und beim Gepäckaufladen. Dafür dürften zwei auch mal eine Runde mit dem beladen Rad drehen. Es war Männerparty angesagt. Sowas habe ich noch nicht gesehen. Mit kleinen Sachen Freude machen. Einer der Männer schrieb mir auf iranisch das Wort Bahnhof auf einen kleinen Zettel. Er zeigte mit die Ausfahrt am Kreisverkehr und meinte zwei mal links. Nur wann Links? Den Zettel habe ich vier mal rausgeholt. Dann war ich nach 12 Km glücklich am Bahnhof. Einfach fantastisch. Hier am Bahnhof das erste mal die Möglichkeit ins Internet zu gehen. Aber vorher noch an den Schalter und wegen der Verbindung nach Teheran fragen. Die Dame sprach ein gutes Englisch und schrieb mir alles auf. Also übermorgen um kurz vor 16 oder noch um 18 Uhr mit dem Nachtzug in der ersten Klasse nach Teheran für 1,20€! Das Rad muss beim Schaffner gezahlt werden. Kostet so wie ich gelesen habe 20 – 40 Cent. Jetzt in die Stadt und eine Bleibe suchen. Google Maps sagte 6 km geradeaus nach Osten in die Stadt. Ich fand ein Hotel für 16€ die Nacht. Hier bleibe ich jetzt zwei Nächte.
Zurück zur zweiten Autofahrt. Die Straße war wie immer aus der Stadt hinaus vierspurig und gut asphaltiert. Der Mittelstreifen war bepflanzt, gewässert und ca. 30 Meter breit. Am Straßenrand wieder die „Buden“ mit
getrockneten Aprikosen, Fellen von Rind und Schaf, Nüssen und auch Töpferwaren waren heute dabei. Die grünen Flächen der Felder wurden allesamt bewässert. Hier wachsen Zucchinis, Auberginen und Kürbisse. Die Roller und Motorrad Fahrer sind alle ohne Helm unterwegs. Das Tempo wird hier an den neuralgischen Stellen durch hohe Bodenwellen reduziert. Das nervt zwar die Fahrer bringt aber richtig viel und kostet den Staat wenig. Den schnellen Fahrer beim aufsetzen mehr. Einen jungen Radler habe ich in Marand gesehen. Der arme.
Ich kann erkennen das die großen Gräben in der Ebene das ausgetrocknete Flussbett ist. Wenn es hier mal regnet müssen die Wassermasse aus den Bergen Flutartig hier unten ankommen. Der Müll wird dann gleich mit weggespült. Könnte hier sicher mal wieder regnen. Meine Lippen trocknen aus. Ich muss mich oft eincremen. Meine tolle Mütze habe ich im Hostel liegen lassen. Dafür gehe ich heute zur Strafe auf den größten Basar im Iran um eine neue zu besorgen. Bevor wir Jolfa verlassen muss der Fahrer noch ein Päckchen mitnehmen. Das bekommt er am Straßenrand gereicht. Die Übergabe funktioniert genau so. Nur mal kurz vorher angerufen. Der Stadtrand von Täbris ist mit Chemieanlagen gesäumt. Ebenso finden sich hier andere kleine Fabriken und Speditionen. Hier lese ich auch zu ersten Mal Teheran auf den Schildern. Den Nachmittag habe ich auf dem Basar und mit dem Versuch Geld abzuheben verbracht. Das war ja nichts. Einer sagte es kööönnnte in Teheran klappen. Ein paar Dollar habe ich ja noch. Morgen will ich den kostenfreien Hop on Hopp of Bus finden und mich wieder mal Fahren lassen. Mein Abendessen, ein Döner, kommt mir mit einem enormen Knoblauchduft immer wieder hoch. Das kann eine Nacht werden, ich störe ja keinen.